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Politik

Thailands Regierung mahnt Militär zur Zurückhaltung

Vor dem Hintergrund wachsender innenpolitischer Spannungen fordert die thailändische Regierung die Armee des Landes zur Zurückhaltung auf. Währenddessen ist Bangkok vom Luftverkehr komplett abgeschnitten.

Demonstranten in Bangkok (Foto AP)

Regierungsgegner blockieren beide Flughäfen Bangkoks

Ein Regierungssprecher sagte im staatlichen Rundfunk, die Armee müsse in den Kasernen bleiben. Er reagierte damit auf Äußerungen von Armeechef Anupong Paojinda. Dieser hatte von Ministerpräsident Somchai Wongsawat verlangt, er müsse das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Obwohl der Armeechef sagte, es handle sich bei seinen Äußerungen nicht um einen Umsturz, kursierten in Bangkok Putschgerüchte. Das Kabinett kam zu einer neuerlichen Krisensitzung in Chiang Mai im Norden des Landes zusammen. Somchai konnte bei der Rückkehr aus Peru am Mittwoch nicht in Bangkok landen, weil der dortige Flughafen von regierungsfeindlichen Demonstranten belagert wurde.

Thailand's Ministerpräsident Somchai Wongsawat (Foto AP)

Mahnt zur Ruhe: Thailand's Ministerpräsident Somchai Wongsawat

Die Demonstranten wollen mit ihren Blockadeaktionen die Regierung zum Rücktritt zwingen. Sie sind Anhänger des Oppositionsbündnisses und sehen in Ministerpräsident Somchai eine Marionette des 2006 vom Militär gestürzten Premierministers Thaksin Shinawatra. Thaksin ist der Schwager Somchais..

Touristen sollen auf Militärstützpunkte

Dort sitzen tausende Reisende den dritten Tag in Folge fest. Nach dem internationalen Flughafen hatten Demonstranten am Mittwoch auch den nationalen Flughafen besetzt. Die thailändische Regierung bringt inzwischen tausende Touristen auf Militärstützpunkten unter. Tourismusminister Weerasak Kohsurat sagte, einige Touristen sollten zum Luftwaffenstützpunkt U-Tapao, rund 140 Kilometer südöstlich von Bangkok, und möglicherweise zum Stützpunkt in Kamphaeng Saen nördlich der Hauptstadt geflogen werden. Die Fluggesellschaft Thai Airways werde die Maschinen zur Verfügung stellen. Der Minister teilte weiter mit, dass erwogen werde, Touristen mit Bussen und Bahnen zu anderen Flughäfen des Landes zu bringen, zum Beispiel in Phuket und Chiang Mai.

Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung heraus

Wartende (Foto: AP)

Endloses Warten auf den nächsten Flug - Touristen in Bangkok

Das Auswärtige Amt riet wegen der politischen Krise von Flügen zum Internationalen Flughafen von Bangkok (Suvarnabhumi) ab. In einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung hieß es, zu Übergriffen und Gefährdungen von Touristen und Ausländern sei es aber noch nicht gekommen. In den nächsten Wochen müsse in Bangkok aber mit weiteren möglicherweise gewaltsamen Demonstrationen gerechnet werden. Diese seien zu meiden, um sich nicht dem Risiko eventueller Sprengstoffanschläge auszusetzen.

Urlaubsregionen noch nicht betroffen

Die Urlaubsgebiete im Süden Thailands seien von der politischen Auseinandersetzung bisher nicht betroffen, erklärte das Auswärtige Amt weiter. In die Urlaubergebiete um Phuket fanden auch weiterhin Direktflüge statt, Flugreisen über Bangkok wurden indessen storniert, wie Deutsche Reiseveranstalter mitteilten. Unter der Telefonnummer +49(0)30-5000600601 hält das Auswärtige Amt in Berlin Informationen für Reisende zu den Unruhen in Thailand bereit. Außenamtssprecher Jens Plötner verwies auch auf die Reisenhinweise im Internet. Grundsätzlich riet Plötner deutschen Reisenden, die sich in Thailand aufhielten oder von dort abfliegen wollten, nicht zum Flughafen zu fahren, sondern sich mit ihrem Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen. (mm)

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