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Aktuell Europa

Timoschenko bleibt neuem Prozess fern

Auf Anraten deutscher Ärzte muss die in der Haft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Timoschenko nicht vor Gericht erscheinen. Die 51-Jährige sei nicht transportfähig, teilte der Gefängnisdienst in Kiew mit.

Julia Timoschenko im Gerichtssaal in Kiew (Archivfoto)

Julia Timoschenko im Gerichtssaal in Kiew Archivbild

Nicht transportfähig – zu diesem Schluss kommt das Gutachten der Berliner Charité zum Gesundheitszustand der ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko. Zuvor hatte Charité-Chef Karl Max Einhäupl Timoschenko erneut in einer Klinik in Charkiw untersucht. Nach Ansicht des Neurologen würde die Prozess-Teilnahme die Erfolge der Therapie stark gefährden, hieß es in der Mitteilung. "Wir können als Ärzte nur dringend davon abraten", sagte Einhäupl der "Berliner Morgenpost" vom Sonntag.

Aus ärztlicher Sicht sei nicht nachvollziehbar, dass der Prozess jetzt stattfinden müsse. "In einigen Wochen könnte es eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes geben", fügte der Mediziner hinzu. Die Politikerin klagt über ein schweres Bandscheibenleiden und ist in einer Klinik in Charkiw untergebracht, wo sie streng bewacht wird.

Prozessbeginn nun ungewiss

Fraglich ist, ob der Prozess in der Stadt Charkow wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung wie geplant an diesem Montag beginnt. Bereits am 21. Mai hatte der Richter die Sitzung vertagt, weil die 51-jährige Timoschenko aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Auch die Fortsetzung des Berufungsprozesses im ersten Fall wegen Amtsmissbrauchs am Dienstag in Kiew ist damit unsicher.

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Ukraine: neue Vorwürfe gegen Timoschenko (12.05.2012)

Die aktuellen Vorwürfe gegen die Politikerin stammen aus den 1990er Jahren, als sie Chefin eines staatlichen Energiekonzerns war. Timoschenko wurde im ersten Prozess zu sieben Jahren Straflager verurteilt. Sie soll als Regierungschefin ein für die Ukraine unvorteilhaftes Gasgeschäft mit Russland abgeschlossen haben. Der Westen sieht ihre Haftstrafe als politisch motiviert an. In dem neuen Verfahren drohen ihr zwölf weitere Jahre Haft.

kle/haz (dpa, afp, epd, Interfax)

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