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Wirtschaft

Tim Cook: Der Mann im Hintergrund

Tim Cook übernimmt das Ruder bei Apple, nachdem Steve Jobs als Konzernchef zurückgetreten ist. Cook vertritt den schwerkranken Firmengründer bereits seit Januar und galt seit langem als Kronprinz.

Tim Cook (Foto: AP/dapd)

Gilt als 'Genie hinter Steve': Tim Cook

Schon mehrfach hat Tim Cook seinen Chef Steve Jobs vertreten. Im Januar 2009 nahm Jobs aus Gesundheitsgründen eine Auszeit. Cook führte für etwa ein halbes Jahr die Firma, bis der charismatische Firmengründer nach einer Leber-Transplantation zurückkehrte. Allerdings musste er aus gesundheitlichen Gründen seinem Stellvertreter erneut das Ruder im Januar 2011 überlassen - diesmal für immer.

Der Hauptsitz von Apple in Cupertino, Kalifornien (Foto: AP)

Der Konzern im kalifornischen Cupertino ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt

Tim Cook, der 2005 Vorstand für das operative Geschäft (COO) wurde, tritt in übergroße Fußstapfen: Jobs hat die Firma gegründet, er ist der Chef-Visionär von Apple und ein begnadeter Verkäufer. Der 50-jährige Cook übernimmt eine Firma, die an der Börse zeitweise als wertvollstes Unternehmen der Welt gehandelt wurde. Ob Apple unter seinem neuen Chef diesen guten Lauf fortsetzen kann, ist umstritten. Experten bemängeln vor allem, dass ihm das Charisma seines Vorgängers fehle - und damit ein wichtiger Faktor für den Apple-Erfolg.

"Genie hinter Steve"

Im Vergleich mit seinem langjährigen Chef ist der Mann aus dem US-Staat Alabama geradezu unauffällig. Doch Cook sollte nicht unterschätzt werden. Der Manager gilt als einer der wichtigsten Architekten des wirtschaftlichen Erfolgs des iPhone- und iPad-Herstellers. Cook hatte dafür zu sorgen, dass nach der Umsetzung der kühnen Visionen von Steve Jobs am Ende schwarze Zahlen in den Büchern stehen. Und das tat Cook gut: Zuletzt scheffelte Apple im Quartal 7,3 Milliarden Dollar. Unlängst kürte das US-Magazin "Fortune" Cook zum "Genie hinter Steve".

Die beste Entscheidung

Steve Jobs (Foto: AP)

Apple-Gründer Steve Jobs gibt das Ruder ab

Jobs habe einmal geschwärmt, Cook sei seine beste Personalentscheidung gewesen, erinnert sich der Headhunter, der damals den Kontakt angebahnt hatte. Die beiden hätten sich vom ersten Moment an verstanden, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. Jobs holte den IBM- und Compaq-Manager 1998 zu Apple - und Cook griff beim damals ums Überleben kämpfenden Unternehmen schnell durch. Er schloss eigene Produktionswerke und setzte auf Auftragsfertiger. Er ließ die Lagerbestände von Monaten auf Tage schmelzen. Das half Apple, bei dem schnellen Modellwechsel in der Elektronik-Branche keine Auslaufgeräte als Altlasten herumliegen zu haben. Cook ist rückblickend mehr als zufrieden mit seinem Wechsel: "Bei Apple zu arbeiten war nie wirklich mein Plan, aber es war zweifellos die beste Entscheidung meines Lebens", sagte er kürzlich vor Studenten einer US-Universität.

Workaholic und Sport-Fan

Ähnlich wie Jobs gilt Cook als öffentlichkeitsscheuer Workaholic, der lange im Büro bleibt, viel Zeit im Flieger verbringt und auch mal E-Mails mitten in der Nacht verschickt. Außerdem soll er oft ähnlich schwierig im Umgang sein. Er wird aber auch als sanft und bodenständig beschrieben. Privat weiß man über Tim Cook wenig. Der Sohn eines Werftarbeiters soll sein Privatleben extrem von der Öffentlichkeit abschotten. Immerhin ist bekannt, dass er Sport-Fan ist und oft schon am frühen Morgen im Fitness-Studio auftaucht.

Autorin: Pia Gram (dpa, rtr, dapd)
Redaktion: Martin Schrader

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