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Aktuell Asien

Textilarbeiter in Bangladesch fordern höheren Mindestlohn

Sie gehören zu den am schlechtesten bezahlten Beschäftigten. Doch die Textilarbeiter in Bangladesch begehren nun gegen ihren Lohn auf. Ihre Forderung treibt sie auf die Straße - wo sie mit der Polizei zusammenstoßen.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Bangladesch zwischen streikenden Textilarbeitern und der Polizei nehmen zu. Bei Straßenschlachten in Gazipur und Savar wurden am Mittwoch mindestens 70 Menschen verletzt. Auch am Dienstag war es am Rande der Hauptstadt Dhaka zu Demonstrationen gekommen, an denen zehntausende Personen teilnahmen. Die Demonstranten blockierten eine wichtige Durchgangsstraße und warfen an drei Stellen mit Steinen, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein, lokalen Medien zufolge wurden zahlreiche Menschen verletzt. Ungefähr 200 Textilfabriken sind aus Angst vor Übergriffen geschlossen worden.

Die streikenden Textilarbeiter fordern einen höheren Mindestlohn, und zwar ihn Höhe von 8114 Taka monatlich. Das sind ungerechnet 75 Euro. Derzeit erhalten die Mitarbeiter 3000 Taka (28 Euro), der Lohn soll aber nach einem Vorschlag von Arbeitergebern, Gewerkschaften und Regierungsvertretern auf 5300 Taka angehoben werden (ungefähr 49 Euro). Der Vorschlag datiert von vergangener Woche. Doch das lehnen die Textilarbeiter ab.

Mit ihrer Forderung nach einem höheren Mindestlohn wollen die Textilarbeiter die Inflation ausgleichen. Sie gehören zu den am niedrigsten bezahlten Arbeitern der Welt. Doch der Verband der Hersteller und Exporteure kritisiert die Forderung als zu hoch. Gewerkschaftsvertreter halten dagegen, dass der derzeitige Mindestlohn nicht für ein würdevolles Leben ausreiche.

Hinzu kommen die gefährlichen Arbeitsbedingungen: Im November 2012 waren bei einem Brand in einer Textilfabrik mehr als 112 Menschen ums Leben gekommen. Dies hätte vermieden werden können - wenn die Fabrikbesitzer Sicherheitsstandards eingehalten hätten.

zam/sti (epd, afp)