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Aktuell Asien

Thailands Juntachef läßt sich zum Ministerpräsidenten wählen

Drei Monate nach dem Militärputsch in Thailand übernimmt Juntachef Prayuth Chan-ocha die Regierungsgeschäfte. Die vom Militär eingesetzte gesetzgebende Versammlung wählte ihn zum Ministerpräsidenten.

Es gab keinen anderen Kandidaten. Die nächsten Wahlen finden nach Prayuths Reformplan frühestens im Oktober nächsten Jahres statt. Die thailändische Armee hatte nach monatelangen politischen Unruhen mit fast 30 Toten am 22. Mai die Macht in dem südostasiatischen Land übernommen.



Hinter dem heute 60-Jährigen liegt eine lange militärische Karriere. Er war an allen entscheidenden politischen Ereignissen des Landes seit 2006 beteiligt und gehört damit zu den zentralen Figuren der jahrelangen politischen Krise Thailands.

Seit Jahrzehnten im Dienste der Armee

Prayuth stammt aus der Provinz Nakhon Ratchasima in Nordost-Thailand, wo er 1954 geboren wurde. Er machte seinen Abschluss in der Chulachomklao- Militärakademie, die Offiziere auf ihren Dienst in der thailändischen Armee vorbereitet. Als Vorbild der Akademie gilt die US-amerikanische Militärakademie West Point. Nach seinem Abschluss diente Prayuth im 21. Infanterie-Regiment, der Leibgarde der Königin.

Das erklärt auch, warum viele Beobachter Prayuth eine große Sympathie für die Royalisten und die alten Bangkoker Eliten zuschreiben, denen die Streitkräfte traditionell ohnehin nahestehen. Im Gegensatz zu den meisten Armeen der Welt ist die oberste Aufgabe des thailändischen Militärs nämlich nicht die Landesverteidigung, sondern der Schutz der Monarchie.

Wahlen frühestens Ende 2015

Prayuth hat ein Reformprogramm angekündigt. Er will die tiefe Spaltung der Gesellschaft überwinden. Seit der Regierungszeit des 2006 gestürzten Premierministers Thaksin Shinawatra sind Anhänger und Gegner Thaksins verfeindet. Nach seinem Reformfahrplan wird in Thailand frühestens im Oktober 2015 wieder gewählt.

haz/se (rtr, dpa, afp)