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Kultur

Tierisch schöne Momente

Wild lebende Tiere vor die Kamera zu bekommen: Dieser Herausforderung haben sich beim weltgrößten Naturfoto-Wettbewerb wieder tausende Fotografen gestellt. Die besten Bilder gehen demnächst in 17 Ländern auf Tournee.

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Das Warten auf den richtigen Augenblick hat sich gelohnt

Tierfotografien, von Wildtieren zumal, lassen meistens exotische Fauna erwarten, Löwen, Strauße, Elefanten. Bernd Zoller, einer von zwei Preisträgern aus Deutschland beim "BG Wildlife Photographer of the Year 2002"-Wettbewerb, widmete sich einer Spezies, die der Durchschnittseuropäer eher zu sehen bekommt als einen Tiger: eine grau gefederte Wildgans.

Elephants crossing Zambezi BG Wildlife Photographer of the Year Competition

Afrikanische Elefantenfamilie und Graureiher, von Angie Scott

Den "großen Preis" beim diesjährigen Wettbewerb hat wiederum ein klassisches und unbedingt postertaugliches Motiv gewonnen: Eine Elefantenherde im Morgenlicht am Ufer eines großen Wasserlochs. Die großen grauen Tiere spiegeln sich im Wasser - wo zu ihren Füßen ein Graureiher steht und ein bisschen aussieht wie ein Dirigent vor seinem Orchester. Fotos als Naturschutz

"Ein kleines Elefantenbaby hob seinen Rüssel in Richtung des Vogels, als wollte es sagen 'Geh weg'", erinnert sich die Fotografin Angie Scott gegenüber DW-WORLD. Für ihre Aufnahme musste sie sich in einem Busch versteckt halten. Zu dieser Zeit arbeiteten Angie und ihr Mann Jonathan Scott in Sambia an einer Fernsehdokumentation über Großkatzen. Ihr gemeinsames Ziel ist es seit zwölf Jahren, die Schönheit der Natur einzufangen - und mit ihren Bildern auch andere für den Umweltschutz zu begeistern. "Ich liebe Umweltthemen", so Scott, "und wir widmen uns ganz dem Schutz unserer Natur".

Steinbock: Maximilian Hahl BG Wildlife Photographer of the Year Competition

Alpensteinbock, von Maximilian Hahl

Mit ihrem spektakulären Foto der Elefantenfamilie wurde Angie Scott "Wildlife Photographer of the Year 2002". Ihre Aufnahme ist auch das Herzstück der Ausstellung aller 101 Gewinnerfotos, die momentan im Londoner Natural History Museum zu sehen ist und ab November 2002 in 17 Ländern auf Tour geht. Gezeigt wird dort auch ein Foto ihres kleinen Sohnes David Scott, der in einer der Junior-Kategorien einen Preis bekam. Gewinner bei den Unter-10-Jährigen wurde Nachwuchsfotograf Maximilian Hahl für seine Aufnahme eines Alpensteinbocks.

Eindruck fürs Leben

Und warum hat sich Bernd Zoller für Gänse entschieden? "Ich wuchs umgeben von Natur auf und das hat bei mir einen Eindruck fürs Leben hinterlassen", beschreibt Zoller gegenüber DW-WORLD die Wurzeln seiner Passion. Für sein Foto, das einen wütenden Ganter, groß, grau gefiedert und mit roten Füßen und Schnabel, beim Abheben aus dem Wasser zeigt, hat Zoller unzählige feuchte Stunden und Tage in der grünen Natur seines Heimatlandes Baden-Württemberg verbracht.

Um wild lebende Tiere zu fotografieren braucht man vor allem viel Zeit, Geduld - und Vorbereitung, so Zoller. "Ich wollte richtige Action-Aufnahmen der Vögel." Aber um das tun zu können, betont er, muss man als Grundvoraussetzung die Tiere kennen. Für sein Foto der Graugans hat er die Vögel lange aus der Nähe beobachtet und studiert. Und dabei hat sich seine Faszination entwickelt: "Mir gefallen Gänse. Das sind intelligente Tiere und sie haben ein gutes Wesen". Dieses Jahr konkurrierten bei dem angesehenen Naturfoto-Wettbewerb rund 18.500 Einsendungen aus 60 Ländern um die Gunst der Jury. An dem seit den 1980er-Jahren von der BBC und dem Natural History Museum organisierten und vom Erdgaskonzern BC gesponsorten Wettbewerb können jedes Jahr Amateure und Profifotografen teilnehmen, aus jeder Altersgruppe und von überall her.

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