1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Europa

Think Tank vorm Kamin

Die Präsidenten von 17 zentraleuropäischen Ländern kommen am Donnerstag (22.5.2003) in Salzburg zusammen. Es ist inzwischen das 10. Gipfeltreffen dieser Art. Worum geht es?

default

Begründer des Zentraleuropa-Gipfels: Tschechiens Ex-Präsident Havel

Regierungen seien zu sehr von der Tagespolitik gefangen, um über längerfristige politische Fragen nachzudenken, deshalb sollten das die Staatspräsidenten tun. Ein Gedanke des früheren tschechischen Präsidenten Vaclav Havel, den er bei einer Begegnung mit seinen Amtskollegen aus Österreich, Deutschland und Ungarn während der Salzburger Festspiele 1993 äußerte.

Zum ersten Zentraleuropäischen Treffen lud Havel nach Litomysl ein: Neben den Staatsoberhäuptern Deutschlands,
Österreichs und Ungarns nahmen auch die Präsidenten Sloweniens, Polens und der Slowakei teil. In den folgenden Jahren wuchsen diese Treffen stetig an: In Ungarn 1995 kam der italienische Präsident dazu, im Jahr darauf in Polen war der politisch umstrittene Leonid Kutschma aus der Ukraine anwesend - eine Einladung, die heftig kritisiert wurde.

Ende der 1990er Jahre wurde die Runde um die Präsidenten Rumäniens und Bulgariens erweitert, danach kamen die
Staatschefs Kroatiens, Bosnien-Herzegowinas, Jugoslawiens, Mazedoniens und Moldawiens hinzu.

Zum diesjährigen 10. Treffen in Salzburg wird als Neu-Mitglied der albanische Präsident erwartet. Damit ist die Zahl der Teilnehmer-Länder von ursprünglich sieben auf nun 17 angewachsen.

Europa gestalten

Inhaltlich drehen sich die Gespräche um das Zusammenwachsen Europas. Die Präsidenten beschäftigen sich hier zum einen Folgen der EU-Erweiterung, aber auch grundlegendere Fragen wie die nach der kulturellen Identität und den gemeinsamen Werten der Europäer.

Die Diskussionen wurden aber auch häufig von aktuellen Krisen überlagert: Vor allem die kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien standen mehrfach auf der Tagesordnung.

Politische Entscheidungen werden hier natürlich nicht gefällt - das ist Aufgabe der Regierungen. Havel drückte es so aus: Die Präsidenten sollten bei ihren Treffen eine gute Atmosphäre zwischen den Staaten schaffen, in der die Regierungen dann besser zusammenarbeiten können.