1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten | 24.02.2017 | 17:00

Gabriel sagt 120 Millionen Euro für Tschadsee-Region zu

Der deutsche Außenminister Siegmar Gabriel hat bei einer internationalen Geberkonferenz in Oslo zu gemeinsamen Anstrengungen aufgerufen, um die humanitäre Krise in der Region um den Tschadsee und Nordnigeria zu beenden. Deutschland werde in den nächsten drei Jahren 120 Millionen Euro bereitstellen, sagte Gabriel. Die Geberkonferenz wird von Norwegen, Deutschland, Nigeria und den Vereinten Nationen organisiert. Norwegens Außenminister Børge Brende sagte, der Konflikt mit der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram und der Klimawandel hätten zu großem Hunger geführt. Elf Millionen Menschen benötigten unmittelbar humanitäre Hilfe. Insgesamt kamen bei dem Treffen Zusagen über 634 Millionen Euro für die kommenden Jahre zusammen. Deutlich weniger als von den Veranstaltern erhofft, die 1,4 Milliarden Euro angestrebt hatten.

Irakische Luftwaffe fliegt erstmals Angriffe gegen IS in Syrien

Die irakische Luftwaffe hat erstmals Angriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Nachbarland Syrien geflogen. Als Reaktion auf mehrere tödliche Anschläge der Extremisten hätten F-16 Kampfjets Verstecke der Terroristen nahe der syrisch-irakischen Grenze angegriffen, teilte das Militär mit. Demnach wurden Ziele in den Orten Husaiba und Al-Bukamal auf syrischem Gebiet beschossen. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi sagte wörtlich: "Wir werden den Terrorismus entschieden bekämpfen, der unsere Kinder und Bürger tötet - egal wo." Die sunnitische Terrormiliz IS hatte in der Vergangenheit immer wieder Anschläge im Irak ausgeführt. Zuletzt wurden bei der Explosion einer Autobombe in einem überwiegend schiitischen Stadtteil in der Hauptstadt Bagdad mindestens 54 Menschen getötet. Die irakische Armee versucht derzeit, mit einer Großoffensive die Terrormiliz aus Mossul zu vertreiben. Die Stadt ist die letzte Hochburg des IS im Irak.

Irakische Truppen rücken in ersten Stadtteil in West-Mossul ein

Die irakischen Truppen sind nach eigenen Angaben erstmals seit ihrer Offensive auf Mossul in den Westteil der belagerten Großstadt eingerückt, der noch von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gehalten wird. Die Verbände seien in das erste Wohnviertel in West-Mossul vorgedrungen, sagte ein Kommandeur. Am Donnerstag hatten die Truppen den Flughafen der Stadt erobert. Auf dem Vormarsch seien ein Militärstützpunkt und ein Dorf im Südwesten Mossuls eingenommen worden, sagte Generalleutnant Sami al-Aridhi von der Antiterroreinheit CTS. Die irakischen Regierungstruppen hatten im Okober ihre Offensive auf Mossul - die letzte Hochburg des IS im Irak - begonnen. Im Januar wurde der IS vollständig aus dem Ostteil der Stadt verdrängt. Am Sonntag starteten die Streitkräfte mit Unterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition dann auch eine Offensive auf den Westteil Mossuls, der durch den Fluss Tigris vom östlichen Stadtteil getrennt ist. Alle Brücken über den Tigris sind zerstört.

Viele Todesopfer bei Selbstmordanschlag in Syrien

Bei einem Selbstmordanschlag nahe der nordsyrischen Stadt Al-Bab sind mindestens 41 Menschen getötet worden. Aus regionalen Quellen verlautete, es seien 35 Zivilisten und sechs Rebellen getötet worden. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, es habe Dutzende Verletzte gegeben. Ein Attentäter habe sich in Susian nordöstlich der Stadt mit einem Fahrzeug in die Luft gesprengt. Protürkische Rebellen hatten am Donnerstag verkündet, sie hätten Al-Bab erobert und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verdrängt. Die türkische Armee und verbündete syrische Rebellen hatten die IS-Hochburg Al-Bab über Wochen belagert. Nach Angaben der Beobachtungsstelle befinden sich noch IS-Kämpfer in der Stadt. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet, die Freie Syrische Armee habe mit Hilfe türkischer Truppen das Stadtzentrum eingenommen. Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isi sagte, die Rebellen übten eine "fast vollständige Kontrolle" über die Stadt aus.

Bereits 136 türkische Diplomaten baten um Asyl

Wegen des harten Vorgehens gegen Regierungsgegner nach dem Putschversuch in der Türkei suchen immer mehr türkische Diplomaten Schutz vor politischer Verfolgung in Deutschland. Der Bundesregierung seien 136 Asylanträge von Türken bekannt, die Diplomatenpässe haben, teilte das Bundesinnenministerium mit. Darunter seien auch Familienangehörige von Diplomaten. Der Rechercheverbund von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" berichtete unter Berufung auf das Ministerium, diese 136 Anträge seien zwischen August 2016 bis Januar 2017 gestellt worden. Im Oktober hatte die Bundesregierung diese Zahl demnach noch mit 35 angegeben. Unklar ist, ob bereits über Asylanträge entschieden wurde. Deutschland dürfte zu den Ländern mit den meisten türkischen Diplomaten weltweit gehören. Wegen der rund 1,5 Millionen türkischen Staatsbürger in Deutschland unterhält die Türkei neben der Botschaft in Berlin Konsulate in 13 Städten.

DW: Deutsche Girokonten von Dutzenden Jemeniten gekündigt

In Deutschland haben Dutzende Studenten, Geschäftsleute und Diplomaten aus dem Jemen nach Recherchen der Deutschen Welle eine Kündigung für ihre Girokonten bekommen. Demnach kündigten die Deutsche Bank und andere Kreditinstitute die Konten, ohne Gründe zu nennen. Der jemenitische Botschafter in Berlin, Yahia Mohammed Abdullah Al-Shaibi, sagte der DW, alle Diplomaten seines Landes hätten Mitte Oktober das gleiche Kündigungsschreiben der Commerzbank erhalten. Jemenitische Vertretungen im europäischen Ausland oder Diplomaten anderer Länder in Deutschland sind laut Al-Shaibi nicht betroffen. Die Beendigung der Konten würde den Betroffenen große Schwierigkeiten bereiten. Die Vertragsfreiheit in der Bundesrepublik sieht vor, dass Banken Konten ohne Angabe von Gründen kündigen dürfen. Es wird vermutet, dass die Schritte der Banken im Zusammenhang stehen mit deren verstärkten Sorgfaltspflichten bei sogenannten "politisch exponierten Personen" wie etwa Diplomaten sowie einem erhöhten Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in gewissen Ländern.

Macron skizziert Wahlprogramm für Präsidentenwahl

Der parteilose Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron hat die ökonomischen Eckpunkte seines Programms für die Präsidentenwahl dargelegt. Der unabhängige Kandidat will im Fall eines Wahlsiegs 60 Milliarden Euro im Staatshaushalt sparen und 120.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Zugleich plant der 39-Jährige über die kommenden fünf Jahre öffentliche Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Euro, vor allem für Berufsbildung und eine Energiewende, wie er der Wirtschaftszeitung "Les Echos" sagte. Macron sagte zu, das Drei-Prozent-Defizit-Ziel der EU einhalten zu wollen. Dazu möchte der sozialliberale Reformpolitiker 25 Milliarden Euro bei Kranken- und Arbeitslosenversicherung sparen. Nicht kürzen will Macron bei Familienleistungen und Renten. Aktuelle Umfragen sehen ihn für die erste Wahlrunde am 23. April auf dem Platz zwei, hinter der Rechtsextremen Marine Le Pen und vor dem Konservativen François Fillon. In der Stichwahl würde er Le Pen klar besiegen.

Polizei geht gegen Anti-Einwanderungs-Demonstration in Pretoria vor

Die Polizei in Südafrika ist mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen gegen eine Demonstration von Einwanderungsgegnern vorgegangen. Die Beamten versuchten, die Kundgebung in der Hauptstadt Pretoria aufzulösen. Rund 500 Demonstranten waren auf dem Weg zum Innenministerium. Zahlreiche Händler hatten ihre Läden verbarrikadiert. Der Zorn der Demonstranten richtet sich gegen Einwanderer vor allem aus anderen afrikanischen Staaten, denen Drogenhandel und Zuhälterei vorgeworfen wird. Zudem legen die aufgebrachten Südafrikaner den Einwandern zur Last, ihnen Arbeitsplätze wegzunehmen. Präsident Jacob Zuma verurteilte die jüngsten Gewaltakte zwischen Einheimischen und Ausländern. Er rief die Bürger und die Ausländer zur Zurückhaltung auf. In der Vorwoche wurden in Atteridgeville bei Pretoria 20 Läden geplündert, die vor allem Nigerianern und Pakistanern gehören. In Rosettenville bei Johannesburg wurden zwölf Häuser angegriffen.

Uganda baut neues Lager für Südsudan-Flüchtlinge

Angesichts der anhaltenden Massenflucht aus dem Krisenstaat Südsudan haben die Vereinten Nationen im Nachbarland Uganda ein neues Lager für bis zu 110.000 Flüchtlinge errichtet. Das Lager Imvepi des UN-Flüchtlingshilfswerks sei nötig, weil das letzte, im Dezember eröffnete Lager, bereits ausgelastet sei, sagte ein UN-Sprecher in New York. Der Südsudan ist inzwischen nach Syrien und Afghanistan von der drittgrößten Flüchtlingskrise weltweit betroffen. Etwa 700.000 südsudanesische Flüchtlinge haben im Nachbarland Uganda Schutz gefunden. Jeweils mehr als 300.000 Menschen sind nach Äthiopien und in den Sudan geflohen, etwa 100.000 nach Kenia. Im Bürgerkriegsland Südsudan sind dieses Jahr UN-Angaben zufolge etwa 100.000 Menschen unmittelbar vom Hungertod bedroht. Weitere rund fünf Millionen Einwohner benötigen Nahrungsmittelhilfe.

Video ansehen 03:06