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Fußball

Tipps für FIFA-WM-Besucher

Südafrika ist gut gerüstet für die WM und hofft auf bis zu 300.000 Besucher aus aller Welt. Die Fans sollten sich gut vorbereiten und allgemein gültige Verhaltensregeln beachten.

Fanmeile in Kapstadt (Foto: DW)

Fanmeile in Kapstadt

Fußball-Werbung in Pretoria (Foto: Katrin Gänsler)

Fußball-Werbung in Pretoria

Zur WM in Südafrika werden rund 300.000 Gäste aus aller Welt erwartet, darunter zahlreiche Deutsche. Viele von ihnen werden nach einer gut zehnstündigen Flugreise Neuland betreten. Dieter Haller, Deutschlands Botschafter in Südafrika, empfiehlt daher jedem Fan, sich gut vorzubereiten. "Und ich darf sagen, dass wir uns in der Botschaft natürlich fest vorgenommen haben, den Besuchern so ausführliche und differenzierte Verhaltensregeln wie möglich mit auf den Weg zu geben." Dazu gehört der Rat, am besten organisiert anzureisen und ein "WM-Paket" zu buchen, wie Südafrikas Tourismusminister Marthinus van Schalkwyk bestätigt. "Paketpreise starten bei 2500 Euro. Darin sind der Flug, der Transport vom Flughafen ins Hotel, Inlandsflüge, Hotelunterbringung und Tickets enthalten." Diese Empfehlung gilt vor allem für Besucher, die erstmals Südafrika bereisen, so van Schalkwyk. "Beim ersten Mal ist es besser, alles im Paket zu kaufen. Aber jene, die Südafrika kennen, mieten sich ein Auto, weil sie wissen, wie leicht es ist zu fahren. Wir haben gute Strassen und gute Autobahnen."

Reisen mit dem Auto oder Flugzeug

Straße im Krüger-Nationalpark (Foto: DW)

Gute Strassen gibt es sogar im Krüger-Nationalpark

Das Straßennetz in Südafrika ist gut ausgebaut, aber es sind große Entfernungen zu überwinden. So liegen die WM-Städte Kapstadt und Nelspruit gut 1800 Kilometer auseinander. Theresa Bay-Müller von Südafrika Tourismus rät Autofahrern und Individualreisenden aus Sicherheitsgründen, "dass man vor Einbruch der Dunkelheit bei seiner Unterkunft angekommen sein muss." Alternativ bieten sich Inlandsflüge an. Die Flughäfen wurden modernisiert, der Airport in Durban sogar neu eröffnet. Eher nicht zu empfehlen ist die Reise mit der Bahn. "Es gibt natürlich keine Intercity-Bahnverbindungen wie bei uns. Und das ist ein großes Handicap", wie der deutsche WM-Berater Horst R. Schmidt betont. "Dafür hat sich der öffentliche Nahverkehr in den Host-Cities gut entwickelt. Man hat begonnen, die Bahnverbindungen zu intensivieren und auch Bahnhöfe an den Stadien einzurichten." Neu ist zudem ein Schnellbus-System, das aber von den Minibus-Fahrern, die den öffentlichen Nahverkehr weitgehend abdecken, mit Protesten und Streiks bekämpft wird.

WM im südafrikanischen Winter

Hotelanlage bei Durban (Foto: DW)

Hotelanlage bei Durban

Reisende können aus einem umfassenden Hotelangebot, von der Luxusklasse über Gästehäuser bis hin zu preisgünstigen Bed & Breakfast wählen. Zur WM ist aber nicht alles billig zu haben, wie Tourismus-Managerin Theresa Bay-Müller einräumt. "Bei vielen Hotels gelten im Juni Hochsaison-Preise, die man normalerweise zu Weihnachten im südafrikanischen Sommer zahlen würde." WM-Berater Horst R. Schmidt äußert jedoch Verständnis. "Wir haben dort einen freien Markt, und die Menschen suchen Chancen, auch wirtschaftlich an der WM zu partizipieren. Das ist doch irgendwie naheliegend." Theresa Bay-Müller sieht dennoch den besonderen Vorteil einer Südafrika-Reise. "Ein unschlagbares Argument für uns ist das Preis-Leistungsverhältnis." So bekommt man derzeit für einen Euro rund zehn Südafrikanische Rand. "Damit können Sie jede Menge genießen und sich was leisten." Vielleicht auch eine warme Jacke, findet die WM doch im südafrikanischen Winter statt. Mit Schnee oder Minusgraden ist zwar nicht zu rechnen, doch kann es an einigen Spielorten abends schon mal recht kühl werden. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sieht "in keinem Fall ein Sommermärchen, weil dort Winter herrscht. Mit den Feiern auf den Partymeilen und beim Public Viewing wird es schwer, wenn man Außentemperaturen von zehn bis zwölf Grad hat und es abends stockduster ist."

Hohe Sicherheitsstandards

Touristen an der Waterfront in Kapstadt (Foto: DW)

WM-Reisende sollen sich nicht nur in Kapstadt sicher fühlen

Als Reaktion auf die Bedenken vor gewaltsamen Übergriffen verspricht Südafrika hohe Sicherheitsstandards. 41.000 Polizisten sollen im Kampf gegen die Kriminalität im Lande eingesetzt werden. Wolfgang Jakob, Hamburgs ehrenamtlicher Botschafter für Südafrika, lebt seit zehn Jahren im Land und empfiehlt allen Besuchern, allgemein gültige Regeln einzuhalten. "Ich renne auch nicht mit Goldschmuck behängt über die Copacabana. Man kann diesen ganzen Kram wie die teure Uhr ruhig zu Hause lassen, weil man den hier nicht zu zeigen braucht. Man kommt zum Fußball her und um das Land zu genießen", so Jakob. Theresa Bay-Müller schließlich setzt auf die große Gastfreundschaft der Südafrikaner. "Wenn man ein gutes Gefühl haben möchte und nicht weiß, wie man zum Fanpark kommt oder in welche Kneipe man nach dem Spiel geht, fragt man einfach die Einheimischen."

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Stefan Nestler

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