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Fußball

Titel- oder Abstiegskampf: Der Kopf spielt mit

Die Bundesliga nähert sich der Zielgeraden. Am achtletzten Spieltag sind die Spitzenteams ausnahmslos in der Favoritenrolle. Behalten sie die Nerven? Diese Frage stellt sich umso mehr für die Abstiegskandidaten.

Ball verdeckt das Gesicht von Dortmunds Mats Hummels (Foto: dpa)

"Kopf"-Ball

Woche für Woche hoffen die Rivalen von Borussia Dortmund auf einen Ausrutscher des Titelverteidigers. Doch der Tabellenführer scheint in der Bundesliga fast unschlagbar. Auf 20 Spiele ohne Niederlage hat es die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp inzwischen gebracht – Vereinsrekord. In den letzten 15 Spielen gerieten die Dortmunder nicht einmal in Rückstand.

Kölns Podolski ballt nach einem Treffer die Faust (Foto: dapd)

Podolski wieder an Bord

Kaum einer traut dem 1. FC Köln zu, am 27. Spieltag die Erfolgsserie des deutschen Meisters zu stoppen. Zu wacklig war zuletzt häufig die Abwehr der Kölner. Nur der SC Freiburg kassierte bisher mehr Gegentreffer. Die Geißböcke hoffen auf den "Poldi-Effekt". Lukas Podolski, der mit Abstand beste und treffsicherste FC-Spieler, kehrt nach seiner umstrittenen Rotsperre wieder ins Team zurück. In den vergangenen drei Spielzeiten gewannen die Dortmunder in Köln, allerdings jeweils nur mit einem Tor Vorsprung.

Nächstes Bayern-Schützenfest?

Torjubel der Bayern-Spieler Gomez, Robben und Ribery (Foto: pa/augenklick/GES)

Treffer in Serie: Gomez, Robben, Ribéry (v. r.)

Zur Torfabrik hat sich der FC Bayern München entwickelt. 20 Mal trafen Mario Gomez, Arjen Robben, Franck Ribéry und Co. innerhalb von acht Tagen und schossen sich damit auch ein wenig den Frust von der Seele. Fünf Punkte liegen die Münchner immer noch hinter Dortmund. Ein Blick in die Statistik spricht für ein weiteres Schützenfest der Bayern. Die letzten vier Heimspiele gegen Hannover 96 gewannen sie mit jeweils mindestens drei Treffern Vorsprung und insgesamt 18:1 Toren. Hannover ist jedoch in dieser Saison alles andere als Kanonenfutter. Die Niedersachsen sind Tabellen-Siebter und stehen in der Europa League im Viertelfinale.

Heimspiel gegen den Angstgegner

Von der Champions League träumt Borussia Mönchengladbach. Der Tabellen-Dritte ist klarer Favorit gegen 1899 Hoffenheim. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Gladbacher gegen ihren Angstgegner so unbefangen aufspielen wie gegen andere Mannschaften. Nur eines von bisher sieben Duellen gewann die Borussia, Hoffenheim ging viermal als Sieger vom Platz.

Schalkes Torjäger Huntelaar freut sich über einen Treffer (Foto: dapd)

Schalkes Torjäger Huntelaar

Auch der FC Schalke 04 hat im eigenen Stadion andere Lieblingsgegner als Bayer Leverkusen. Aus den letzten fünf Spielen auf Schalke holten die Leverkusener drei Siege und zwei Unentschieden. Die Zeichen stehen diesmal jedoch eher auf einen Heimsieg der Königsblauen. Obwohl sie auf den Plätzen vier und fünf Tabellen-Nachbarn sind, trennen Schalke und Leverkusen satte zehn Punkte.

Traditionsclubs in Not

Eine Vorentscheidung könnte an diesem Wochenende im Abstiegskampf fallen. Verliert Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern auch beim wieder erstarkten Tabellen-16. SC Freiburg, dürfte der dritte Abstieg der Pfälzer nach 1996 und 2006 kaum noch zu verhindern sein. Nach zuletzt 16 Spielen ohne Sieg hatte Kaiserslautern am Dienstag die Notbremse gezogen und sich von Trainer Marco Kurz getrennt. Nun ist es die Aufgabe von Nachfolger Krassimir Balakov, das Team im Abstiegskampf richtig zu coachen. Der 45-jährige Bulgare, bislang Trainer des kroatischen Vizemeisters Hajduk Splitin, hatte am Donnerstag einen Vertrag bis Juni 2013 unterschrieben.

Berlins Trainer Otto Rehhagel (2.v.l.) sitzt zwischen den Co-Trainern Rene Tretschok (l.) und Ante Covic (2.v.r.) auf der Bank, rechts sitzt Herthas Manager Michael Preetz (Foto: dpa)

Ratlose Hertha-Bank: Berlin droht auch mit Trainer-Urgestein Otto Rehhagel (2.v.l.) der Abstieg

Mit Hertha BSC und dem Hamburger SV droht zwei weiteren Traditionsclubs der Sturz in die Zweitklassigkeit. Auch Trainer-Urgestein Otto Rehhagel konnte den Abwärtstrend der Berliner bisher nicht stoppen. Im Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 kann sich Hertha keine weitere Niederlage leisten. Und auch für den Hamburger SV, den einzigen Bundesligisten, der noch nie abstieg, wird es eng, verliert er das Nordderby beim VfL Wolfsburg.

Vielleicht sollte der HSV beim FC Augsburg in die Lehre gehen, der seit Wochen vormacht, wie man sich entschlossen gegen den Abstieg wehrt. Der Tabellen-15. tritt beim Sechsten an, dem SV Werder Bremen. Der VfB Stuttgart empfängt den 1. FC Nürnberg. Die Schwaben wären im Erfolgsfall vielleicht noch ein Kandidat für einen Europa-League-Platz. Nürnberg fände sich im Falle einer Niederlage wieder im Kreis der bedrohten Mannschaften wieder.