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Fokus Osteuropa

Teurer Zahlungsverkehr zwischen Serbien und Montenegro

Serbien ist für Montenegro ein wichtiger Handelspartner. Belastet wird die Kooperation indes durch hohe Gebühren für den Zahlungsverkehr. Nun mehren sich die Stimmen nach einer Erleichterung dieser Transaktionen.

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Banken fordern hohe Provisionen

Der Zahlungsverkehr zwischen Serbien und Montenegro wird seit Jahren über Korrespondenzbanken im Ausland abgewickelt. Dies ist teuer und verkompliziert die Transaktion unnötig, so die Einschätzung von Geschäfts- und Fachleuten. Serbien ist für Montenegro ein wichtiger Außenhandelspartner, schließlich entfallen 30 Prozent des gesamten montenegrinischen Außenhandels auf Serbien.

Nach der Unabhängigkeit Montenegros 2006 ist das Außenhandelsvolumen zwischen beiden Ländern weiter gestiegen. Die zuständigen Behörden konnten sich indes nicht darauf einigen, die Transaktionen zu beschleunigen und zu vereinfachen. Die Zeche dafür zahlen die Geschäftsleute. Ausländische Banken sind dagegen die großen Nutznießer wegen der hohen Provisionen, die sie erhalten. Zvezdana Olujic, Vertreterin des montenegrinischen Unternehmerverbandes, sagte dazu in einem Interview mit DW-RADIO: "Es sind die hohen Kosten, die sowohl montenegrinische als auch serbische Geschäftsleute belasten und vornehmlich den ausländischen Banken Nutzen bringen", so Olujic.

Negative Auswirkungen auf die Wirtschaft

Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten gibt es keinen Hinderungsgrund dafür, dass der Zahlungsverkehr zwischen beiden Staaten verbessert wird, insbesondere weil die montenegrinische Währung, der Euro, auch in Serbien zu kaufen und der Dinarkurs ziemlich stabil ist. Der montenegrinische Analyst Predrad Drecun glaubt deshalb, politische Bedenken seien der Grund dafür, dass die Probleme im Zahlungsverkehr nicht gelöst würden: "Diese unnötig hohen Kosten könnten auch Ausdruck der bei bestimmten politischen Strukturen in Montenegro herrschenden Furcht vor einer Annäherung oder Schaffung einer Einheit mit Serbien in irgendeinem Bereich sein".

Die Zentralbank von Montenegro hofft unterdessen, dass das Problem beim Zahlungsverkehr bald gelöst wird, nicht nur mit Serbien, sondern auch mit den übrigen Ländern der Region. Die Pressesprecherin der Zentralbank, Radica Zekovic, sagte DW-RADIO, es gebe bereits Initiativen, um dieses Problem auf regionaler Ebene zu regeln.

Der direkte Zahlungsverkehr zwischen Serbien und Montenegro war bereits in der Zeit der gemeinsamen Staatenunion unterbrochen worden. Damals hatte Montenegro zunächst die Deutsche Mark und dann den Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt.

Vesna Rajkovic, Podgorica
DW-RADIO/Serbisch, 7.8.2007, Fokus Ost-Südost