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Aktuell Europa

Timoschenko beendet Hungerstreik

Neue Entwicklung im Fall Timoschenko: Nach ihrer Einlieferung in ein Krankenhaus hat die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko nach Angaben ihres Arztes ihren Hungerstreik beendet.

"Wir werden beginnen, sie aus dem Hungerstreik herauszuführen", sagte der Neurologe der Berliner Klinik Charité, Lutz Harms, in Charkow rund 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Kiew. Dies geschehe erst mit Wasser und Säften, dann mit fester Nahrung.

Die in ihrer Haft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin war am Vormittag unter der Aufsicht von Harms aus der Gefängniszelle in Charkow in ein örtliches Krankenhaus verlegt worden, um sich wegen starker Rückenschmerzen behandeln zu lassen.

Behörden: "Gesundheitszustand hat sich nicht verschlechtert“

Die Ex-Regierungschefin habe während des Transports "keinerlei Beschwerde" vorgebracht und auch keine Erklärung abgegeben, teilte die Gefängnisbehörde mit. "Ihr Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Tagen nicht verschlechtert", hieß es weiter.

Den Angaben zufolge muss sich Timoschenko ihr Krankenzimmer mit einer weiteren Gefangenen teilen. Laut Vize-Gesundheitsministerin Raissa Moisejenko wurde ihr deutscher Arzt ebenfalls im Krankenhaus untergebracht, damit er sich rund um die Uhr um seine Patientin kümmern kann. Er werde bei der Behandlung von einem ukrainischen Team unterstützt.

Video ansehen 01:13

Julia Timoschenko wird in Klinik verlegt

Zunächst muss sich die 51-Jährige jedoch von den Strapazen ihres fast dreiwöchigen Hungerstreiks erholen, in dessen Verlauf sie nach Angaben ihrer Tochter vermutlich zehn Kilogramm Gewicht verloren hat.

Die Ex-Regierungschefin hatte nach eigenen Angaben am 20. April mit dem Hungerstreik begonnen. Die wegen angeblichen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilte Politikerin klagt seit Monaten über einen schweren Bandscheibenvorfall.

Internationale Kritik

Wegen des Falles sieht sich die Ukraine als Mitgastgeberland der Fußball-Europameisterschaft scharfer internationaler Kritik und Boykottdrohungen ausgesetzt. So sprachen deutsche Politiker von einer "Diktatur" in dem Land. Doch eine international geforderte Freilassung Timoschenkos oder auch einen Klinik-Aufenthalt in der Charité in Berlin lehnt die Ukraine weiter ab.

Timoschenko verbüßt derzeit eine siebenjährige Haftstrafe. Im Urteil hat ihr das Gericht Machtmissbrauch während ihrer Amtszeit als Regierungschefin vorgeworfen. Beobachter werfen Staatspräsident Viktor Janukowitsch vor, seine politische Rivalin ins politische Abseits bringen zu wollen.

GD/hp/gmf/qu (dpa, afp, rtr)

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