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Die Hörfunk-Nachrichten der DW | 17.10.2017 | 12:00

Kurden ziehen aus nordirakischer Stadt Sindschar ab

Im Konflikt mit der Zentralregierung des Irak haben sich die Kurden im Norden aus weiteren Gebieten zurückgezogen. Die Peschmerga-Kämpfer hätten die Stadt Sindschar verlassen, erklärte das kurdische Militär. Dort rückte eine regierungstreue Schiitenmiliz ein. Kurdische Einheiten gaben auch die Ölanlagen Avana und Bai Hassan nordwestlich der Stadt Kirkuk auf. Augenzeugen berichteten, zahlreiche jesidische Familien seien in Richtung der kurdischen Autonomiegebiete geflohen. Die kurdischen Peschmerga hatten die Region Ende 2014 aus der Gewalt der Terrormiliz IS befreit. Auf Sindschar und Kirkuk erheben Kurden und Zentralregierung Anspruch. Die Armee war am Montag in Kirkuk eingerückt. Mit der Militäraktion reagierte Bagdad auf Pläne der Kurden, sich vom Rest des Landes abzuspalten. Wegen der militärischen Eskalation setzte die Bundeswehr die Ausbildungsmission für die Peschmerga-Kämpfer im Nordirak aus. Die EU und die USA riefen beide Seiten zum Gewaltverzicht und Dialog auf.

Viele Tote bei koordinierten Anschlägen in Afghanistan

Der Osten Afghanistans wird von einer Reihe von Anschlägen und Bombenexplosionen erschüttert. Bei einem Anschlag auf ein Ausbildungszentrum der Polizei im Gardes, der Hauptstadt der Provinz Paktia, wurden nach Angaben eines Krankenhauses mindestens 15 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt. Unter den Toten seien "Frauen, Studenten und Polizisten", sagte ein Klinikchef. Ein Selbstmordattentäter hatte nach Angaben des afghanischen Innenministeriums zunächst ein mit Sprengstoff beladenes Auto in der Nähe des Ausbildungszentrums gezündet und damit den Weg für eine Reihe von Angreifern frei gemacht. In der Provinz Ghazni attackierten etwa 300 Taliban-Kämpfer das Verwaltungszentrum des Bezirks Andar. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mindestens 13 Sicherheitskräfte getötet. Zugleich starben bei zwei weiteren Angriffen auf Kontrollposten in der Region mindestens 16 Menschen.

Zwei Drittel der Mädchen in Afghanistan besuchen keine Schule

Zwei Drittel der Mädchen in Afghanistan besuchen nach Angaben von Menschenrechtlern auch 16 Jahre nach dem Ende der Taliban-Herrschaft keine Schule. Die Anstrengungen der afghanischen Regierung sowie der internationalen Geber hätten seit 2001 deutlich nachgelassen, kritisierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HWR). Die Verschlechterung der Sicherheitslage habe zum Rückzug vieler internationaler Hilfskräfte geführt. Der HWR-Bericht führt als Gründe für die Defizite Armut, wachsende Unsicherheit und den schlechten Zustand des Bildungssystems an. Rund 85 Prozent der 3,5 Millionen Kinder, die keine Schule besuchen, seien Mädchen. Zwar erhielten heute Millionen von Mädchen mehr eine Schulausbildung als während der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001. Aber die Fortschritte seien "unvollständig und zerbrechlich". In manchen Landesteilen sinke der Mädchenanteil in Schulen sogar.

US-Militärschlag tötet Dutzende Mitglieder der Terrormiliz IS

Bei einem Militärschlag auf zwei IS-Trainingscamps im Jemen haben US-Streitkräfte Dutzende Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" getötet. Der Einsatz in der Provinz Al-Baida habe die Ausbildung weiterer IS-Kämpfer unterbunden, teilte das Pentagon mit. Das Ministerium gab keine Auskunft zu der Art des Militärschlags. Die Terrormiliz habe die beiden Camps zur Ausbildung von Kämpfern für Terroranschläge mit verschiedenen Waffen wie Maschinengewehren und Raketenwerfern genutzt, hieß es weiter. Der Jemen sei ein zentrales Gebiet für die Rekrutierung, Ausbildung und den Transit von Terroristen, die Anschläge gegen Amerika und seine Verbündeten weltweit planten. Zusammen mit der jemenitischen Regierung unterstützen die US-Streitkräfte dort Anti-Terror-Einsätze gegen die IS-Extremisten sowie gegen Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel.

Nordkorea warnt vor Ausbruch eines Atomkrieges

Nordkoreas stellvertretender UN-Botschafter Kim In Ryong hat vor dem Ausbruch eines Atomkriegs gewarnt. Die Situation in Nordkorea habe einen "sehr riskanten Punkt erreicht", sagte er vor dem UN-Abrüstungsausschuss in New York. Jeden Moment könnte ein Atomkrieg ausbrechen. Kein anderes Land auf der Welt habe "für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung von den USA hinnehmen müssen". Kim In Ryong drohte den USA, dass sie bei einem weiteren Vordringen in den militärischen Einzugsbereich Nordkoreas mit einem Vergeltungsschlag zu rechnen hätten. Nordkorea unterstütze die UN-Bemühungen um eine weltweite nukleare Abrüstung, versicherte er. Am Sonntag hatte US-Außenminister Rex Tillerson bekräftigt, dass sein Land eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm anstrebten. "Diese diplomatischen Bemühungen werden weitergehen, bis die erste Bombe fällt", sagte er. Allerdings hatte US-Präsident Donald Trump Verhandlungen mit Nordkorea wiederholt als sinnlos dargestellt.

Spanische Justiz geht gegen Separatistenführer vor

Die spanische Justiz hat die Anführer zweier Separatistenorganisationen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft Jordi Cuixart von Omnium Cultural und Jordi Sánchez von der katalanischen Nationalversammlung ANC "aufrührerisches Verhalten" vor. Sie sollen bei einer Demonstration am 20. September in Barcelona Demonstranten angespornt haben, Angehörige der spanischen Guardia Civil einzukesseln. Das Oberste Gericht entschied, dass Cuixart und Sánchez für die Dauer der Ermittlungen in Gewahrsam bleiben. Der ebenfalls festgenommene katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero wurde dagegen nach einer Anhörung gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. - Im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens bleiben die Fronten verhärtet. Die Zentralregierung in Madrid stellte Regionalpräsident Carles Puigdemont ein neues Ultimatum. Bis Donnerstag soll er seine Position zur Unabhängigkeit Kataloniens klarstellen.

Katholiken stützen de Maizière-Vorstoß zu muslimischen Feiertagen

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, unterstützt den Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, in Deutschland regional islamische Feiertage einzuführen. In einer multireligiösen Gesellschaft könne "in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde", sagte Sternberg der "Passauer Neuen Presse". Dies geschehe "eher in der Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann". Der Festkalender sei "weder museal noch eine bloße Abfolge arbeitsfreier Tage, sondern Zeichen des Reichtums europäischer Traditionen". De Maizière hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt, in bestimmten Regionen Deutschlands muslimische Feiertage einzuführen. Allerheiligen sei auch nur dort Feiertag, wo viele Katholiken lebten. Grundsätzlich seien die Feiertage in Deutschland aber christlich geprägt. Aus den eigenen Reihen erhielt der CDU-Politiker für den Vorstoß teils heftige Kritik.

Dreitägige Staatstrauer nach Waldbränden in Portugal

In Portugal hat eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer der Waldbrände begonnen. Regierungschef António Luís Santos da Costa bekundete den betroffenen Familien seine Anteilnahme. Nach jüngsten offiziellen Angaben starben mindestens 36 Menschen. Der staatliche Wetterdienst teilte mit, dass sich die Waldbrandgefahr auf der iberischen Halbinsel infolge einer Regenfront und sinkender Temperaturen verringern werde. In der nordwestspanischen Provinz Galicien verloren vier Menschen bei Waldbränden ihr Leben. Neben der monatelangen extremen Dürre sind vermutlich Brandstiftungen für viele Flächenbrände verantwortlich. Allein in Galicien gehen die Behörden von 132 Fällen aus.

Airbus steigt beim kanadischen Flugzeugbauer Bombardier ein

Der europäische Flugzeugbauer Airbus steigt mit einem Mehrheitsanteil in das Mittelstreckenflugzeug-Programm des kanadischen Herstellers Bombardier ein. Das gaben beide Unternehmen bekannt. Die C-Serie mit 100 bis 150 Plätzen vervollständigt das Angebot von Airbus im Mittelstreckensektor, in dem der A320 mit rund 140 Plätzen rangiert. Das Geschäft dürfte nach Angaben der Unternehmen die Herstellungskosten der C-Serie deutlich verringern, zudem könne Bombardier von den weltweiten Vertriebsstrukturen der Europäer profitieren. Hintergrund ist ein Handelsstreit zwischen Bombardier und den US-Behörden. Diese haben dem kanadischen Konzern für den Verkauf der Flugzeuge CS100 und CS300 in die USA eine 80-prozentige Anti-Dumping-Steuer sowie einen Ausgleichszoll von 220 Prozent auferlegt. Der US-Flugzeugbauer Boeing wirft Bombardier vor, die C-Serie mit Hilfe staatlicher Subventionen zu bauen und die Maschinen billig in den USA zu verkaufen.