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Polizei fasst vier Verdächtige

Terrorziel: Rialtobrücke in Venedig

Jedes Jahr wird Venedig von Millionen Touristen besucht und sie alle gehen über die berühmte Rialtobrücke. Eine Terrorzelle soll das berühmte Bauwerk im Blick gehabt haben. Die Polizei greift zu.

Die Rialtobrücke in Venedig (Reuters/M. Silvestri)

Die Rialtobrücke in Venedig

Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in Venedig hat die italienische Polizei vier Verdächtige festgenommen. Drei Männer und ein Minderjähriger seien bei nächtlichen Razzien in der Altstadt von Venedig gefasst worden, teilten die Behörden mit. Alle Festgenommenen stammten aus dem Kosovo. Sie seien wegen ihrer "religiösen Radikalisierung" ins Visier der Ermittler geraten. Bei zwölf Hausdurchsuchungen sei Beweismaterial beschlagnahmt worden, gab die Polizei weiter bekannt.

Verdächtige streng überwacht

Als mögliches Ziel für einen Anschlag hätten die Verdächtigen die Rialto-Brücke über den Canale Grande im Blick gehabt, teilte Staatsanwalt Adelchi D'Ippolito in Venedig mit. Die Brücke ist ein Wahrzeichen Italiens und wird jedes Jahr von Millionen Menschen besucht. Die Gruppe sei streng überwacht worden, sagte D'Ippolito. Der Staatsanwalt präsentierte Inhalte von abgehörten Gesprächen zwischen den Terrorverdächtigen.

Einer der Verdächtigen habe gesagt, es sei nötig, "eine Bombe auf der Rialto-Brücke zu platzieren". Angesichts der vielen "Ungläubigen", die dort seien, komme man schnell ins Paradies. Sein Komplize habe geantwortet: "Ja, werfen wir eine Bombe und dann: boom, boom". In einem weiteren Zitat heißt es mit Bezug auf den Terroranschlag vom 22. März in London: "Wenn sie mir morgen den Befehl geben, muss ich sie töten."

Die Ermittler hätten nach diesen alarmierenden Sätzen rasch gehandelt und die Verdächtigen gefasst, teilte Staatsanwalt D'Ippolito weiter mit. Italiens Innenminister Marco Minniti lobte die Polizei für ihren "Erfolg bei der Terrorismusprävention". Ob die Gruppe bereits konkrete Anschlagspläne hatte, wurde nicht bekannt. Die Überwachung habe aber ergeben, dass sich die Männer radikalisierten und auf kriminelle Taten und Attentate vorbereiteten, betonten die Ermittlungsbehörden.

wl/se (dpa, afp)