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Wirtschaft

Tesla kauft sich in der Eifel ein

Tesla macht deutschen Premium-Autoherstellern Konkurrenz - und kommt dabei an deutscher Ingenieurskunst nicht vorbei. Ein Maschinenbauer aus Rheinland-Pfalz soll Tesla-Fabriken ausrüsten.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla setzt beim geplanten massiven Ausbau seiner Produktion auf Technologie aus Deutschland. Der US-Konzern kauft den Maschinenbauer Grohmann Engineering aus Prüm im Bundesland Rheinland-Pfalz, der auf Anlagen für automatisierte Produktion spezialisiert ist. Auf dieser Basis entsteht die Tochter Tesla Grohmann Automation, wie die Firma aus Kalifornien am Dienstag mitteilte.

Zugleich hat der US-Konkurrent klare Wachstumspläne im Heimatland der Premium-Rivalen Mercedes, BMW und Audi. In den kommenden zwei Jahren sollen 1000 Jobs für hochqualifizierte Techniker in Deutschland geschaffen werden, auch an weiteren Standorten. Teslas Technikchef JB Straubel verwies auf das große Ingenieursangebot im Land. Grohmann ist auch in den USA und China präsent.

Spezialist für automatische Fertigung

Die bisherigen Kunden von Grohmann sollen weiterhin beliefert werden. Sie kommen aus der Halbleiter-, Elektronik- oder der Automobilindustrie sowie aus der Bio- und Medizintechnik. Das Unternehmen beschäftigt rund 800 Mitarbeiter und machte 2015 einen Umsatz von 123 Millionen Euro.

Tesla will mit dem geplanten Start des günstigeren neuen Wagen Model 3 die Produktion von 50.000 auf 500.000 Fahrzeuge zum Jahr 2018 hochschrauben. Zum Jahr 2020 peilt Tesla-Chef Elon Musk (s. Artikelbild) die Marke von einer Million Autos an. Er setzt dabei massiv auf Roboter-Technik und spricht gern von einer "Maschine, die Maschinen baut".

In der Zukunft sollen unter einem Dach in großem Stil Batterien und komplette Fahrzeuge gefertigt werden. Für den Ausbau der Produktion holte sich Musk bereits den deutschen Audi-Manager Peter Hochholdiger als Produktions-Spezialisten.

Kaufpreis bleibt Geheimnis

Der Gründer und Chef Klaus Grohmann wechselt unter das Dach von Tesla. Unter seiner Führung sollen in Prüm "mehrere entscheidende Elemente" für die automatisierten Produktionssysteme des Elektroauto-Herstellers entwickelt werden, hieß es.

Ziel seien "die fortschrittlichsten Fabriken der Welt". Der Zukauf soll nach Freigaben durch Regulierungsbehörden Anfang 2017 abgeschlossen werden. Es sei die erste bedeutende Übernahme für Tesla, und es mache einen großen Unterschied, dass Gründer Grohmann an Bord bleibe, betonte Musk. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Knapp 75 Prozent am Unternehmen gehörten bisher Unternehmensgründer Klaus Grohmann. Der börsennotierte Finanzinvestor Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG) hielt nach eigenen Angaben 25,1 Prozent. Sie war bereits 1987 als Wachstumskapitalgeber eingestiegen. Damals war das Unternehmen gerade drei Jahre alt. Die DBAG erwartet aus dem Verkauf ihrer Beteiligung nach eigenen Angaben einen Gewinn im mittleren einstelligen Millionenbereich.

wen/iw (dpa, rtrd)