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Politik

Thailand versucht noch die "sanfte Methode"

Vor einem möglichen gewaltsamen Vorgehen will die Polizei in Thailand mit den Flughafen-Besetzern verhandeln. Doch an Verhandlungen scheinen die Demonstranten kaum interessiert: Sie geloben einen "Kampf bis zum Tod".

Eine regierungskritische Demonstratin steht Wache an einer Barrikade aus Reifen am internationalen Flughafen Bangkok (Quelle: AP)

Die Demonstranten bereiten sich auf einen möglichen Polizei-Angriff vor

Nach der Verhängung des Ausnahmezustands über die beiden von Regierungsgegnern besetzten Flughäfen in Bangkok hat die thailändische Polizei Verhandlungen mit den Demonstranten angekündigt. Die Polizei bevorzuge einen "sanften Weg", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Bevor man gewaltsam vorgehe, solle verhandelt werden. "Wir sind alle Thailänder", betonte der Sprecher.

Doch ob ein Blutvergießen noch verhindert werden kann, hängt auch von den Demonstranten ab: Diese gelobten einen "Kampf bis zum Tod", sollte die Polizei die Räumung der Flughäfen versuchen. Die Demonstranten würden sich nicht ergeben und seien zum Kampf bereit, sagte ihr Anführer Somsak Kosaisuk.

Barrikaden und Eisenstangen

Demonstranten am belagerten Flughafen (Quelle: AP)

Die Demonstranten demonstrieren Stärke

Die regierungskritischen Demonstranten halten den internationalen sowie einen Inlands-Flughafen in Bangkok seit Dienstag (25.11.) besetzt. Dabei ignorierten sie auch den am Donnerstag über die Airports verhängten Ausnahmezustand, durch den ihre Aktion illegal wurde.

Stattdessen bauten sie an dem seit Dienstag lahmgelegten internationalen Flughafen Barrikaden aus Gepäckwagen auf, um eine Erstürmung durch die Polizei zu verhindern, berichteten Augenzeugen. Mit Eisenstangen bewaffnete Regierungsgegner wurden zur Bewachung der Eingänge abgestellt.

Opposition ohne Mehrheit

Die Anhänger der außerparlamentarischen Opposition PAD fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Somchai Wongsawat und werfen ihm vor, lediglich eine Marionette des gestürzten und ins Exil geflüchteten Ex-Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra zu sein. Die demokratisch gewählte Regierung unter Somchai wird vor allem von den armen Massen unterstützt.

Nach allen Umfragen hätten die PAD an der Wahlurne keine Chance: Die Regierungspartei würde erneut stärkste Partei. Die PAD will deshalb das Regierungssystem ändern und die Abgeordneten im Parlament größtenteils ernennen lassen.

"Spannungen" zwischen Armee und Regierung?

Somchai hält eine Kabinettssitzung in Chiang Mai ab

Thailands Premier Somchai hält sich in Chiang Mai verschanzt

Ministerpräsident Somchai lehnt eine Rückkehr in die Hauptstadt Bangkok weiterhin ab. Er will bis auf Weiteres im Norden des Landes, in Chiang Mai, bleiben. Chiang Mai ist eine Hochburg des Regierungslagers und die Heimatstadt von Somchais Vorgänger Thaksin.

Somchai begründete sein Fernbleiben der Hauptstadt mit "Spannungen" zwischen Armee und Regierung. Zwar hat sich Heereschef General Anupong Paochinda in dem politischen Konflikt bisher neutral verhalten.

Doch Beobachter halten einen Militärputsch nach wie vor für nicht ausgeschlossen. Sie werteten auch die nun angekündigte "sanfte" Vorgehensweise der Polizei als Zeichen dafür, dass Somchai bei einer härteren Gangart nicht die Unterstützung des Militärs und der Sicherheitskräfte hätte. (ag)

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