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Politik & Gesellschaft

Testphase der Körperscanner abgeschlossen

Nach abgeschlossenem Probebetrieb wurden zwei Körperscanner am Hamburger Flughafen wieder abgebaut. Ergebnisse der Tests folgen in ein paar Wochen. Die Polizeigewerkschaft fordert schon jetzt den Verzicht auf die Geräte.

Abbildung eines Körperscanners (Foto:ap).

Auch in Manchester wurden Körperscanner getestet.

Rund zehn Monate standen die Körperscanner auf dem Hamburger Flughafen, am Montag (01.08.2011) wurden die beiden Geräte nach Abschluss der Testphase abgebaut. In diesem Zeitraum haben sich fast 800 000 Passagiere freiwillig durchscannen lassen. Laut der Zeitung "Welt am Sonntag" seien die Körperscanner in der Testphase durchgefallen. Das Innenministerium weist diese Berichte jedoch zurück.

Gewerkschaft der Polizei fordert Verzicht

Bernhard Witthaut (Foto:dpa/lbn).

GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut fordert den Verzicht auf Scanner.

"Der Praxistest in Hamburg hat gezeigt, dass die Kösperscanner derzeit nicht für den flächendeckenden Einsatz taugen", erklärt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Bernhard Witthaut. Die "Welt am Sonntag" bezog sich auf einen vertraulichen Bericht der Bundespolizei, wonach das Testergebnis negativ ausgefallen ist. Rund 70 Prozent der Kontrollen hätten Alarm ausgelöst und somit eine Nachkontrolle notwendig gemacht.

Schon während der Testläufe unter Laborbedingungen habe es oft Fehlalarme gegeben. Kritiker der Geräte bemängelten zudem, dass durch den Einsatz der Scanner die Kontrollen tendeziell länger dauern und es vor allem im Hochbetrieb auf den Flughäfen zu Staus vor dem Sicherheitsbereich kommen könne.

Mehr Sicherheit

Die Körperscanner arbeiten nach einem anderen technischem Prinzip als die üblichen Metalldetektoren und können deshalb beispielsweise Keramikmesser oder am Körper getragene Sprengstoffe aufspüren. "Der Sicherheitsgewinn ist damit eindeutig", sagt der Sicherheitsexperte am Fraunhofer-Institut, Professor Klaus Thoma. Holger Kraft vom Flughafenverband ADV erklärt allerdings, dass nicht allein der Körperscanner wichtig sei, sondern die Gesamtkapazität der Kontrollstelle, also auch die Überprüfung des Gepäcks.

Diskussion geht weiter

Peter Schaar (Foto:dpa).

Bundesbeauftragter für den Datenschutz, Peter Schaar.

Schon vor der Einführung der Körperscanner im September 2010 hatte es in Deutschland eine hitzige Debatte über die Privatsphäre von Fluggästen gegeben. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, nannte die strikte Einhaltung der Persönlichkeitsrechte als Voraussetzung für den Einatz der Körperscanner. Betroffen sind hier beispielweise Menschen, die medizinische Hilfsmittel bei sich führen. Solche Bilder dürfen ausschliesslich dem Personal sichtbar sein.

Auch nach der aktuell beendeten Testphase kann noch keine eindeutige Antwort nach dem endgültigen Einsatz der Scanner gegeben werden. Nach Angaben des Innenministeriums beginnen nun die Auswertungen der Testphase. Das kann ein paar Wochen dauern.

Autorin: Milena Furman (dpa, dapd)
Redaktion: Sabine Faber

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