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Wirtschaft

Tesla kauft SolarCity

Tesla, der Hersteller von Elektroautos, übernimmt die Ökostromfirma SolarCity. Tesla-Gründer Elon Musk ist bei beiden Firmen größter Einzelaktionär. Einige Anleger werfen ihm einen Interessenkonflikt vor.

Der Elektroautohersteller Tesla hat die umstrittene Übernahme der Ökostromfirma SolarCity unter Dach und Fach gebracht. Die Unternehmen einigten sich laut Mitteilung von Montag auf einen Kaufpreis von etwa 2,6 Milliarden Dollar (derzeit etwa 2,3 Mrd. Euro). Tesla, das im Juni bis zu 2,8 Milliarden Dollar für SolarCity geboten hatte, will den Betrag in eigenen Aktien bezahlen.

Die Fusion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Die Aktionäre müssen noch grünes Licht geben, doch ein wesentlicher Teil der Stimmrechte liegt bei Musk und anderen Führungsmitgliedern der Unternehmen.

Interessenkonflikt?

Der Übernahmeplan ist in Finanzkreisen umstritten. Sowohl Tesla als auch SolarCity wurden vom US-Unternehmer Elon Musk mitbegründet. Musk hält an Tesla einen Anteil von 21,1 Prozent; an SolarCity besitzt er eine Beteiligung von 22,5 Prozent.

Zugleich sitzt er bei beiden Unternehmen dem Verwaltungsrat vor. Auch Tesla-Mitgründer JB Straubel ist bei SolarCity involviert. Einige Investoren werfen Musk deshalb einen Interessenkonflikt vor.

Der Großinvestor Jim Chanos bezeichnete den geplanten Deal als "schlimmstes Beispiel für schamlose Unternehmensführung". Musk hingegen sieht den Zusammenschluss als vorteilhaft für die Unternehmen und die Aktionäre.

Synergieeffekte

Durch die Übernahme könnten die Solaranlagen von SolarCity in Teslas Energiesparte eingegliedert werden. Tesla bietet seit vergangenem Jahr Stromspeicher für Haushalte und Unternehmen an und will nach der Autoindustrie den Energiemarkt aufmischen.

Tesla hatte erst am Freitag die riesige Batteriefabrik "Gigafactory" in Nevada eröffnet. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein der langfristigen Strategie, in größerem Stil Elektroautos für den Massenmarkt zu fertigen.

Tesla und SolarCity arbeiten bereits zusammen. So nutzt SolarCity Tesla-Batterien, um Solarstrom zu speichern. Durch den Zusammenschluss erhoffen sich die Unternehmen durch Synergieeffekte schon im ersten Jahr nach dem Abschluss Einsparungen von 150 Millionen Dollar.

bea/gri (dpa, afp)