Tesla und seine jüngste Ankündigung | Wirtschaft | DW | 06.06.2018
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Autoindustrie

Tesla und seine jüngste Ankündigung

Von seinen Anhängern wird er angehimmelt, von Kritikern als Hochstapler bezeichnet - aber die Aktionäre stehen zu Tesla-Gründer Elon Musk. Der kündigte jetzt den Bau der ersten Fabrik außerhalb der USA an: in Schanghai.

Wenn Elon Musk wie am Dienstag (Ortszeit) vor den Aktionären in San Francisco eine neue Fabrik in Aussicht stellt, dann ist es gleich eine "Gigafabrik". Und die Gespräche darüber mit den chinesischen Behörden liefen, so Musk, "großartig". Details über das Werk in Schanghai gab es noch nicht, aber die sollen bald folgen.

Folgen sollen auch weitere solcher "Gigafabriken". Er hoffe, bis Jahresende den Ort für eine solche "Gigafabrik" in Europa festlegen zu können, sagte Musk. Langfristig strebt Tesla dem Chef zufolge weltweit zehn bis zwölf solcher Werke an. Damit der Konzern bezahlbare Autos herstellen könne, so Musk, sei es "wichtig die Produktion mindestens auf die Kontinent-Ebene" zu bringen. Vor Jahren hatte sich schon einmal Portugal Hoffnungen auf eine solche Fabrik gemacht .

USA Utah - Tesla Model S nach Crash (Reuters/South Jordan Police Department)

Tesla-Limousine nach Unfall

Stolpernder Hoffnungsträger

In den vergangenen Monaten hatten Musk und Tesla mit etlichen negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Unfälle mit dem Fahrassistenzprogramm "Autopilot" sorgten wiederholt für Aufsehen, Probleme bereitet aber vor allem der stockende Start der Serienfertigung des Hoffnungsträgers Model 3. Auch am Finanzmarkt, wo es lange für Tesla nur bergauf ging, sieht es nicht mehr so gut aus - die Tesla-Aktie ist im Jahresvergleich um 17 Prozent gesunken.

Ein Antrag auf der Aktionärsversammlung von Tesla, die Macht des Gründers zu beschneiden, fand aber keine Mehrheit. Musk bleibt gleichzeitig an der Spitze von Verwaltungsrat und Vorstand.

Eine Milliarde Verlust

Gegenüber den Investoren räumte Musk immerhin Schwierigkeiten ein und gab zu: "Wir haben viele Fehler bei der Model-3-Produktion gemacht." Er halte es jedoch für wahrscheinlich, dass Tesla bis Juni sein bereits mehrfach verschobenes Ziel erreicht, pro Woche 5000 Stück seines ersten vergleichsweise günstigeren Autos zu fertigen. Das hatte sich Tesla eigentlich schon für Ende 2017 vorgenommen. Aktuell liegt die wöchentliche Produktionsrate laut Musk bei rund 3500 Model 3. Die Preisliste für das Auto soll bei 35.000 Dollar (ca. 30.000 Euro) beginnen.

Tesla Elon Musk (picture allianc/dpa/A. Sokolow)

Elon Musk und sein Hoffnungsträger, Model 3

Vom Erfolg des "Model 3" hängen Experten zufolge die langfristigen Gewinnaussichten des Unternehmens ab. Musk selbst hat eine Kapitalerhöhung für dieses Jahr ausgeschlossen. Der Konzern könnte aber nach Ansicht von Analysten Kapitalbedarf haben. Mit den Analysten hatte es sich der eigenwillige Patriarch allerdings jüngst gründlich verscherzt, als er sich vor einigen Wochen in einer Telefonkonferenz über deren "langweilige Deppenfragen" beklagte.

Nun erwartet der Firmenchef, Tesla werde im dritten Quartal des Jahres schwarze Zahlen schreiben. Das wäre etwas Neues in der 15jährigen Geschichte des Unternehmens. Tesla macht seit Jahren große Verluste, um in neue Technologien und Fabriken investieren zu können. Allein in den ersten drei Monaten  des Jahres sollen Verluste von mehr als einer Milliarde Dollar aufgelaufen sein. 

ar/hb (rtr, dpa, ap)

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