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Koreanische Halbinsel

Tillerson: USA sind kein Feind Nordkoreas

Das Spiel "Good Guy, Bad Guy" funktioniert noch immer. Während der US-Präsident auf den Tisch haut, sendet sein Chefdiplomat sanfte Töne nach Pjöngjang. Der Außenminister beteuert, die USA wollten keinen Regimewechsel.

US-Außenminister Rex Tillerson (Archivbild) ist angesichts der wachsenden Spannungen mit Nordkorea um zurückhaltende Töne bemüht. Man wolle der nordkoreanischen Regierung vermitteln, dass man nicht ihr Feind sei, sagte Tillerson bei einer Pressekonferenz in Washington. An die Adresse Pjöngjangs gerichtet, fügte er hinzu: "Wir sind keine Bedrohung für euch - aber ihr stellt eine unzumutbare Bedrohung für uns dar, auf die wir reagieren müssen."

Ein Regierungswechsel in Nordkorea sei nicht das Ziel der USA, fügte der Außenminister hinzu. "Uns geht es nicht um einen Zusammenbruch des Regimes. Uns geht es nicht um eine beschleunigte Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel." Man suche auch nicht nach einem Vorwand für einen Einsatz des US-Militärs, erklärte er.

"Friedlicher Druck"

Man wolle "friedlichen Druck" auf Nordkorea ausüben, um die Regierung zu diplomatischen Gesprächen zu bewegen. Eine Bedingung für solche Gespräche müsse aber sein, dass das Land sich dazu bereit erkläre, sein Atomprogramm aufzugeben.

Nordkorea Kim Jong Un besucht militärischen Wettbewerb (picture-alliance/dpa/R. Sinmun)

Setzt auf die Kraft der Waffen: Nordkoreas Führer Kim Jong Un mit Soldaten (Archivbild)

Tillerson war in seinen Äußerungen deutlich zurückhaltender als andere Mitglieder der US-Regierung in den vergangenen Tagen. Parallel zu seinem Auftritt äußerte sich auch die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, zu Nordkorea. Sie betonte, es lägen nach wie vor alle Optionen auf dem Tisch. Diese Formulierung schließt eine Militäraktion ein.

Nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch das international isolierte Land seit dem vergangenen Jahr ist die Lage in der Region sehr angespannt. Am Freitag testete Nordkorea zum zweiten Mal innerhalb eines Monats eine Langstreckenrakete.

Spiel über Bande

Die US-Regierung setzt in dem Konflikt auch auf diplomatischen Druck aus China. Washington geht davon aus, dass die Regierung von Präsident Xi Jinping großen Einfluss auf Nordkorea hat, nicht zuletzt, weil rund 80 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels über China laufen.

Trump zeigt sich aber zunehmend frustriert über Peking. Er warf China vor, nicht genügend zu tun. Tillerson schlug hingegen mildere Töne an. Man mache China nicht für die Situation in Nordkorea verantwortlich, das habe man gegenüber der chinesischen Regierung deutlich gemacht, sagte er. Man glaube allerdings, dass China Möglichkeiten habe, Einfluss auf Pjöngjang auszuüben. Nordkorea definiere das Verhältnis der USA zu China jedoch nicht. Die Beziehungen seien viel umfangreicher.

Pjöngjang hatte den USA erst vergangene Woche mit einem Atomangriff gedroht, sollten die Amerikaner versuchen, Machthaber Kim Jong Un zu stürzen. Nordkorea hat bereits mehrmals unterirdische Atombomben gezündet. Ob es technisch in der Lage ist, Atombomben auch so kompakt zu bauen, dass sie von einer Rakete transportiert werden könnten, ist unklar.

jj/se (dpa, afp)