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Wirtschaft

Time Warner trennt sich von AOL

Eine einst gefeierte Ehe aus den Zeiten der dot.com-Euphorie geht zu Ende: Der Medienkonzern Time Warner trennt sich von seinem Internetdienstleister AOL.

Time Warner Hauptsitz in New York (AP Photo/Suzanne Plunkett)

Time Warner Hauptsitz in New York

"Die Trennung ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Neugestaltung von Time Warner", sagte Time-Warner-Chef Jeff Bewkes am Donnerstag (28.05.2009) laut Pressemitteilung. Time Warner sei danach besser in der Lage, sich auf seine Kerngeschäfte mit Medieninhalten zu konzentrieren.

Bewkes hatte über Monate erklärt, dass Time Warner den Konzern wahrscheinlich ohne die Internetsparte weiterführen wolle. Im vergangenen Monat hatte das Unternehmen bereits angekündigt, der Konzern wolle sich von allen Aktivitäten in diesem Geschäft trennen. Konzernchef Jeff Bewkes will den Medienkonzern auf die Bereiche Film, Fernsehen und andere Geschäfte fokussieren. Dabei hatte Time Warner seinen Kabelfernseh-Bereich bereits in eine eigenständige Gesellschaft abgespalten.

Nur Verluste produziert

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Vor der Trennung werde Time Warner seinen Anteil an dem Internetdienstleister AOL von 95 auf 100 Prozent erhöhen. Die ausstehenden fünf Prozent sind derzeit noch im Besitz des Suchmaschinengiganten Google. Time Warner werde diese im dritten Quartal 2009 erwerben. AOL soll aus der Trennung als unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen hervorgehen.

Detail am Rande: Es war im Jahr 2001, während der dot.com-Blase, als AOL die Firma Time Warner übernahm und damit zum größten Medienunternehmen der USA aufrückte. Der Deal hatte damals einen Wert von über 100 Milliarden Dollar. Die Unternehmen hatten sich einen machtvollen Zusammenschluss erhofft - doch stattdessen wurden große Verluste produziert. Im Februar 2009 meldete der Medienriese einen Verlust von 13,4 Milliarden Dollar. Als Grund wurden vor allem massive Abschreibungen von 24,2 Milliarden Dollar auf die Internetsparte AOL, auf das Kabelfernsehgeschäft und im Verlagsbereich genannt. In Deutschland ist AOL bereits an Hansenet verkauft.

Autor: Rolf Wenkel
Redaktion: Hajo Felten