1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Titelverteidiger als Außenseiter

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft kämpft gegen Schweden um den sechsten EM-Finaleinzug in Folge. Vor dem Halbfinal-Duell mit dem Gastgeber ist der Titelverteidiger diesmal allerdings nur Außenseiter.

Erstmals bei der Europameisterschaft in Schweden geht Titelverteidiger Deutschland als Außenseiter in ein Duell. Im Halbfinale am Mittwoch (24.07.2013, 20.30 Uhr MESZ) lastet der Druck auf den Gastgeberinnen. "Schweden ist der klare Favorit. Sie haben Weltklasse-Spielerinnen, wir sind fast mit einer U23 hier. Dennoch wollen wir ins Endspiel", sagte Bundestrainerin Silvia Neid vor der Partie in Göteborg: "Unsere Mannschaft hat jetzt schon Großes geleistet, wir können befreit aufspielen."

Obwohl das runderneuerte deutsche Team weiter den sechsten EM-Triumph in Folge und den achten insgesamt anpeilt, gefallen sich auch die Spielerinnen in der Außenseiterrolle. Nicht zuletzt die Erfahrung der missratenen Heim-WM vor zwei Jahren sorgt dafür, dass die Deutschen den Druck gerne an die Schwedinnen weitergeben. "Diese Rolle des Außenseiters kann uns helfen", sagte Mittelfeldspielerin Lena Goeßling: "Wir wissen doch selbst, wie es ist, wenn man im eigenen Land spielt und der Druck sehr hoch ist."

Grandiose Stimmung

Ähnlich sieht es Simone Laudehr. Die Schützin des 1:0-Siegtreffers im Viertelfinale gegen Italien sieht ihre Mannschaft psychologisch im Vorteil - auch wenn die Schwedinnen bisher den besten Eindruck bei der Endrunde hinterlassen haben, während sich die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) doch eher ins Halbfinale mogeln musste. "Wir können völlig unbelastet spielen, die Schwedinnen müssen dagegen hohe Erwartungen erfüllen", sagte die Mittelfeldspielerin: "Es hätte uns nichts Besseres passieren können, als gegen den Gastgeber zu spielen."

Dass die skandinavischen Fans das Team von Pia Sundhage im mit 16.400 Zuschauern ausverkauften Stadion Gamla Ullevi nach vorne peitschen werden, soll den Europameister anspornen, nicht lähmen. "Die Stimmung wird grandios sein. Das ganze Stadion ist gegen uns und wir können befreit aufspielen", sagte Lena Goeßling voller Vorfreude auf das Highlight ihrer Karriere.

Simone Laudehr (M.) feiert mit Celia Okoyino da Mbabi (l.) und Lena Lotzen ihr Tor gegen Italien (Foto: dpa)

Können die deutschen Frauen auch gegen Schweden jubeln?

Weiterer Ausfall?

Bei aller Lockerheit und Vorfreude wiegt die Verletzung von Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi (Oberschenkel-Zerrung) schwer. Neid, die ohnehin auf sechs verletzte oder kranke Stammkräfte bei der Endrunde verzichten muss, kann wohl nicht auf die Top-Torschützin der Qualifikation zurückgreifen. Für Okoyino da Mbabi wird voraussichtlich Schweden-Legionärin Anja Mittag in vorderster Reihe auflaufen. "Für mich ist das natürlich toll, cooler kann es nicht sein", sagte die Angreiferin des FC Malmö, die im vergangenen Jahr zur besten Spielerin in Schweden gewählt worden war.

Die konterstarke Mittag könnte zur optimalen taktischen Waffe gegen die Auswahl ihrer Wahlheimat werden. Darauf bauen jedenfalls ihre Teamkolleginnen, denen im Fall des Titelgewinns die EM-Rekordprämie von 22.500 Euro pro Kopf winkt. "Die bisherigen Gegner haben sehr defensiv gegen uns gespielt. Gegen Schweden werden wir mehr Räume haben, das kommt uns entgegen", sagte Goeßling.

Positive Statistik

Mut machen sollte den deutschen Fußballfrauen auch der Blick auf ihre bisherige Bilanz gegen Schweden. Die Gastgeberinnen konnten nur 6 von 20 Duellen mit dem DFB-Team gewinnen. Die empfindlichen Pleiten im EM-Finale 2001 und WM-Finale 2003, jeweils durch ein Golden Goal in der Verlängerung, schmerzen die Skandinavierinnen bis heute.

Die schwedische Nationalspielerin Lotta Schelin (Foto: Getty Images)

Schwedische Top-Stürmerin: Lotta Schelin

Grund genug eigentlich für die Schwedinnen, mehr Respekt vor ihrem "Angstgegner" zu haben als umgekehrt. Allerdings sind die Vorzeichen diesmal ein wenig anders, wie auch die Bundestrainerin zugibt. Vor allem die Offensive muss in den Griff bekommen werden.

"Sie haben hier schon 13 Tore gemacht, weil sie in Lotta Schelin und Kosovare Asslani über zwei tolle Stürmerinnen verfügen. Da müssen wir kompakt stehen und gut gegen den Ball arbeiten", befand Neid - Statistik hin oder her.

Die Redaktion empfiehlt