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Pressemitteilungen

„The Bobs“: Preise gehen nach Bangladesch, Mexiko und Syrien

Am Internationalen Tag der Pressefreiheit, 3. Mai, hat die DW die Gewinner der elften Ausgabe ihres Wettbewerbs „The Bobs – Best of Online Activism“ bekannt gegeben: Preise gehen nach Bangladesch, Mexiko und Syrien.

Die 14-köpfige Jury mit prominenten Netz-Aktivisten aus 14 Ländern hat in Berlin die Preisträger des DW-Awards 2015 bestimmt. Neben der Auszeichnung durch die Jury haben Internetnutzer weltweit die Publikumspreise in den 14 Sprachkategorien vergeben.

Die Gewinner von „The Bobs – Best of Online Activism“ 2015:

Social Change: Bonya’s Blog, Bangladesch
Mit Mukto Mona setzt Rafida Bonya Ahmed aus Bangladesch die Arbeit ihres Mannes Avijit Roy nach dessen brutaler Ermordung fort. Ihr Ehemann Roy, ein bekannter Blogger, wurde von unbekannten Angreifern am 26. Februar 2015 in Dhaka niedergestochen und starb an seinen schweren Verletzungen. Das Blog berichtet mit journalistisch kritischer Haltung über säkulare und wissenschaftliche Themen. Fundamentalisten im Land versuchen, das zu verhindern. Sie haben eine Todesliste mit den Namen von 84 Bloggern und Journalisten veröffentlicht, von denen seitdem bereits acht getötet wurden. „Der Preis für Bonya’s Blog lenkt die Aufmerksamkeit auf Blogger, die sehr mutig sind und große Risiken auf sich nehmen“, erklärt Jurymitglied Shahidul Alam aus Bangladesch.

In der Kategorie Social Change wird ein Projekt ausgezeichnet, das die digitalen Möglichkeiten nutzt, um sich für gesellschaftlichen Wandel einzusetzen und zwar entweder durch innovative, benutzerfreundliche Apps oder durch eine umfassende Aufklärung.

Privacy & Security: Rancho Electrónico, Mexiko
Die mexikanische Webseite Rancho Electrónico (zu Deutsch: Elektronische Farm) wird in der Kategorie Privacy & Security ausgezeichnet. Die Macher der Plattform berichten umfassend über die Themen Datenschutz, Verschlüsselung und Überwachung in Mexiko. Darüber hinaus organisieren die Blogger Workshops und Offline-Veranstaltungen, um direkt mit den Nutzern in Kontakt zu treten und eine Community aufzubauen. Ziel der Plattform sei es, die digitale Kluft zu überwinden und die Menschen zu erreichen, so die Jurymitglied Renata Avila.

In der Kategorie Privacy & Security geht es um eine Software-Lösung oder Webseite, die Benutzern hilft ihre Daten und ihre Privatsphäre zu schützen

Logo Zaytoun / The Bobs - Best of Online Activism

“Zaytoun, the little refugee”

Arts & Media: Zaytoun, Syrien
Zaytoun, the little refugee“ (zu Deutsch: Zaytoun, der kleine Flüchtling) wird in der Kategorie Arts and Media gewürdigt. Es handelt sich um ein Projekt, das in Form eines Videospiels auf die Situation der syrischen und palästinensischen Flüchtlinge aufmerksam machen will. Der Nutzer schlüpft dabei in die Rolle eines palästinensischen Jungen, der einen neuen Zufluchtsort sucht, nachdem sein Unterschlupf im Flüchtlingslager Jarmuk vom syrischen Regime zerstört wurde. Die Geschichte von Zaytoun repräsentiert das Leben vieler Flüchtlinge aus den palästinensischen Autonomiegebieten, die ihre Heimat verlassen mussten und nun auch in syrischen Flüchtlingslagern um ihr Leben bangen müssen. „In Syrien gibt es eine der größten humanitären Katastrophen unseres Jahrhunderts und das gilt doppelt und dreifach für palästinensische Flüchtlinge. Zaytoun macht diese Zusammenhänge sichtbar. Wir erfahren zwar viel über Syrien, doch selten hören wir dabei Stimmen von Betroffenen. Der Preis setzt ein Zeichen, dass diese Menschen nicht vergessen sind“, begründet Jury-Mitglied Leila Nachawati die Entscheidung der Jury.

In der Kategorie Arts & Media wird ein Projekt aus Kunst und Kultur gewürdigt, das in herausragender Weise die Mittel der digitalen Kommunikation nutzt, um gesellschaftlich relevante Themen künstlerisch zu interpretieren.

Berlin Demonstration Freilassung Blogger Raif Badawi

Deutsche Welle Freedom of Speech Award an Raif Badawi

Deutsche Welle Freedom of Speech Award
Ende Februar wurde der in diesem Jahr erstmals ausgelobte Deutsche Welle Freedom of Speech Award an den saudischen Blogger Raif Badawi vergeben. Der 31-jährige Blogger Raif Badawi war im Mai 2014 von der saudischen Justiz zu 1.000 Stockschlägen, zehn Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Intendant Peter Limbourg begründet die Wahl mit dem herausragendem Einsatz Raif Badawis für das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung.

Preisverleihung beim Global Media Forum
Die Deutsche Welle hat The Bobs – Best of Online Activism 2004 ins Leben gerufen – mit dem Ziel, den offenen Diskurs im Sinne der Meinungsfreiheit über digitale Medien voranzutreiben und zu bereichern. Die eingereichten Vorschläge spiegeln die vielfältigen Möglichkeiten der Blogosphäre, sich für Meinungsfreiheit einzusetzen und Missstände transparent zu machen.

Die 14-köpfige internationale Jury hatte in einer Vorauswahl 112 Kandidaten nominiert. Mehr als 4.800 Webseiten und Onlineprojekte waren in diesem Jahr eingereicht worden. Die Preisträger werden auf dem Deutsche Welle Global Media Forum am 23. Juni 2015 in Bonn geehrt. Im Blickpunkt steht dann auch der Preisträger des erstmals ausgelobten „Freedom of Speech Awards“ der Deutschen Welle: der saudische Blogger Raif Badawi.

Deutschwortschatz gewinnt "People's Choice for German"
Parallel zur Jury-Entscheidung wurde im Rahmen der Bobs auch Publikumspreise vergeben. Zur Wahl standen Projekte aus 14 Sprachkategorien, insgesamt wurden rund 30.000 Stimmen abgegeben.

In der deutschen Sprachkategorie hat sich das Blog „Deutschwortschatz“ durchgesetzt. Auf dieser Seite tragen die beiden auf Teneriffa lebenden Autoren unter dem Motto „1000 gute Gründe die deutsche Sprache zu lieben“ die schönsten deutschen Wörter zusammen.

Mehr Informationen zu den Gewinnern und zum Wettbewerb sind unter www.thebobs.com zu finden.

In diesem Jahr neu in der Jury sind: Mauricio Santoro (Portugiesisch), Leila Nachawati (Arabisch), Sanam Dolatshahi (Persisch) und Alexander Morozow (Russisch). Weiterhin dabei sind Georgia Popplewell (Englisch), Falk Steiner (Deutsch), Hu Yong (Chinesisch), Erkan Saka (Türkisch), Renata Avila (Spanisch), Florian Ngimbis (Französisch), Oksana Romaniuk (Ukrainisch), Shahidul Alam (Bengalisch), Alissa Wahid (Indonesisch) und Rohini Lakshané (Hindi).

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