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Aktuell Asien

Thailändischer Armeechef droht mit Militäreinsatz

Das Miltär in Thailand könnte demnächst in der seit Monaten anhaltenden Krise eingreifen. Die Lage in der Hauptstadt hat sich derweil erneut verschärft. Unbekannte griffen das Protestlager der Regierungsgegner an.

Der Armeechef Prayuth Chan-Ocha drohte mit einem Militäreinsatz, für den Fall dass die Gewalt nicht aufhöre, wie der staatliche Sender MCOT berichtete. Die Armee werde einschreiten müssen, um "Frieden und Ordnung" wiederherzustellen, erklärte Chan-Ocha in einer entsprechenden Stellungsnahme.

Zuvor hatten Unbekannte um drei Uhr Morgens (Lokalzeit) zwei Granaten auf das Protestlager der Regierungsgegner in Bangkok geworfen. Dabei wurden drei Personen getötet und mindestens 20 verletzt, wie Regierungsstellen und Polizei in der thailändischen Hauptstadt mitteilten.

Drei Tote

Augenzeugenberichten zufolge sollen die Täter, die auch mit Gewehren bewaffnet waren, von der Ladefläche eines Kleinlastwagens aus das Feuer auf die schlafenden Regierungsgegner eröffnet haben. Der Angriff ereignete sich nahe des Demokratie-Denkmals in der Hauptstadt. Zwei Personen waren nach dem Angriff sofort tot.

Wer hinter dem Angriff steckt blieb zunächst unklar. Der Verdacht fiel auf gewaltbereite Anhänger der "Rothemden", die zu den Regierungsanhängern gezählt werden. Sie unterstützen die Politikerin Yingluck Shinawatra.

Bangkok Attentat 15. Mai 2014

Das Demokratie-Denkmals in Bangkok, Schauplatz des Angriffs

Rothemden drohen mit Bürgerkrieg

Es wird befürchtet, dass der Vorfall eine Gewalteskalation in Thailand auslösen könnte. Bereits kurz nach dem Angriff störten Regierungskritiker ein Treffen des amtierenden Regierungschefs mit der Wahlkommission. Ministerpräsident Niwattamrong Boonsongphaisan musste vom Luftwaffenstützpunkt fliehen, nachdem die Demonstranten das Gelände gestürmt hatten. Dort war Niwattamrong mit der Wahlkommission zusammengekommen, um über die Machbarkeit der Parlamentswahlen am 20. Juli zu diskutieren. Die Wahlkommission forderte eine Verschiebung der für Juli geplanten Parlamentswahl.

Seit Monaten demonstriert die Opposition gegen die Regierung der ehemaligen Premierministerin Shinawatra, die nach einem jüngsten Urteil des Verfassungegericht wegen Machtmissbrauchs des Amtes enthoben wurde. Bei den bisherigen Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und -anhängern sind mittlerweile mindestens 27 Personen getötet und Hunderte verletzt worden. Bisher hatte sich die Armee, die seit dem Jahr 1932 bereits 18 Mal putschte oder dies versuchte, bislang weitgehend aus dem Konflikt zurückgehalten.

Die Opposition hat sich indes mit der Absetzung Shinawatras nicht zufrieden gegeben und mobilisierte ihre Anhänger für einen "letzten Kampf", um die amtierende Regierung der Puea-Thai-Partei zu stürzen. Der Senat soll demnach durch eine nichtgewählte "Volksregierung" ersetzt werden. Yinglucks "Rothemden" haben mit einem Bürgerkrieg gedroht, sollte die Regierung zu Fall gebracht werden.

zam/pg (afp, dpa, rtr)