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Die Hörfunk-Nachrichten der DW | 25.11.2017 | 06:00

Ägyptische Luftwaffe bombardiert nach Anschlag "Terroristen"-Verstecke

Nach dem Anschlag auf eine Moschee hat die ägyptische Luftwaffe nach Armeeangaben Angriffe auf mutmaßliche "Terroristen"-Verstecke geflogen. Dabei seien mehrere Fahrzeuge zerstört worden, die bei dem Anschlag benutzt worden seien, erklärte die Armee. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte zuvor eine "harte Antwort" auf den Anschlag auf der Sinai-Halbinsel angekündigt. Militär und Polizei würden die Opfer mit aller Kraft rächen. Bei einem der schwersten Anschläge in Ägypten seit Jahren starben nach Angaben des Staatsfernsehens mindestens 235 Menschen. 109 Weitere wurden demnach verletzt. Zunächst explodierte eine Bombe in dem Gotteshaus. Als die Gläubigen dann aus dem Gebäude flüchteten, gerieten sie in den Kugelhagel von etwa 40 Bewaffneten. Die Moschee war als Versammlungsort für Sufis bekannt. Der Sufismus ist eine mystische Richtung des Islam. Die Tat reklamierte zunächst niemand für sich. Der Verdacht fiel jedoch auf Extremisten, die Verbindungen zur Extremistenmiliz "Islamischen Staat" (IS) haben. - Die Tat löste weltweit Entsetzen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte Al-Sisi in einem Telegramm, Deutschland werde im Kampf gegen den Terror an der Seite Ägyptens stehen.

Debatte um Fortsetzung der großen Koalition überschattet Juso-Kongress

Die Jusos setzen an diesem Samstag die Diskussion über den künftigen Kurs der SPD fort. Zu dem Bundeskongress des SPD-Parteinachwuchses wird am Nachmittag unter anderem SPD-Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles erwartet. Beim Auftakt des Treffens am Freitagabend hatte die scheidende Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Johanna Uekermann, eine Neuauflage der großen Koalition mit Nachdruck abgelehnt. SPD-Chef Martin Schulz hatte bei dem Treffen seine Bereitschaft zu Gesprächen mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer verteidigt. Allerdings strebe er keine Koalition aus SPD und Union an. Über eine mögliche Regierungsbeteiligung will Schulz die Parteimitglieder abstimmen lassen. Am Sonntag waren die Sondierungen für eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen gescheitert. Seither werden auch in der SPD Stimmen laut, die große Koalition fortzusetzen. Die SPD-Parteispitze hatte dies zunächst ausgeschlossen.

Grüne diskutieren Jamaika-Aus

Die Grünen wollen an diesem Samstag auf einem Bundesparteitag in Berlin die Bundestagswahl und die geplatzten Jamaika-Sondierungen aufarbeiten. Die 14 Mitglieder des Sondierungsteams bekommen Gelegenheit, den rund 850 Delegierten aus ganz Deutschland von den Verhandlungen mit Union und FDP zu berichten. Eigentlich wollte der Parteitag entscheiden, ob die Grünen auf Basis der Sondierungsergebnisse Koalitionsverhandlungen aufnehmen - nach dem Abbruch der Gespräche durch die FDP hat sich das erledigt. Personalentscheidungen werden in Berlin erst einmal keine fallen. Ihren neuen Bundesvorstand wollen die Grünen voraussichtlich Ende Januar wählen.

Entwarnung nach Terror-Panik in London

Die Londoner Polizei hat nach einer Massenpanik in der Innenstadt Entwarnung gegeben. Nach Berichten über Schüsse waren vorübergehend die U-Bahnhöfe Bond Street und Oxford Circus gesperrt worden. Die Polizei schloss einen Terroranschlag zunächst nicht aus, fand jedoch keine Spuren mutmaßlicher Verdächtiger und auch keine Hinweise auf abgegebene Schüsse oder Opfer, wie die Metropolitan Police später mitteilte. Am Abend gab sie Entwarnung und erklärte den Polizeieinsatz für beendet. Die Warnung hatte teils Panik ausgelöst, Augenzeugen berichteten von rennenden und schreienden Menschen. Zur Aufregung scheinen auch Berichte in sozialen Medien beigetragen zu haben. Wegen des weltweiten Schnäppchen-Tages "Black Friday" waren die Geschäfte stark besucht. Der Fehlalarm wurde nach Erkenntnissen der Polizei durch den Streit zweier Männer auf einem U-Bahnsteig ausgelöst.

EU gibt Briten zehn Tage für Brexit-Durchbruch

Die Europäische Union gibt Großbritannien weitere zehn Tage Zeit für Zugeständnisse beim Brexit. Der Start der zweiten Verhandlungsphase Mitte Dezember sei immer noch möglich, erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk nach einem langen Gespräch mit der britischen Premierministerin Theresa May auf Twitter. May äußerte sich wie stets positiv zu den Verhandlungen, nannte aber keine Details. Am 4. Dezember will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit May Bilanz der bisherigen Verhandlungen ziehen. Großbritannien will die EU 2019 verlassen. In den Gesprächen wird seit Monaten um die finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens, die Rechte von EU-Bürgern und die künftige Gestalt der irischen Landgrenze zum britischen Nordirland gestritten. Die EU hatte Großbritannien für neue Angebote ursprünglich eine zweiwöchige Frist gesetzt, die am Freitag ablief.

Macron will Frauen besser vor sexueller Gewalt schützen

Frankreich will Frauen besser vor sexueller Belästigung und Gewalt schützen. Präsident Emmanuel Macron will dazu an diesem Samstag in Paris einen Aktionsplan vorstellen. Im kommenden Jahr solle es beispielsweise ein neues Gesetz geben, um Belästigung auf der Straße zu bestrafen, hieß es aus Élyséekreisen vor der Rede zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Zudem erwägt die Regierung, erstmals ein Schutzalter für einvernehmlichen Sex einzuführen. In Deutschland ist dieses Alter gesetzlich bei 14 Jahren festgelegt, in Frankreich gibt es dazu bisher keine Regelung. - 53 Prozent der Französinnen waren laut einer Umfrage des Instituts Odoxa schon einmal von sexueller Belästigung betroffen.

Selbsternannter Präsident von Luhansk in der Ostukraine soll zurückgetreten sein

Inmitten eines Machtkampfs zwischen den prorussischen Separatisten in der Ostukraine soll der Führer der selbsternannten "Republik Luhansk", Igor Plotnizki, zurückgetreten sein. Er habe "gesundheitliche Gründe" für seinen Schritt genannt, sagte Geheimdienstchef Leonid Pasetschnik laut der Nachrichtenagentur der Separatisten. Bis zu Neuwahlen wird Pasetschnik demnach selbst die Amtsgeschäfte führen. Plotnizki hatte am Montag versucht, seinen Innenminister Igor Kornet zu entlassen. Dieser weigerte sich jedoch, sein Amt niederzulegen und ließ zwei Tage lang hunderte bewaffnete Männer im Zentrum von Luhansk aufmarschieren. Daraufhin warf ihm Plotnizki einen bewaffneten Putschversuch vor. Russischen Medienberichten zufolge traf Plotnizki am Donnerstag in Moskau ein. - Im Osten der Ukraine herrscht seit mehr als drei Jahren ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen der selbsternannten Republiken Luhansk und Donezk. Dabei wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet.