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Sport

Tischtennis

Tischtennis ist die schnellste Ballsportart der Welt. Bei Olympia hat sie aber nur sehr langsam Anerkennung gefunden.

Piktogramm für Tischtennis bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, China. Foto: +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

Kafeehaus-Sport, Raum-Tennis, Ping Pong – Tischtennis hat viele Bezeichnungen, aber vor allem ein herausragendes Merkmal, mein Jörg Rosskopf. „Ich denke, das Schöne daran ist einfach die ziemlich hohe Schnelligkeit und Geschwindigkeit auf so einer kurzen Entfernung. Wir haben eine ganz kurze Reaktionszeit.“

Jörg Rosskopf (dpa)

Deutsche TT-Legende: Jörg Rosskopf

Jörg Rosskopf ist einer der besten deutschen Tischtennisspieler. Er ist einer von vier Spielern weltweit, die bisher bei allen fünf Olympischen Spielen dabei waren - seit Tischtennis 1988 ins olympische Programm aufgenommen wurde. Das die Sportart überhaupt olympische Disziplin wurde war damals überraschende Entscheidung, die hauptsächlich mit dem Austragungsort Seoul zu tun hatte. Denn in Asien ist Tischtennis Volkssport.


Tischtennis ist in China Volkssport

Allein in China spielen 100 Millionen Menschen Ping Pong, erklärt Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des deutschen Tischtennisbundes. „Dort ist Tischtennis die Sportart Nummer eins, das heißt für den Sport wird viel mehr investiert als in allen anderen Nationen. Dadurch, so Dirk Schimmelpfennig, gebe es viel mehr Spieler und Trainer. Ehemalige Spieler würden später Trainer werden und so ihr Know-How an die jüngeren Spieler weitergeben. „Und in China muss Tischtennis nicht seinen Stellenwert im Sport erkämpfen. Traditionell ist in China Ping Pong der Volkssport Nummer eins, so wie bei uns Fußball.“

Zhenqi Barthel spielt in Peking im deutschen Team (Foto: DIEGO AZUBEL/EPA +++ (c) dpa - Report)

Zhenqi Barthel spielt in Peking im deutschen Team

Von diesem System hat auch lange Zeit Jindaou Wu, kurz Dudu, profitiert. Die Chinesin kam vor zehn Jahren nach Deutschland, um Land und Leute kennen zu lernen, - nun hat sie seit zwei Jahren einen deutschen Pass und ist die beste Spielerin in der deutschen Tischtennis-Nationalmannschaft - ins chinesische Team hätte sie es nicht geschafft: „In China gibt es sehr viele sehr starke Spielerinnen. Ich habe damals versucht, in der 2. Nationalmannschaft zu spielen, aber ich durfte nur mittrainieren und keine Turniere spielen. Die anderen Leute waren einfach zu stark.“


Die chinesische Dominanz ist ein Problem

Die asiatische – vor allem die chinesische Dominanz – im Tischtennis, das ist ein großes Problem, das sich in den vergangenen Jahren noch verstärkt hat, erklärt Jörg Rosskopf. „Jetzt ist es so, dass wir – nicht nur in Deutschland, sondern generell in Europa – das Problem haben, dass die Asiaten so viel gewinnen und so dominant sind und das langweilt auch die Zuschauer, wenn nur die Asiaten immer ganz vorne mit dabei sind.

Timo Boll bei der WM 2006 in Bremen / Foto: Carmen Jaspersen dpa/lni +++(c) dpa - Report+++ Mannschaft, Personen, Sport, Tischtennis, WM

Mit großen Hoffnungen in Peking: Timo Boll

So wie bisher bei den Olympischen Spielen – alle Goldmedaillen gingen bisher an chinesische Spieler. Auch für Olympia 2008 steht schon fest, wer ganz oben auf dem Treppchen stehen wird - das meint zumindest Shaozhou Li, Journalist bei Chinas größter Sportzeitung Titansports. „Mindestens 3 Goldmedaillen für China, mindestens, nur bei den Männern, im Einzel, ist die Goldmedaille nicht ganz sicher, aber die anderen Medaillen sind bereits für die chinesische Spieler bestellt.“

Die eine Goldmedaille, die noch nicht ganz sicher ist, die könnte vielleicht sogar ein Deutscher gewinnen. „Timo Boll. Timo Boll ist der einzige europäischer Spieler, der für die chinesischen Spieler ein Konkurrent ist.“ Und Konkurrenz belebt ja nicht nur das Geschäft, sondern auch den Sport.