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Fußball

Theo Zwanziger: Wir sind Freunde, keine Feinde

Im Streit um die Vertragsverlängerung mit Fußball-Bundestrainer Löw versucht DFB-Präsident Zwanziger, die Wogen zu glätten. Löw hatte von "vielen Unwahrheiten" gesprochen und damit Zwanziger indirekt der Lüge bezichtigt.

Porträt DFB-Präsident Theo Zwanziger. Foto: dpa

DFB-Chef Theo Zwanziger

"Ich will ihn behalten", sagte Theo Zwanziger der "Süddeutschen Zeitung". Er werde mit Joachim Löw sprechen, wenn die WM erfolgreich verlaufe. "Und wenn wir sie nicht so erfolgreich spielen, dann auch. Er wird immer mein erster Ansprechpartner sein." Das Abschneiden in Südafrika, so der DFB-Chef, hänge nicht davon ab, "ob ein Bundestrainer mit einem auslaufenden oder laufenden Vertrag ins Turnier geht."

"Nicht machbar"

Teammanager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw bei einem Länderspiel. Foto: AP

Bierhoff und Löw: Unannehmbare Forderungen?

Zwanziger verteidigte die Entscheidung des DFB, die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit Löw, Teammanager Oliver Bierhoff und deren Stab zunächst abzubrechen: "Wenn man so weit auseinander ist, worüber soll ich dann verhandeln?" Zwanziger verwies auf unannehmbare finanzielle Forderungen und auf Bierhoffs Wunsch nach einer stärkeren Manager-Stellung. Angeblich verlangte Bierhoff ein Vetorecht bei der künftigen Besetzung des Bundestrainer-Postens. "Das war nicht machbar", sagte der DFB-Chef. "Ich hätte dann beim nächsten DFB-Bundestag drei oder vier Anträge auf Satzungsänderung stellen müssen."

Löw: Kein Handschlag-Vertrag

Bundestraine Joachim Löw fasst sich an die Nase. Foto: picture-alliance/dpa

Löw verschnupft

Zuvor hatte Joachim Löw den DFB-Präsidenten hart attackiert. "Von unserer Seite wurde ein verhandelbarer Vorschlag vorgelegt", erklärte der Bundestrainer. "Uns dagegen wurde ein nicht verhandelbares Angebot zugestellt, über das ich innerhalb von 48 Stunden entscheiden sollte." Es seien viele Unwahrheiten in Umlauf gekommen. Eine Verlängerung per Handschlag, wie es Zwanziger im Dezember verkündet hatte, habe es nicht gegeben. "Es war ein Vier-Augen-Gespräch", kontert Zwanziger. "Natürlich haben wir uns die Hand gegeben, wir sind ja höfliche Menschen. Wir waren uns einig. Die großen Unterschiede gab es erst, als Oliver Bierhoff in einem Gespräch Mitte Januar neue Fakten geschaffen hat."

Treffen in Warschau

DFB-Präsident Zwanziger glaubt nicht, dass Bundestrainer Löw aus Verärgerung nun bereits vor der WM die Brocken hinwirft. "Das würde ich überhaupt nicht verstehen. Das erwarte ich auch nicht. Dafür schätze ich ihn viel zu hoch ein." Bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Europameisterschaft 2012 an diesem Wochenende in Warschau werde er mit Löw und Bierhoff reden. "Wir sind Freunde, keine Feinde."

Autor: Stefan Nestler (sid, dpa, SZ)
Redaktion: Calle Kops

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