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Kultur

The American Way of Guggenheim

Dem Vorzeigemuseum der 90er geht es schlecht. Das Guggenheim-Imperium leidet unter einer Post-9/11-Depression - oberflächlich betrachtet.

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Das Guggenheim-Museum in New York

Selbst die Umkleidekabinen sollen Kunst sein, sie sind aus Glas. Auf Knopfdruck wird es undurchsichtig. Nichts hat Rem
Koolhaas im neuen New Yorker Flaggschiff-Kaufhaus der Modefirma Prada dem Zufall überlassen. Nur dass der wichtigste Partner ausstieg, der den Shopping-Palast am Broadway allein schon mit seinem Namen als Kultur-Tempel ausweisen sollte, konnte auch der holländische Star-Architekt nicht verhindern.

Eigentlich wollte der Kunst-Konzern Guggenheim in dem wie eine große Welle gestalteten Teil des Prada-Hauses in SoHo, Artshows veranstalten. Doch Thomas Krens, der in Fachkreisen ebenso beneidete wie beargwöhnte Chef der Guggenheim-Welt, sagte ab.

In dem 150 Sitzplätze-Theater, das Koolhaas eigens in "The Wave" einrichten ließ, werden nun meist Schuhe gezeigt. Gelegentlich werden sie für Tanzdarbietungen, Vorträge oder Filmvorführungen weggeräumt.

Der Ausstieg aus der Partnerschaft mit dem Luxus-Modeshopping hatte für Krens keine künstlerischen, sondern kaufmännische Gründe.

Der Vorreiter des globalen Bündnisses von Kunst und Kommerz, der mit der Ausstellung von BMW-Motorrädern oder Armani-Kleidern nach Meinung von Kritikern die Grenzen zur Produktwerbung überschritt, hat sich übernommen.

Kunst und Kommerz

Das Guggenheim-Prinzip sei am Ende, sagte jüngst der Chef des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe Peter Weibel. Zu schnell sei der private Museumskonzern in den vergangenen Jahren gewachsen, nun fehle es an Geld.

Thomas Krens

Thomas Krens

Erfolgsmanager Krens hatte aus der betulichen Guggenheim-Stiftung einen Welt-Konzern gemacht. Angefangen hatte es mit dem Stammsitz an der Fifth Avenue in New York, einer Filiale in SoHo und die Sammlung Peggy Guggenheim in Venedig.

Es folgte der spektakuläre Museumsbau im spanischen Bilbao, eine Ausstellungshalle in Berlin und zusammen mit der russischen Eremitage das Museum in Las Vegas.

Der Erfolg brachte Neider mit sich. Darf ein Museum ähnlich expandieren wie ein Kaffee- oder Cheeseburger-Filialist?

Die Zeiten haben sich geändert.

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