1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Die Hörfunk-Nachrichten der DW | 07.07.2015 | 15:00

Athen legt kein neues Sparkonzept vor

Das pleitebedrohte Griechenland hat in Brüssel wider Erwarten am Dienstag keine neuen Reformvorschläge eingereicht. Der neue Finanzminister Euklid Tsakalotos informierte seine Kollegen nur mündlich, wie ein Sprecher mitteilte. Athen will aber einen neuen Antrag auf Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds stellen. EU-Diplomaten sagten, man warte nun darauf. Griechenland habe bei dem Sondertreffen der Euro-Finanzminister zugestimmt, dass ein neuer Antrag mit glaubwürdigen Reformvorschlägen notwenig sei, hieß es. - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte sich zuvor für den Verbleib des Landes in der Eurozone stark gemacht. Am Dienstagabend beraten die Euro-Staats- und Regierungschefs über die Lage.

Mogherini: Atomgespräche mit dem Iran dauern noch mehrere Tage

Die Atomverhandlungen mit dem Iran werden nach Aussage der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini erneut verlängert. Die Gespräche sollten in den kommenden Tagen weitergehen, teilte Mogherini in Wien mit. Eigentlich wollten die Unterhändler bis zu diesem Dienstag eine Einigung im Streit über das iranische Atomprogramm erzielen. Die Frist hatte ursprünglich bereits Ende Juni geendet und war schon einmal verlängert worden. Die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland streben ein Abkommen an, das Teheran die zivile Nutzung von Nuklearenergie erlaubt, ohne dass das Land eine Atombombe bauen könnte. Im Gegenzug sollen Sanktionen des Westens aufgehoben werden. - Knackpunkte der Verhandlungen sind das Ende der Sanktionen gegen iranische Raketenprogramme sowie Handelsverbote für konventionelle Waffen. Auch Untersuchungen zur angeblichen früheren Atomwaffenforschung des Iran durch die Internationale Atomenergiebehörde sind umstritten.

Bis zu 25 Tote bei Selbstmordanschlag in Nigeria

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Behördengebäude im Nordosten Nigerias sind bis zu 20 Menschen getötet worden, mehr als 30 erlitten Verletzungen. Die meisten Opfer im Ort Zaria waren Regierungsangestellte, wie die Regierung des betroffenen Bundesstaates Kaduna mitteilten. Die Opferzahl könne noch deutlich ansteigen. Damit starben im Nordosten Nigerias innerhalb einer Woche rund 280 Menschen bei Anschlägen. Die Behörden weisen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram die Schuld für die Angriffe zu. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge haben die sunnitischen Fundamentalisten seit 2009 mindestens 17.000 Menschen in Nigeria getötet.

Mindestens 14 Tote bei Schabab-Angriff im Nordosten Kenias

Bei einem Angriff der somalischen Al-Schabab-Miliz auf ein Dorf im Nordosten Kenias sind mindestens 14 Bergarbeiter getötet worden. Die Kämpfer hätten bei dem Überfall in der Nähe der Stadt Mandera an der Grenze zu Somalia und Äthiopien auch elf Menschen verletzt, teilte die Polizei mit. Demnach überraschten die Angreifer die Opfer im Schlaf. Sie hätten Sprengsätze in die Häuser der Kumpel geworfen und auch Schüsse abgegeben. Das Rote Kreuz kündigte an, Schwerverletzte mit einem Flugzeug in Krankenhäuser der Hauptstadt Nairobi zu bringen. Im Norden Kenias hatte es in den vergangenen Jahren vermehrt Angriffe der Schabab-Miliz gegeben. Die Islamisten wollen damit Vergeltung für die Beteiligung der kenianischen Armee an der Militärmission der Afrikanischen Union in Somalia üben.

Großbritannien gedenkt der Opfer der Londoner Anschläge

Großbritannien gedenkt der 52 Opfer der Londoner Anschläge vor zehn Jahren. Die Feiern begannen mit der Niederlegung von Kränzen und Blumen am Denkmal für die Opfer der vier Bombenanschläge in der U-Bahn und einem Doppeldeckerbus im Hyde Park. Um 12.30 Uhr MESZ waren die Bürger im ganzen Land aufgerufen, eine Schweigeminute abzuhalten. Zudem ist in der Kathedrale Saint Paul ein Gottesdienst mit Angehörigen der Opfer und Überlebenden geplant. Gedacht wurde auch der Opfer des Terroranschlags in Tunesien, bei dem vor knapp zwei Wochen unter anderen 30 Briten getötet worden waren. - Am 7. Juli 2005 hatten drei Selbstmordattentäter fast zeitgleich Bomben in drei U-Bahnzügen gezündet. Knapp eine Stunde später sprengte sich der vierte Attentäter in einem Bus in die Luft. Bei den Explosionen waren 52 Menschen getötet und 700 weitere verletzt worden. Es war der schwerste Anschlag in der Geschichte Großbritanniens.

Studenten nach Protest gegen Militärjunta in Thailand auf freiem Fuß

Nach internationaler Kritik hat ein Militärgericht in Thailand 14 Studenten auf freien Fuß gesetzt. Sie hatten friedlich gegen die dortige Militärherrschaft protestiert. Ihrem Anwalt zufolge wirft die Regierung ihnen immer noch vor, einen Aufruhr angezettelt zu haben. Sollte es zu einem Prozess kommen, drohen ihnen sieben Jahre Haft. Seit dem Putsch im Mai 2014 sind Demonstrationen und freie Meinungsäußerung verboten. Die Studenten waren mit Plakaten gegen den Putsch marschiert und hatten vor einer Polizeiwache demonstriert. Ende Juni nahm die Polizei sie deswegen fest. Die Europäische Union, die Vereinten Nationen und Menschenrechtler hatten die Festnahme hart kritisiert. Die EU warnte Thailand davor, grundlegende Rechte zu verletzen. Zivilisten gehörten nicht vor Militärgerichte.

Amnesty: Balkanstaaten misshandeln Flüchtlinge

Flüchtlinge, die über die Westbalkanroute nach Europa kommen wollen, sind nach Angaben von Amnesty International häufig Gewalt ausgesetzt. In Serbien und Mazedonien würden viele Migranten von staatlichen Behörden oder kriminellen Banden misshandelt und erpresst, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Zudem würden Asylsuchende oftmals daran gehindert, in die EU weiterzureisen. Viele aus Libyen kommende Flüchtlinge nutzten derzeit die Route über Griechenland, Mazedonien und Serbien nach Ungarn, um die gefährliche Fahrt über das zentrale Mittelmeer zu umgehen. Amnesty appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Situation der Flüchtlinge auf ihrer Balkan-Reise anzusprechen. Merkel will am Mittwoch und Donnerstag Albanien, Serbien und Bosnien-Herzegowina besuchen.

Senat von South Carolina stimmt für Entfernung des Südstaatenbanners

Als Reaktion auf den Mord an neun afro-amerikanischen Kirchenmitgliedern hat der Senat von South Carolina dafür gestimmt, die umstrittene Konföderierten-Flagge am Kapitol in der Hauptstadt Columbia einzuholen. Die republikanische Gouverneurin Nikki Haley hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, das rot-blaue Banner aus der Zeit des US-Bürgerkrieges entfernen zu lassen. Dafür ist eine Zweidrittelmehrheit in beiden Parlamentskammern erforderlich. Die langjährige Debatte um die Südstaatenflagge ist nach dem Massaker in der mehrheitlich von Schwarzen besuchten Emanuel-Methodistenkirche in Charleston neu entbrannt. Der Täter hatte sich mit der Südstaatenflagge im Internet präsentiert. Die Fahne steht aus Sicht von Kritikern für die Bereitschaft der Südstaaten, in den Bürgerkrieg gegen die nördlichen US-Bundesstaaten (1861-1865) zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können.