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Politik

Themen der Geberkonferenz für die Flutopfer

In Jakarta wurde über die Koordination und Ausweitung der Hilfe für die Flutgebiete beraten. Soforthilfe ist dabei nur eines von fünf wichtigen Themen.

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Hilfe zur Selbsthilfe ist besonders wichtig


SOFORTHILFE: Die Flutkatastrophe hat international eine riesige Hilfsbereitschaft ausgelöst, aus aller Herren Länder wurden Spenden von jetzt schon mehr als zwei Milliarden Euro zugesagt. Diese Mittel müssten so schnell wie möglich in die dringend benötigte Soforthilfe fließen, sagt die Chefin der UN-Kinderhilfe Children's Fund, Carol Bellamy. Es dürfe jetzt keine Zeit mit weiteren Ankündigungen vergeudet werden, vielmehr müsse auf dem Krisengipfel eine Bestandsaufnahme der zur Verfügung stehenden Mittel gemacht werden. Dringlichste Bedürfnisse vor Ort sind sauberes Wasser, Medikamente, Unterkünfte und Nahrung. Rund zwei Millionen Menschen sind obdachlos und brauchen Hilfe. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 150.000 Menschen in der Katastrophenregion von Seuchen bedroht.

WIEDERAUFBAU: Der wirtschaftliche Schaden, den die Flutwellen neben dem fürchterlichen Verlust an Menschenleben verursacht hat, wird von Experten als relativ 'gering' eingeschätzt. Die Kosten für Versicherungen werden weltweit auf zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar geschätzt, da es in den betroffenen Gebieten praktisch keine Industrie gab. Dennoch müssen vor allem in Indonesien ganze Städte wieder aufgebaut werden. In Thailand und Indien gehen Experten davon aus, dass die Infrastruktur relativ schnell wieder hergestellt werden kann.

FRÜHWARNSYSTEME: Die Konferenzteilnehmer werden auch über die Einrichtung eines Frühwarnsystems im Indischen Ozean beraten, so wie es im Pazifik bereits besteht. Der Aufbau eines solchen Systems gilt als machbar, unsicher ist jedoch, ob es auch wirklich gut funktionieren könnte. Es müsste auf jeden Fall in der ganzen Region Übungen für die Bevölkerungen geben, in einigen Gebieten müssten auch neue Behörden eingesetzt werden, meinen Experten.

SEELSORGE: Während die Opfer derzeit ums blanke Überleben kämpfen, werden sie mittel- und langfristig psychologische Hilfe brauchen, um über die erschütternden Erlebnisse und Verluste hinwegzukommen. Auch hier ist die Zusammenarbeit der Regierungen notwendig, zumal in Ländern wie Indonesien und Sri Lanka die Lage der Bevölkerung durch jahrzehntelange Bürgerkriege bedroht ist. Einige Staaten haben bereits Trauma-Experten in die betroffenen Gebiete geschickt.

OPFERZAHLEN: Auch hier werden die Teilnehmer eine Bestandsaufnahme vornehmen müssen, auch, wenn die Zahl der Tsunami-Toten auch mit den Räum- und Sucharbeiten weiter zu steigen droht. Derzeit liegt die Zahl der Toten schon bei mehr ca. 150.000. Davon starben über 94.000 in Indonesien, mehr als 30.000 in Sri Lanka, fast 16.000 in Indien und über 5200 in Thailand. Nahezu die Hälfte der Toten sind Ausländer. In all diesen Ländern werden noch Tausende vermisst, darunter vor allem in Thailand auch viele Ausländer.