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Wirtschaft

Thyssenkrupp speckt Stahlsparte ab

Schon vor Monaten kündigte der Industriekonzern an, sein Geschäft umzubauen. Nun steht fest: 500 Millionen Euro sollen eingespart werden. Das trifft vor allem die Stahlsparte - und Hunderte Beschäftigte.

Das deutsche Traditionsunternehmen Thyssenkrupp soll schlanker werden. So will der Industriekonzern laut einer Mitteilung Einsparungen von 500 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren erreichen. Den Rotstift setzt Thyssenkrupp bei seiner Stahlsparte an: Anlagen sollen geschlossen werden und Stellen wegfallen. Bei einer Sitzung in Duisburg habe der Vorstand angekündigt, insgesamt zwei Anlagen in Bochum und Duisburg sofort schließen zu wollen, so Stahl-Betriebsratschef Günter Back. Etwas 300 Arbeitsplätze sollten dadurch wegfallen. Der Konzern erklärte hingegen, die Zahl sei noch offen.

Der Betriebsrat geht aber davon aus, dass es bei Zahlen nicht bleiben wird. "Damit ist es nicht genug", habe der Vorstand klar gemacht, so Back. Weitere Stellenstreichungen seien geplant, etwa im Bereich Logistik. "Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen", kündigte der Betriebsratschef an. Betriebsbedingte Kündigungen seien im Stahlbereich bis 2020 ausgeschlossen.

Stahl im Überfluss

Die Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von 315 Millionen Euro - allerdings ist das ein Rückgang um gut ein Drittel. So feilt der Stahlchef von Thyssenkrupp, Andreas Goss, seit Monaten an einem Konzept für die Restrukturierung der Sparte mit ihren rund 27.000 Beschäftigten.

Deutschland Heinrich Hiesinger ThyssenKrupp vor dem Firmensitz in Essen (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Konzernchef Heinrich Hiesinger vor der Thyssenkrupp-Zentrale in Essen

Der Stahlbranche machen vor allem Überkapazitäten auf dem Weltmarkt zu schaffen. Das liegt unter anderem an großen Mengen subventioniertem Stahl aus China. Das Überangebot drück wiederum auf die Preise und macht das Geschäft unrentabler.

Immer wieder gab es auch Pläne, die Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel zu verschmelzen. Konzernchef Heinrich Hiesinger lotet seit dem vergangenen Jahr eine Fusion aus. Zusammen würden sie den zweitgrößten europäischen Stahlkonzern nach ArcelorMittal schmieden. Die Pläne ziehen sich jedoch unter anderem wegen der milliardenschweren Pensionslasten von Tata hin. Die Arbeitnehmervertreter von Thyssenkrupp lehnen eine Verschmelzung ab. Sie fürchten, dass es bei einer Fusion mit Tata zu weitere Stellenstreichungen kommt. 

 nm/jj (dpa, afp, rtr)

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