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Fußball

Titelverteidigung oder Double?

Verteidigt Werder den Titel oder macht der FC Bayern den nächsten Schritt in Richtung Triple? Das ist die Frage vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin. Für Bremen wäre es der siebte, für die Münchner der 15. Pokalgewinn.

DFB-Pokalendspiel - das 'deutsche Wembley' in Berlin (Foto: Picture Alliance)

DFB-Pokalendspiel - das "deutsche Wembley" in Berlin

David gegen Goliath, klein gegen groß, arm gegen reich oder einfach Werder Bremen gegen Bayern München, so lautet am Samstag (15.05.2010 / 20.00 Uhr MESZ) das DFB-Pokal-Endspiel in Berlin. "Es gibt nichts Schöneres, als gegen Bayern zu gewinnen", frotzelte schon vorab Werder-Kapitän Torsten Frings. Der Konter aus München hörte sich ähnlich an: "Das Schönste, was es gibt, ist in seinem ersten Jahr DFB-Pokalsieger gegen Bremen zu werden", meinte Bayerns Saison-Aufsteiger Thomas Müller mit einem Augenzwinkern.

Historische Bestmarken und Rekorde

Bajuwarisches Wunschdenken: Franck Ribery feiert nach der Meisterschaft auch den Gewinn des DFB-Pokals (Foto: AP)

Bajuwarisches Wunschdenken: Ribery will nach der Meisterschaft auch den Pokalgewinn feiern

Beide Mannschaften können in dem Finale Geschichte schreiben. Optimismus ist vor dem Nord-Süd-Gipfel der Erzrivalen auf jeden Fall Trumpf. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir unser Spiel durchsetzen und dann auch Erfolg haben", versicherte Münchens Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. Bremens "Abräumer" Frings antwortete: "Auch wir haben eine richtig gute Mannschaft, die jeden Gegner schlagen kann." Die Favoritenrolle allerdings hat der neue Deutsche Meister von der Isar. Der FC Bayern würde nach der 22. Meisterschaft mit seinem 15. Endspiel-Sieg seine Position als Rekord-Pokalsieger festigen, auch der zweite Schritt zum ersten Titel-Triple einer deutschen Mannschaft wäre damit vollzogen.

Auf bajuwarische Zurückhaltung darf Titelverteidiger Bremen im Berliner Olympiastadion jedenfalls nicht hoffen. "Das ist ein Finale, da will man den Titel gewinnen", sagte Nationalspieler Philipp Lahm, und Stürmer Ivica Olic betonte: "Wir wollen alle drei Titel, diese Chance bekommt man nicht oft im Leben." Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und dem nationalen Pokal soll also noch der Champions-League-Titel folgen. Für Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wäre der DFB-Pokal dann auch ein zusätzlicher Schub für das Champions-League-Finale am 22. Mai in Madrid gegen Inter Mailand. Der einstige Nationalspieler warnt jedoch davor, Bremen auf die leichte Schulter zu nehmen: "Wir haben großen Respekt, das wird kein Selbstläufer. Aber im "deutschen Wembley" möchte man den Fans ja schon ganz gern den Pokal entgegenrecken.

Werders Außenseiterrolle

Bremens Mesut Özil küsst die Trophäe nach dem Finalsieg 2009 gegen Bayer 04 Leverkusen (Foto: AP)

Özil küsst die Trophäe nach dem Bremer Finalsieg 2009

Der FC Bayern nimmt den Favoriten-Status an, Werder fühlt sich in der Außenseiterrolle wohl. "Von uns redet keiner", sagte Frings und schob genüsslich nach: "Das ist auch gut so. Umso mehr sind wir heiß auf dieses Spiel." Und dann erinnerte er an alte Zeiten: "Alle reden nur von Bayern, uns hat keiner auf dem Plan. Das war 1999 auch so, da war es auch nur eine Frage des Ergebnisses, wie hoch wir verlieren." Am Ende allerdings gewann Werder das Pokal-Finale vor elf Jahren gegen die Münchner im Elfmeterschießen. Hinzu kommt, dass der Cupverteidiger, anders als im Vorjahr, diesmal eher unbelastet in das Endspiel gehen kann. Den Platz im internationalen Geschäft haben sich die Bremer bereits gesichert. Entsprechend gelassen meinte dann auch Torhüter Tim Wiese: "Wenn wir den Pokal holen, wird es eine sehr gute Saison für Werder, wenn nicht, immer noch eine gute."

Endspiel der Frauen in Köln

Inka Grings in Fußball-Trikot (Archivfoto: Picture Alliance)

Spielt im Finale für Duisburg: Inka Grings

Seit 1985 war das Endspiel der Frauen ein mehr oder weniger geschätztes Vorspiel des Männerfinales im Berliner Olympiastadion. Das diesjährige Endspiel zwischen Cup-Verteidiger FCR Duisburg und Außenseiter FF USV Jena ist das erste eigenständige DFB-Pokalfinale seit 26 Jahren. Mit der Premiere in Köln am Samstag (15.05.2010 / 16.00 Uhr MESZ) wird ein neues Kapitel im Frauen-Fußball aufgeschlagen.

Die Rollen in dem Endspiel sind klar verteilt. Der mit zahlreichen Nationalspielerinnen gespickte UEFA-Cup-Sieger 2009 und zweimalige Cup-Gewinner Duisburg (1998/2009) geht als hoher Favorit ins Finale. Für den letzten ostdeutschen Frauenfußball-Meister Jena (1991) ist allein der Einzug in das Endspiel bereits ein Riesenerfolg. Erst vor zwei Jahren stieg Jena in die Bundesliga auf, beendete die Saison 2009/2010 nach zuletzt fünf Niederlagen auf Platz acht.

Autor: Calle Kops

Redaktion: Olivia Fritz

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