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Nach dem Blutbad in Manchester

Tillerson entschuldigt sich für US-Datenleck nach Manchester-Anschlag

Wiederholt beklagten die Briten undichte Stellen bei US-Geheimdiensten. Zuletzt nach dem Anschlag in Manchester. Außenminister Tillerson eilte nach London. Auf der Insel gilt weiterhin die höchste Alarmstufe.

London US-Außenminister Tillerson mit Johnson (Reuters/T. Melville)

Die Außenminister Johnson (l.) und Tillerson in London

"Wir übernehmen die volle Verantwortung und wir bedauern natürlich was geschehen ist": Der amerikanische Chefdiplomat gab sich bei seinem Besuch in der britischen Hauptstadt zunächst kleinlaut und reumütig. "Überall in Amerika sind die Herzen gebrochen", berichtete Rex Tillerson, der sich in London gemeinsam mit seinem britischen Kollegen Boris Johnson der Presse stellte (Artikelfoto). Die Behörden des Königsreichs hatten die Weitergabe von Informationen gestoppt, nachdem in US-Medien Fotos und Details zu Ermittlungen nach dem jüngsten Terroranschlag in Manchester aufgetaucht waren. 

Tillerson gab sich zuversichtlich, dass die besonderen Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch den Zwischenfall nicht bedroht seien. Auch US-Präsident Donald Trump hatte von einem sehr beunruhigenden Informationsleck gesprochen und eine Untersuchung angekündigt.  

Nach dem zeitweiligen Stopp der Weitergabe von Ermittlungsergebnissen an die USA arbeitet die britische Polizei inzwischen wieder mit den amerikanischen Kollegen zusammen. Großbritannien habe neue Zusicherungen erhalten, hatte der Chef der Anti-Terror-Polizei, Mark Rowley, gesagt. Nach Angaben der Polizei ist das islamistische Netzwerk hinter dem Anschlag "zu großen Teilen" zerschlagen. Bei den Ermittlungen gebe es "riesige" Fortschritte, sagte Rowley in London. Weiterhin werde "wichtigen" Fährten nachgegangen, ergänzte der Polizei-Chef.  

"Weiche Ziele"

Vor einem heiklen Wochenende wurde mitgeteilt, dass die höchste Terrorwarnstufe überall weitergelte. Die Situation gelte als "kritisch", solange die Fahndung noch im Gange sei, erläuterte Innenministerin Amber Rudd. Man habe zwar keine konkreten Hinweise auf Anschlagsgefahren, etwa für Großveranstaltungen, so Sicherheits-Staatsminister Ben Wallace im BBC-Hörfunk. Notdienste und Krankenhäuser blieben dennoch auf alles vorbereitet.

Der Montag ist Feiertag in Großbritannien. Am Wochenende sind zahlreiche Großevents geplant, unter anderem das Fußball-Pokalfinale in London am Samstag. Die Führer des "Islamischen Staats" (IS) hatten ihre Anhänger in Europa immer wieder aufgefordert, sogenannte "weiche Ziele" wie Unterhaltungs- und Sportveranstaltungen mit großen Menschenansammlungen zu attackieren.  

Weitere Festnahme

Im Zusammenhang mit dem Anschlag in Manchester am Montagabend, bei dem ein Selbstmordattentäter nach einem Popkonzert 22 Menschen mit in den Tod riss, nahm die Polizei am Freitag einen weiteren Mann fest. In Untersuchungshaft befinden sich damit acht Verdächtige im Alter zwischen 18 und 38 Jahren, wie die Polizei für den Großraum Manchester mitteilte.  

Zwei andere zunächst Festgenommene - eine Frau und ein Mann - wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. In Libyen wurden unlängst der Vater und ein Bruder des Attentäters inhaftiert.

Schweigeminute - Gedenken an die Opfer von Manchester (picture-alliance/PA Wire/B. Birchall)

Große Anteilnahme bei einer Schweigeminute für die Opfer in Manchester

Premierministerin Theresa May wollte beim G7-Treffen in Italien bei den Partnern für ein gemeinsames Vorgehen werben, extremistisches Material aus dem Internet zu verbannen. Technologiefirmen sollen ermutigt werden, Instrumente zu schaffen, die solche Inhalte automatisch erkennen und löschen können. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte May die Hilfe seines Landes im Kampf gegen den Terrorismus zu.

SC/pg (rtr, dpa, afp)