The Bobs: Die Gewinner stehen fest | Digitales Leben | DW | 07.05.2013
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Digitales Leben

The Bobs: Die Gewinner stehen fest

Sie sind die besten Online-Aktivisten der Welt – das findet die international besetzte Jury der Bobs. Sie hat mutige und innovative Projekte ausgezeichnet, die für Freiheit, Offenheit und Austausch im Netz stehen.

Most Creative and Original - Me and My Shadow Schlagworte: Bobs 2013 ### Achtung: Nur im Zusammenhang mit der Berichterstattung über diese Website verwenden! ###

Webseiten der diesjährigen Bobsgewinner 2013

China, Indien und Ägypten tun sich zusammen, Russland koaliert mit der Türkei, und Deutschland springt im letzten Moment der Ukraine zur Seite. Es handelt sich dabei nicht um eine turbulente Sitzung der UN-Vollversammlung in New York, sondern um die Beratungen der Bobs-Jury in Berlin. 15 Internetexperten, darunter Aktivisten, Blogger und Wissenschaftler, bestimmen die Gewinner in sechs Kategorien. Nach lebhaften Diskussionen stehen sie fest - ausgewählt aus über 4.200 Einreichungen aus der ganzen Welt.

Best Blog

Der chinesische Buchautor und Kolumnist Li Chengpeng gewinnt den Preis für das beste Blog. In China ist er zur Galionsfigur der Anti-Zensur-Bewegung geworden. Auf der Signiertour für sein neues Buch "Die ganze Welt weiß Bescheid" verboten ihm die Behörden den Mund. Bei seinen "stummen Lesungen" trat Li Chenpeng mit Mundschutz und einem T-Shirt mit dem Aufdruck "Ich liebe euch alle" auf. Das T-Shirt und der Mundschutz sind zu Symbolen des Widerstandes in China geworden – millionenfach nachgeahmt. "Er ist ein Vorbild für die jüngere Generation. Er ermutigt sie, sich einzumischen und gegen Zensur einzustehen", begründet Jury-Mitglied und Blogger Hu Yong die Entscheidung.

Best Social Activism Campaign

Screenshot der Website der marokkanischen Jugendinitiative 475 (Quelle: www.facebook.com/475LeFilm)

Für die Jury ist es die beste Intrenetkampagne 2013: Die Seite der Jugendinitiative 475

Die marokkanische Jugendinitiative 475 erhält für ihren Einsatz für die Rechte vergewaltigter Frauen einen Bob für die beste Internetkampagne. In Marokko kann ein Vergewaltiger laut Gesetz 475 straffrei davonkommen, wenn er sein Opfer heiratet. Die Geschichte von Amina, die 2012 im Alter von 16 Jahren Selbstmord beging, ist Thema des Films "475" und der Social-Media-Kampagne auf Facebook und Flickr. Der Kampf gegen das Gesetz sei auch im Hinblick auf die jüngsten Vergewaltigungsfälle in Indien "ein wichtiges Signal für Aktivisten auf der ganzen Welt, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen", so die Jury.

Best Innovation

Einen Einblick in das Zensurverhalten der chinesischen Regierung zu geben, ist das Ziel des Microblogging-Dienstes FreeWeibo.com. Die Plattform bietet einen zensurfreien Zugang zu SinaWeibo.com, eines der meist genutzten sozialen Netzwerke in China. Dank FreeWibo.com können User nachvollziehen, welche Nachrichten von den Behörden gelöscht werden. Die Jury: "Die systematische Zensur ist eines der größten Probleme im heutigen China. Nur, wenn sie sichtbar gemacht wird, können die Menschen auch etwas dagegen tun."

Reporters Without Borders

Screenshot der Website von Fabbi Kousassi aus Togo (Quelle: fabbikouassi.wordpress.com)

Ein uniformierter Mann tritt einem andenen gegen den Kopf. Eine Szene, wie Fabbi Kousassi sie nicht mehr will

Auch in diesem Jahr zeichnen die Bobs in Zusammenarbeit mit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" Blogs aus, die sich in herausragender Weise für die freie Meinungsäußerung einsetzen. In diesem Jahr gewinnt den Spezial-Preis die junge Bloggerin und Menschenrechtsaktivistin Fabbi Kousassi aus dem westafrikanischen Land Togo. Sie nutzt ihren Blog, um über die extreme Polizeigewalt gegen Journalisten in dem autoritär regierten Land zu berichten. "Fabbi Kousassi verteidigt die Meinungsfreiheit in ihrem Land auf beeindruckende Weise und lenkt damit Aufmerksamkeit auf die prekäre Lage von Journalisten in Togo", begründet Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen" die Entscheidung.

Global Media Forum Award

Die Herausforderungen der globalen Wirtschaft - das ist das Thema des diesjährigen Deutsche Welle Global Media Forums vom 17. bis 19. Juni 2013 in Bonn. Die Bobs widmen sich dem Schwerpunkt mit einer eigenen Kategorie. Durchgesetzt hat sich das Sozialprojekt "Infolady" aus Bangladesh. "Infoladies" sind junge Frauen, die mit dem Fahrrad entlegene und vom Internet abgeschnittene Dörfer besuchen. Ausgerüstet mit Netbooks und Smartphones helfen sie den Bewohnern, Antworten auf Fragen rund um Gesundheit, Landwirtschaft und Entwicklung zu finden. Für die Jury ist es "ein revolutionäres Projekt, das den Ärmsten in Bangladesh lebenswichtige Informationen zur Verfügung stellt."

Most Creative & Original

Die Internationalen Mitglieder der Bobs-Jury 5.5.2013 in der Deutschen Welle Berlin. (Quelle: DW/Jan Röhl)

Sie haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: Die internationale Jury der Bobs 2013

Welche Spuren hinterlassen wir im Internet? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt "Me and My Shadow". Die Webseite bringt Nutzern auf spielerische Weise bei, sich sicher im Internet zu bewegen und gibt praktische Tipps – zum Beispiel für die Veränderung von Browser-Einstellungen. Hinter der Webseite steht die internationale Vereinigung Tactical Technology Collective, die weltweit Menschenrechtsaktivisten im Umgang mit den neusten Netztechnologien schult. Gerade in Staaten, die Überwachung und Zensur betreiben, sei es wichtig, vorsichtig zu sein. "Schließlich geht es in manchen Fällen um Leben oder Tod", stellt Jury-Mitglied Georgia Popplewell aus Trinidad und Tobago fest.

"The Bobs - Best of Online Activism" wurde von der Deutschen Welle 2004 ins Leben gerufen – mit dem Ziel, die Meinungsfreiheit im Internet voranzutreiben und einen offenen Austausch ohne Zensur zu fördern. "Die Bobs sind eine einmalige Plattform, die zeigt, dass es weltweit unter jungen Netznutzern ähnliche Tendenzen gibt", erklärt DW-Chefredakteurin Ute Schaeffer. "Es wird auf Dauer keinen Weg geben, Gesellschaften technisch abzuschotten und ihnen das Recht auf Information zu nehmen."

Neben der Jury konnten auch Internetnutzer an der Bobs-Abstimmung teilnehmen. Die Gewinner der einzelnen Publikumskategorien kann man auf der Webseite der Bobs nachlesen.

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