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Aktuell Europa

Timoschenko unter Mordverdacht gestellt

Neue Schikane der ukrainischen Führung gegen Timoschenko? Die Staatsanwaltschaft wirft der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko vor, einen Mord organisiert zu haben. Sie gilt nun offiziell als Verdächtige.

Die ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko (Foto: dpa)

Julia Timoschenko Ukraine Archivbild 2010

Immer neue Beschuldigungen gegen Julia Timoschenko: In Kiew sagte Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka vor Journalisten, die Oppositionspolitikerin stehe im Verdacht, die Ermordung des Abgeordneten Jewgen Schtscherban im Jahr 1996 organisiert zu haben. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass Timoschenko den Mord gemeinsam mit Ex-Regierungschef Pawlo Lasarenko in Auftrag gegeben habe. Sollte Timoschenko für schuldig befunden werden, drohe ihr lebenslange Haft. Lasarenko sitzt derzeit in den USA in Haft.

Timoschenkos Anwalt Sergej Wlassenko nannte die Vorwürfe "absurd". Die Staatsanwaltschaft hatte im Dezember erklärt, den Auftrag zu dem Mord habe ein Unternehmen Timoschenkos bezahlt. Schtscherban war zusammen mit seiner Frau am Flughafen der ostukrainischen Stadt Donezk erschossen worden. Timoschenko und Schtscherban waren damals beide im lukrativen Gasgeschäft tätig. Die erkrankte Politikerin bestreitet, etwas mit dem Verbrechen zu tun zu haben.

Die ehemalige Ministerpräsidentin war im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Straflager verurteilt worden. Das Urteil und die Strafverfahren gegen die Oppositionsführerin werden im Westen als politisch motiviert kritisiert.

Prozess wegen Veruntreuung verschoben

Ein zweiter Prozess gegen die Ex-Regierungschefin wurde am Freitag in Abwesenheit der erkrankten Politikerin auf den 12. Februar vertagt. An dem Verfahren wegen Veruntreuung und Steuerhinterziehung müsse die Oppositionsführerin persönlich teilnehmen, sagte Richter Konstantin Sadowski örtlichen Medien zufolge in Charkow.

Auch er steht unter Mordverdacht - der ukrainische Ex-Ministerpräsident Pawlo Lasarenko (Archivfoto von 1998, dpa)

Auch er steht unter Mordverdacht - der ukrainische Ex-Ministerpräsident Pawlo Lasarenko

In der Stadt rund 450 Kilometer östlich von Kiew wird Timoschenko seit Mai 2012 wegen starker Rückenschmerzen in einer Klinik von Berliner Ärzten versorgt. Aus Protest gegen das Vorgehen der Justiz trat die 52-Jährige bereits mehrmals in Hungerstreik und verweigerte medizinische Behandlungen. Seit zwölf Tagen protestiert sie gegen die Videoüberwachung in ihrem Zimmer und gegen das männliche Wachpersonal. Timoschenko schläft nach Angaben ihres Anwalts im benachbarten Gesprächszimmer auf dem Boden. Zu ihrer Unterstützung hatten drei Abgeordnete ihrer Partei in den vergangen Tagen bei Timoschenko übernachtet - gegen den Willen der Klinikleitung.

kle/kis (dpa, afp)

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