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Aktuell Asien

Thailands Tempel-Tiger: Von wegen Schmusekatze!

Es hat sich ausgekuschelt in einem der berühmtesten Tempel Thailands. Dort lebten die größten Raubkatzen der Welt eng mit den Mönchen zusammen, die diese Erfahrung gerne mit Touristen teilten. Doch das war einmal.

Die Bilder aus dem Luangta-Maha-Bua-Tempel machten jahrelang Furore: Touristen, die arglos Tiger streichelten, sich an die Großkatzen kuschelten und sogar kleine Kinder an die gefährlichen Tiere heran ließen. Das alles unter den Augen und mit Billigung der buddhistischen Mönche, die für diesen Nervenkitzel von ihren Besuchern eine Gebühr kassierten.

Nun haben die Behörden dem umstrittenen Geschehen ein Ende bereitet: Gegen den Widerstand der Tempelverwaltung haben Mitarbeiter der thailändischen Naturschutzbehörde zahlreiche Tiger abtransportiert. Im Laufe dieser Woche sollen alle 137 Tiger aus dem Tempel in Kanchanaburi abgeholt werden. Sie sollten in ein nahegelegenes Schutzgebiet gebracht werden.

Tempel-Mitarbeiter ließen zehn der Wildkatzen frei, um ihren den Abtransport zu behindern.

Der bei Besuchern äußerst beliebte Tempel stand seit langem in der Kritik von Tierschützern, die dort keine artgerechte Haltung sahen. Zudem warfen sie den Mönchen immer wieder vor, sich am illegalen Tierhandel zu bereichern. So hätten die Mönche ältere Tiere, die nicht mehr für den "Kuschelzoo" taugten, verkauft, damit diese für die Herstellung traditioneller chinesischer Medizin getötet werden könnten. Der Tempel wies die Vorwürfe stets zurück.

rb/SC (afp, ap, dpa)