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Top-Thema – Podcast

Teures Geld für schwarze Tickets

Die Fifa hat sich große Mühe damit gemacht, dass niemand Nepp mit WM-Tickets treibt. Trotzdem stehen immer mehr Schwarzhändler vor den Stadien. Sogar ein Fifa-Funktionär wurde beim illegalen Kartenverkauf ertappt.

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Beliebte Schwarzmarktartikel: WM-Karten

Viele Fußball-Fans versuchen es auf die letzte Minute und wollen noch am Stadion WM-Karten ergattern. Um zu weltmeisterlichen Spielen ins Stadion zu kommen, zahlen die Suchenden allerdings mächtig drauf. Im Vorverkauf kosteten die Karten 45 bis 100 Euro. Schwarzmarkthändler verlangen oft 200 bis 500 Euro, für manche Spiele wie die Partie England-Paraguay in Frankfurt sogar 1450 Euro. Bei Tickets für das WM-Endspiel am 9. Juli in Berlin soll der Schwarzmarktpreis stolze 5900 Euro betragen.

Der Schwarzmarkt ist längst ein professionell organisiertes Geschäft geworden. Fahrräder und Handys gehören zur Ausrüstung der Händler, die - derart vernetzt - das Terrain um das Stadion weiträumig kontrollieren. Die Polizei und der Fußball-Weltverband Fifa haben angekündigt, den Handel mit Eintrittskarten zu überprüfen.

Rein rechtlich ist der Weiterverkauf von Tickets nicht verboten. Trotzdem: "Wir können nur davor warnen, auf dem Schwarzmarkt Tickets zu kaufen", betont Stephan Eiermann, ein Sprecher des deutschen Fifa-Organisationskomitees (OK). Durch die Personalisierung der Karten "konnten wir den Schwarzhandel zwar schon ganz gut eindämmen". Aber es sei eben nicht möglich, jeden einzelnen zu kontrollieren. Und das hat sich bei den Händlern offenbar herumgesprochen. Wer nicht reinkommt, hat dagegen viel Geld in den Sand gesetzt.

Pro Spiel werden 500 bis 1.000 Besucher kontrolliert, ob sie
tatsächlich die ursprünglichen Käufer der Tickets sind. Die
Karteninhaber sind beim OK registriert. Aber auch diejenigen Fans, die bei einer Stichprobe negativ auffallen, weil ihr Name nicht mit dem auf der Karte übereinstimmt, haben noch eine Chance auf Einlass ins Stadion. Sie können sich an so genannten Clearing Points mit ihrem Ausweis und Namen registrieren lassen.

GLOSSAR:

mit etwas Nepp treiben – etwas missbrauchen; etwas Illegales mit etwas machen

ertappen – erwischen

auf die letzte Minute – ganz kurzfristig

ergattern – kaufen, bekommen, besorgen

Suchenden, die – hier: Leute, die WM-Karten kaufen wollen

mächtig drauf zahlen – mehr Geld für etwas bezahlen

Schwarzmarkthändler, der – Leute, die illegal Karten verkaufen

betragen – liegen bei, kosten

Schwarzmarkt, der – illegales Geschäft (hier: für WM-Karten)

Ausrüstung, die – die Ausstattung

derart vernetzt – die Händler sind durch ihre Ausrüstung sehr gut in der Lage miteinander zu kommunizieren

Terrain, das – die Umgebung, das Gelände

überprüfen – kontrollieren

rein rechtlich – vom Gesetz her

warnen – abraten, den Rat geben etwas nicht zu tun

die Personalisierung der Karten – der Name des Käufers ist auf der Karte vermerkt

den Schwarzhandel eindämmen – den Handel kontrollieren, im Griff haben, klein halten

offenbar – anscheinend, offensichtlich

Geld in den Sand setzen – Redewendung: Geld umsonst ausgeben

tatsächlich – wirklich

ursprüngliche Käufer, der – der eigentliche, der erste Käufer

beim OK registriert – beim Organisationskomitee gemeldet

Stichprobe, die – zufällige Kontrolle

der Name stimmt nicht überein – der Name ist nicht derselbe

Clearing Points, die – Kontrollstellen der FIFA, an denen man sich registrieren lassen kann

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