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Politik

Testlauf für US-Wahlkampf

Der Irakkrieg war das bestimmende Thema eines TV-Duells, bei dem die aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten um Stimmen warben. Plötzlich wollte keiner mehr für den Krieg Verantwortung übernehmen.

Senatorin Hillary Clinton, Foto: AP

Bereut ihre Zustimmung zum Irakkrieg: Hillary Clinton

Mike Gravel, Christopher Dodd, John Edwards, Hillary Clinton, Barack Obama, Bill Richardson, Joseph Biden, Dennis Kucinich (AP Photo/Charles Krupa)

Mike Gravel, Christopher Dodd, John Edwards, Hillary Clinton, Barack Obama, Bill Richardson, Joseph Biden, Dennis Kucinich

Die aussichtsreichsten Bewerber der US-Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur haben sich in einer Fernsehdebatte heftig über den Irak-Krieg gestritten. Der frühere Senator von North Carolina, John Edwards, kritisierte die Senatoren Barack Obama und Hillary Clinton bei der am Sonntag (3.6.) in Manchester im US-Bundesstaat New Hampshire ausgetragenen Debatte dafür, dass sie unlängst im Senat gegen einen Irak-Kriegsetat ohne Abzugstermin stimmten, ohne vorher öffentlich ihre Haltung klar zu machen. "Sie sind still zur Abstimmung gegangen und haben richtig votiert. Aber es gibt einen Unterschied zwischen politischer Führung und Gesetzeserlässen", sagte Edwards.

Senator Barack Obama bei einer Wahlkampfveranstaltung in Denver, Foto: AP

Barack: 'John, Du bist zu spät!'

Obama warf Edwards dagegen vor, 2002 als Senator für den Irak-Krieg gestimmt zu haben: "John, du bist viereinhalb Jahr zu spät, um in dieser Frage eine Führungsrolle zu übernehmen", sagte Obama, der damals noch nicht im Senat war, sich aber gegen eine Zustimmung zum Irakkrieg ausgesprochen hatte.

Diffuse Pläne

Clinton, die als Senatorin 2002 für den Krieg gestimmt hatte und danach ihre Meinung änderte, beharrte bei der Debatte abermals darauf, dass sie damals nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Sie lenkte die Debatte auf ihre Forderung nach einem Truppenabzug und auf die Verantwortung von US-Präsident George W. Bush: "Dies ist George Bushs Krieg. Er ist verantwortlich für diesen Krieg, er hat ihn begonnen, er hat ihn schlecht geführt, er hat ihn eskalieren lassen, und er weigert sich, ihn zu beenden." Die ehemalige First Lady verwies auf ihren Einsatz im Kongress für ein Ende des Irak-Kriegs.

Senatorin Hillary Clinton, Foto: AP

Will nicht nur First Lady gewesen sein: Hillary Clinton

Obama, der als schärfster Konkurrent Hillary Clintons gilt, befürwortete ebenfalls einen baldigen Rückzug. Statt dessen sollten die Truppen in Afghanistan eingesetzt werden, um dort gegen das Terrornetz El Kaida zu bekämpfen, forderte er.

Erster Testlauf

An der Debatte nahmen alle acht demokratischen Bewerber um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2008 teil. Die Republikaner werden am Dienstag (5.6.) in New Hampshire bei einer TV-Debatte gegeneinander antreten.

In dem kleinen Bundesstaat New Hampshire an der US-Ostküste findet traditionell die erste Vorabstimmung vor der Präsidentschaftswahl statt, diesmal Anfang 2008. Dabei stimmen eingetragene Parteimitglieder über ihren Wunschkandidaten ab. Wer in New Hampshire gewinnt, wird zwar längst nicht immer Präsidentschaftskandidat. Wer dort aber besonders schlecht abschneidet, kann sich meist nicht mehr davon erholen und hat Probleme, sich Spenden für den weiteren Wahlkampf zu sichern.

In einer Meinungsumfrage im Auftrag von "Washington Post" und "ABC News" liegt die ehemalige First Lady mit 42 Prozent Zustimmung klar an der Spitze der demokratischen Kandidaten. Danach folgen Obama mit 27 und Edwards mit elf Prozent. (ina)

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