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Asien

Thaksins Rothemden demonstrieren friedlich

Zehntausende Anhänger von Ex-Ministerpräsident Thaksin haben in Bangkok die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen gefordert. Ministerpräsident Abhisit bekräftigte dagegen, bis Ende seiner Amtszeit regieren zu wollen.

Demonstration (Foto: AP)

Thaksins Anhänger

Friedlich haben am Sonntag (14.03.2010) rund 100.000 Menschen in Bangkok gegen die Regierung demonstriert. Die Demonstranten in den charakteristischen roten Hemden - Anhänger des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra - forderten Neuwahlen. "Wir verlangen, dass die Regierung das Parlament auflöst und die Macht dem Volk zurückgibt", sagte einer der Führer der Protestbewegung, Veera Musikapong.

Rücktritt abgelehnt

Die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva ließ die Demonstranten gewähren. Ein Ultimatum der Opposition, ihre Forderungen bis Sonntagmorgen zu erfüllen, ließ Abhisit aber verstreichen. Eine Auflösung des Parlaments würde nur zu neuen Problemen führen, sagte er am Samstag in einer Radioansprache.

Abhisit hatte wegen der angekündigten Proteste eine Australienreise abgesagt. Rund 50.000 Soldaten und Polizisten waren während der Demonstrationen in Bangkok im Einsatz. Der Protest fiel allerdings kleiner aus als erwartet: Die Organisatoren hatten mit einer Millionen Menschen gerechnet. Die Proteste seien "friedlich und geordnet" verlaufen, sagte Ministerpräsident Abhisit am Sonntag in seiner wöchentlichen Fernsehansprache. "Ich danke den Rothemden, dass sie die Ordnung aufrechterhalten."

Demonstration (Foto: AP)

Friedlicher Protest

Neues Ultimatum

Die Rothemden haben der Regierung nun ein neues Ultimatum gestellt, ihre Forderungen bis Montagmorgen zu erfüllen. Andernfalls werde die Opposition die Regierungszentren mit Menschenmassen lahmlegen. Namentlich genannt wurde die Kaserne des 11. Infanterieregiments, in der sich Ministerpräsident Abhisit seit Tagen aufhält. Wenn der Regierungschef "nicht innerhalb von 24 Stunden reagiert, werden wir einen Spaziergang durch Bangkok beginnen", sagte einer der Organisatoren, Natawut Saikuer.

Die Thaksin-Anhänger werfen Abhisit vor, unrechtmäßig an die Macht gekommen zu sein. Thaksin hat seine Gefolgschaft vor allem unter der verarmten Landbevölkerung. Vor dreieinhalb Jahren wurde er vom Militär gestürzt und flüchtete ins Exil. Ihm wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Sein Nachfolger, der derzeitige Ministerpräsident Abhisit, wurde nie demokratisch gewählt.

Unterdessen hat Thaksin Gerüchte dementiert, er sei aus seinem Exil in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgewiesen worden. Er befinde sich auf einer Europareise, sagte er in einem Telefonanruf bei einem Radiosender der Opposition.

Autor: Dirk Eckert (afp, apn, dpa)

Redaktion: Manfred Böhm

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