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Fußball

Thon: "Löw hat alles richtig gemacht"

Weltmeister Olaf Thon ist begeistert von der jungen deutschen Mannschaft. Er sieht nach dem dritten Platz großes Potential auch bei den Ergänzungsspielern - und rät Joachim Löw nun, erfahrene Spieler auszusortieren.

DW-WM-Experte Olaf Thon (Foto: Olaf Thon)

DW-WORLD.DE : Olaf Thon, ein 3:2-Sieg gegen Uruguay, der würdige Schlusspunkt eines erfolgreichen Turniers für die deutsche Mannschaft?

Olaf Thon: Es war so, wie wir uns das alle erwünscht haben. Es war ein versöhnlicher Abschluss. So sind die Siege gegen Argentinien, Australien und England nicht Makulatur. Ich freue mich mit dieser jungen Mannschaft. Wir haben gesehen, dass wir noch Leute in der zweiten Reihe haben, egal ob Jansen oder Aogo. Ich hoffe natürlich, dass Jogi Löw mit seinem Team weitermachen kann.

"Jogi Löw muss auch hart sein und aussortieren"

Heute stand eine Elf auf dem Platz, die so zusammen noch nie gespielt hat. War das nicht etwas riskant von Trainer Jogi Löw so zu spielen in einem Spiel um Platz drei?

Die deutsche Mannschaft feiert den dritten Platz (Foto: AP)

Die deutsche Mannschaft feiert

Er hat Vertrauen in sein Team. Auch als es Verletzungen gab, wie bei Westermann oder Ballack, hat er immer wieder gesagt, 'ich hole keinen dazu. Ich weiß, was ich für gute Leute habe'. Man hätte im Nachhinein Jogi Löw schon damals vertrauen können. Aber viele haben ja gefragt, warum er Kurányi und Frings nicht mitnimmt. Man muss sagen, dass Jogi Löw alles richtig gemacht hat. Deshalb hoffe ich auch, dass er seinen Weg, den er jetzt vielleicht zu 70 Prozent mit dieser jungen Mannschaft beschritten hat, weitergehen kann. Ich bin mit dem Spiel der Mannschaft sehr zufrieden: Fünf Tore, wann sieht man die schon einmal? In diesem Spiel war alles drin, jeder wollte gewinnen. Aber das ist oft so bei diesen Spielen um den dritten Platz, dass die Spieler da noch mal alles aus sich herausholen, nach vorne spielen und nicht taktieren.

Am Ende steht Platz drei für eine junge deutsche Elf. Das lässt doch hoffen für kommende Turniere…

Joachim Löw (Foto: AP)

"Ich hoffe, er geht seinen Weg weiter" - Joachim Löw

Ja, aber Jogi Löw muss auch hart sein zu seinen Spielern und manche von ihnen aussortieren. Da denke ich zum Beispiel an Klose, der leider heute nicht spielen konnte und somit nicht Torschützenkönig werden konnte. Das ist natürlich bitter für ihn. Jogi Löw ist nun gefragt, auch einige Weggefährten zuhause zu lassen. Also neben Klose könnten Ballack, Friedrich oder Mertesacker betroffen sein. Wenn er sieht, dass die Leute nichts mehr bringen, muss er sie zuhause lassen. Ich hoffe, dass er so hart ist, das beim nächsten Turnier so durchzusetzen.

"Spanien gewinnt 2:0"

Wer ist ihr Favorit für das Finale zwischen den Niederlanden und Spanien?

Spanische Spieler jubeln (Foto: AP)

Spanien ist Thons Favorit fürs Finale

Meine Favoriten sind ganz klar die Spanier, denn die haben ein klasse Mittelfeld mit Xavi Alonso, Iniesta, Fabregas und Villa vorne im Sturm. Torres spielt überhaupt nicht und das sagt schon vieles über die Qualität aus. Sie haben Deutschland an die Wand gespielt und deshalb gönne ich es diesen Spielern auch, Weltmeister zu werden. Auf der anderen Seite haben sie natürlich mit den Niederlanden einen Gegner, die mit Robben einen außergewöhnlichen Mann vorne haben, unterstützt von van Persie und Sneijder, der auch noch die Torjägerkanone erreichen kann. Da treffen zwei besonders gute Offensiv-Formationen aufeinander und das Spiel wird der gewinnen, der in der Defensive besser steht und bei Standardsituationen aufpasst. Da haben die Niederländer den Brasilianern zum Beispiel das ein oder andere Tor eingeschenkt.

Erwartet uns ein packendes, torreiches Finale oder doch eher ein taktisches Geplänkel?

Wenn die Spanier auf dem Feld stehen, dann gibt es kein taktisches Geplänkel. Spanien wird versuchen, 70 Prozent Ballbesitz zu haben. Die Niederländer werden auch versuchen, ihr Kurzpass-Spiel aufzubauen. Aber dieses Tiqui-Taca der Spanier ist unerreicht und ich rechne mit einem klaren 2:0-Sieg der Spanier.

Die Fragen stellte Joscha Weber

Redaktion: Tobias Oelmaier

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