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Sprachbar

Tierisches

Der Teich ist nur einen Katzensprung entfernt, sagte die falsche Schlange zur dummen Gans und freute sich tierisch, dass es so leicht gewesen war, ihr einen Bären aufzubinden. Deutsch ist ganz schön tierisch.

Man muss keine Augen wie ein Adler oder Luchs haben, um die vielen Tiere in deutschen Sätzen zu sehen. Eher schon blind wie ein Maulwurf, um an ihnen vorbeizukommen. Es sind nämlich enorm oder besser gesagt tierisch viele, womit wir schon bei der jugendlichen Umgangssprache wären, in der ein beliebter Musiker tierisch cool sein kann, ein Roman tierisch spannend und ein Essen tierisch lecker.

Scharfsichtig wie ein Luchs

Aber nur das Attribut ist jugendlich, der Rest gehört eher zur Abteilung “beliebte Klassiker“, die bereits unsere Urahnen kannten. Als falsch gilt die Schlange wohl schon seit Adam und Eva, wenn nicht länger, ist aber heute als Ausdruck noch topaktuell. Sie hat nur inzwischen reichlich Gesellschaft bekommen, zum Beispiel von der dummen Gans, die sich meist sehr ungeschickt und naiv anstellt, ebenso von der diebischen Elster, die aber auch nichts liegen lassen kann, ohne es heimlich einzustecken und vom schlauen Fuchs, dem immer etwas einfällt, um am Ende der Sieger zu sein. Selbst dann, wenn der Gegner stark wie ein Löwe und flink wie ein Wiesel ist.

Ein zurückhaltender Mensch, der sich nur selten an Gesprächen beteiligt, wird gern als stummer Fisch bezeichnet. Das Gegenteil ist –ganz untierisch- eine Plaudertasche. Und wenn davon gleich mehrere zusammenkommen und es sich um Frauen handelt, wird schnell das Sprachbild der schnatternden Gänse bemüht.

Kräftig, deftig

Nun sind nicht alle Tiere und Eigenschaften streng festgelegt, manches ist austauschbar, kann aber vom Geschlecht abhängen. Wer kräftig schimpft, greift auch schon mal zur blöden Ziege. Von einem blöden Ziegenbock spricht dagegen niemand, genauso wenig wie von der blöden Hündin, wogegen der blöde Hund, wie das Schwein zwar recht deftig und etwas ordinär sind, aber weit verbreitet.

Im großen Sprachzoo ist für fast jeden und jede Eigenschaft etwas zu finden, ob groß und stark wie Löwen und Bären, klein und fleißig wie die Bienen oder schwierig bzw. zickig wie Ziegen. Größe ist übrigens nicht immer ein Vorteil, wie der ungeschickte und plumpe Elefant im Porzellanladen zeigt. Das, was man hat, gilt es richtig einzusetzen, zum Beispiel lange Beine, sonst stakst man ungeschickt und wenig elegant durch die Gegend wie der Storch im Salat.

Besondere Tierarten

Der Salonlöwe ist eine besondere Spezies. Hier zählen nicht Kraft und Wildheit, sondern der Charme, so dass kein weibliches Wesen auf Parties und Empfängen sicher ist. Ja, so jemand weiß, wie der Hase läuft, wenn es darum geht, Frauen zu erobern. Ein echter Glückspilz halt und mit Sicherheit kein Pechvogel.

Zu warnen ist auch vor Wölfen im Schafspelz. Die wissen sich gut zu tarnen, ob mit Charme, Freundlichkeit oder angeblich wohltätigen Absichten. Sie wollen meist nur ihr Bestes, nämlich ihr Geld, um auf anderer Leute Kosten ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Bücherwürmer sind keine Schädlinge

Da ist Vorsicht geboten, sonst wird man ganz schnell arm wie eine Kirchenmaus. Die setzen Ihnen einen Floh ins Ohr, sprechen vom Geschäft ihres Lebens, der günstigen Gelegenheit, die nie mehr wieder kommt. Und natürlich versuchen sie mit vielen schönen Worten Sie davon abzuhalten, die gemachten Versprechen zu überprüfen, wollen also, dass Sie die Katze im Sack kaufen.

Vollkommen harmlose, meist eher sympathische Zeitgenossen sind dagegen Bücherwürmer und Leseratten, die ihr größtes Glück zwischen zwei Buchdeckeln finden und dort auch die meiste Zeit ihres Lebens verbringen. Ihre Namen sind sehr unterschiedlich, bedeuten aber absolut dasselbe. Wenn die etwas empfehlen, geht’s nicht ums Geschäft, sondern um Literatur-Leidenschaft. Ansonsten aber gilt:

Tierische Freunde

Lassen Sie sich von Vertretern an der Tür und wortgewandten Politikern im Fernsehen keinen Bären aufbinden oder Märchen erzählen. Vertrauen Sie im Zweifelsfall auf den Rat guter Freunde. Sie wissen schon, die mit denen man Pferde stehlen könnte.

Fragen zum Text

Jemand, der Augen wie ein Adler hat, …

1. sieht besonders gut.

2. braucht eine Brille.

3. hat grüne Augen.

Ein Mensch, der sich nur selten an Gesprächen beteiligt, wird als …

1. stummer Fisch bezeichnet.

2. lauter Löwe bezeichnet.

3. stiller Maulwurf bezeichnet.

Mit guten Freunden kann man …

1. Schweine klauen.

2. Pferde stehlen.

3. Kühe wegnehmen.

Arbeitsauftrag

Blinder Maulwurf, Floh im Ohr, flink wie ein Wiesel - suchen Sie sich fünf Redewendungen aus dem Text aus und erklären Sie diese schriftlich.

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