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Aktuell Europa

Timoschenkos Ärzte in Sorge vor Gerichtstermin

Vor der Fußball-EM war es das Top-Thema, doch in den letzten Wochen ist es ruhig geworden um die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Timoschenko. Nun soll sie vor Gericht erscheinen. Ihre Ärzte sind entsetzt.

Der Chef des Berliner Krankenhauses Charité, Karl Max Einhäupl, hat dringend von einer Teilnahme der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko an einem neuen Prozess abgeraten. Durch eine Teilnahme der 51-Jährigen am Prozess könnten "die Therapieerfolge der vergangenen Wochen zunichte gemacht werden", sagte der Arzt nach einem Besuch der kranken Politikerin der "Berliner Morgenpost".

Karl Max Einhäupl, Arzt aus der Charité

Mit einem Röntgenbild Timoschenkos: Ihr deutscher Arzt Karl Max Einhäupl

Timoschenko soll am Montag vor Gericht erscheinen. "Aus ärztlicher Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dieser Prozess jetzt stattfinden muss", sagte Einhäupl. "In einigen Wochen könnte es eine Stabilisierung des Gesundheitszustands von Frau Timoschenko geben." Einhäupl hatte sich von Freitag bis Samstag in der Ukraine aufgehalten.

Vorladung für Montag

In dem Prozess werden Timoschenko seit Mitte April Steuerhinterziehung und Veruntreuung vorgeworfen. Am Dienstag hatte die ukrainische Strafvollzugsbehörde mitgeteilt, Timoschenko sei für kommenden Montag vom Gericht vorgeladen worden. Eine Kommission des Gesundheitsministeriums habe empfohlen, dass sie "bequeme Bedingungen" im Gerichtssaal vorfinden solle.

Die Tochter der inhaftierten ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidentin Timoschenko, Jewgenija Timoschenko. Foto: dpa

Ihre Tochter kämpft um die Freilassung: Jewgenija Timoschenko

Die Oppositionspolitikerin hatte im Oktober eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs angetreten. Sie soll als Regierungschefin ein für die Ukraine unvorteilhaftes Gasgeschäft mit Russland abgeschlossen haben. Der Westen sieht ihre Haftstrafe als politisch motiviert an. Derzeit wird die Politikerin wegen mehrerer Bandscheibenvorfälle in einem Krankenhaus in Charkiw behandelt.

ml/SC (afp)