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Test - Syrische Aufständische werden mutiger

In Syrien rückt der Aufstand immer näher an die Hauptstadt heran. Erneut lieferten sich Armee und Deserteure heftige Gefechte in den Außenbezirken von Damaskus. In der Provinz Homs wurde eine Gaspipeline gesprengt.

Black smoke is seen from Homs refinery February 15, 2012. An explosion hit a major oil pipeline feeding a refinery in Homs, sending a large plume of smoke rising into the sky, witnesses said. The blast hit the pipeline near a district being shelled by government troops, they said. REUTERS/Handout (SYRIA - Tags: CIVIL UNREST POLITICS BUSINESS ENERGY TPX IMAGES OF THE DAY) FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS

Schwerer Treffer: Eine Eplosion hat die Pipeline bei Homs beschädigt

Die militärischen Konfrontationen in Syrien ähneln zunehmend einem Katz- und Mausspiel. Erst besetzen Verbände der Deserteure Viertel in den Vororten der Hauptstadt Damaskus, dann ziehen sie sich zurück, sobald die Armee Verstärkung schickt. Nach Angaben von Augenzeugen gab es in der Nacht zum Montag heftige Schießereien zwischen Regierungstruppen und Aufständischen nur acht Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die Regierung habe daraufhin loyale Einheiten in den Vororten stationiert. Die so genannte Freie Syrische Armee habe sich aus taktischen Gründen zurückgezogen, sagte ein Regierungsgegner.

Mindestens neun Menschen wurden nach Angaben von Aktivisten bei den Kämpfen getötet. Regimekritiker berichten weiter, die Straße zum internationalen Flughafen sei vorübergehend blockiert worden, als Mitglieder des syrischen Geheimdienstes zur Opposition überliefen. Danach hätten regimetreue Truppen die Kontrolle über die Straße zurückgewonnen.

A handout photograph made available by the Local Coordination Committees in Syria on Tuesday, 15 February 2012 shows a tank of the Syrian army in a suburb of Damascus, capital of Syria. The United Nations General Assembly is set this week to vote on a resolution condemning the Syrian government's repression of the opposition. The assembly is expected to convene on Thursday or Friday, according to a diplomatic source. Photo: LOCAL COORDINATION COMMITTEES LCC/HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE. **DPA IS USING THIS IMAGE FOM AN ALTERNATIVE SOURCE, THEREFORE DPA COULD NOT CONFIRM THE EXACT DATE AND SOURCE OF THE IMAGE** HANDOUT - EDITORIAL USE ONLY +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein syrischer Panzer wartet am Stadtrand von Damaskus auf den Einsatz

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete am Montag, eine "Terroristengruppe habe eine Gaspipeline zerstört, die Gas aus der zentralsyrischen Provinz Homs an die Grenze zum Libanon transportiert. Die Sabotageaktion habe bei der Stadt Tal Kalakh stattgefunden. Durch das Leck seien 460.000 Kubikmeter Gas ausgetreten.

Neue Gewaltwelle mit vielen Opfern

A handout photograph made available by the Local Coordination Committees in Syria on Tuesday, 15 February 2012 shows a tank of the Syrian army in a suburb of Damascus, capital of Syria. The United Nations General Assembly is set this week to vote on a resolution condemning the Syrian government's repression of the opposition. The assembly is expected to convene on Thursday or Friday, according to a diplomatic source. Photo: LOCAL COORDINATION COMMITTEES LCC/HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE. **DPA IS USING THIS IMAGE FOM AN ALTERNATIVE SOURCE, THEREFORE DPA COULD NOT CONFIRM THE EXACT DATE AND SOURCE OF THE IMAGE** HANDOUT - EDITORIAL USE ONLY

Ein syrischer Panzer wartet am Stadtrand von Damaskus auf den Einsatz

Kurz nach dem Abbruch der Beobachtermission der Arabischen Liga hat sich die Gewalt in Syrien massiv verschärft. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Sonntag 66 Menschen beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte und bei heftigen Gefechten getötet. Allein in den Provinzen Idleb im Nordwesten des Landes, in Deraa im Süden sowie in den Protesthochburgen Homs und Hama seien 26 Zivilisten getötet worden.

Der Kommandeur Mahr Nueimi von der aufständischen Freien Syrischen Armee, die nach eigenen Angaben inzwischen rund 40.000 Soldaten zählt, und der Chef der in London ansässigen Beobachterstelle, Rami Abdel Rahman, berichteten am Sonntag übereinstimmend von schweren Gefechten nur wenige Kilometer vor der Hauptstadt Damaskus. Nach ihren Angaben waren es die heftigsten Auseinandersetzungen seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad vor mehr als zehn Monaten.

Laut Nueimi, der sich in der Türkei aufhält, ging die Armee zudem mit schwerer Artillerie gegen mehrere Orte der Provinz Damaskus vor. Vor allem die Einwohner der Stadt Rankus seien einer regelrechten Strafkampagne ausgesetzt, weil sie desertierten Soldaten Unterschlupf gewährt hätten. Ein Aktivist berichtete aus Rankus, die Armee habe die Stadt eingekesselt. Heckenschützen hätten sich auf Häuserdächern verschanzt und zielten wahllos auf Passanten. Nach Angaben Nueimis erhält die Freie Syrische Armee täglich neuen Zulauf von Deserteuren. Von unabhängiger Seite lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Arabische Liga zieht Beobachter ab

A Free Syrian Army fighter runs as Syrian Army advances towards the town of Sarmin, north of Syria, Monday, Feb. 27, 2012. European Union foreign ministers said Monday they were increasingly appalled by the Syrian government's ruthless campaign of repression against civilians, and imposed new sanctions in hopes of pressuring the regime to change course. (Foto:Rodrigo Abd/AP/dapd)

Ein syrischer Rebell bringt sich vor der Armee in Sicherheit

Angesichts der anhaltenden Gewalt hatte die Arabische Liga am Samstag ihre Beobachtermission in dem Land ausgesetzt. Der Generalsekretär des Staatenbundes, Nabil al-Arabi, machte Damaskus dafür verantwortlich. Die syrische Regierung habe sich für eine "Eskalation" der Gewalt entschieden. Dennoch setzt sich die Liga weiterhin für eine friedliche Lösung und Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition ein.

Die 165 Beobachter der Arabischen Liga waren Ende Dezember nach Syrien geschickt worden, um die Umsetzung eines Plans zur Beilegung der Krise zu überwachen. Sie waren in ihrer Arbeit jedoch massiv behindert und teilweise selbst angegriffen worden. Am Montagabend soll der Generalsekretär der Liga in New York beim UN-Sicherheitsrat über den Konflikt in Syrien referieren.

Autor: Reinhard Kleber (dpa, afp, dapd, rtr)
Redaktion: Nicole Scherschun