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Welt

Terrorverdächtiger bekennt sich zu den Taten

Nach den Anschlägen von Norwegen sind die Ermittler mit der Aufklärung beschäftigt. Der Verdächtige hat nach Angaben seines Anwalts ein umfassendes Geständnis abgelegt. Bei den Anschlägen wurden 92 Menschen getötet.

Trauernde legen Blumen vor den Nordischen Botschaften in Berlin ab (Foto: dapd)

Mitgefühl auch vor der Botschaft in Berlin

Sein Mandant habe sein Handeln als grausam beschrieben, sagte der Verteidiger am Samstag (23.07.2011) dem norwegischen Fernsehsender NRK. Er habe die wahrscheinlich seit langem geplanten Taten aber zu Ende bringen müssen, fügte der Rechtsanwalt hinzu.

Fundamentalistisch, rechtsextrem - und Christ?

Die Polizei hatte den 32-jährigen Anders Behring Breivik nach dem Bombenanschlag in Oslo und dem Angriff auf ein Jugendlager auf der Insel Utöya festgenommen. Bei dem Norweger soll es sich um einen fundamentalistischen Christen mit Verbindungen in die rechtsextreme Szene handeln. Norwegischen Medien zufolge soll der Mann im Internet ein rassistisches Manifest veröffentlicht haben. Die rechtspopulistische Fortschrittspartei (FrP) bestätigte, dass der Tatverdächtige von 1999 bis 2006 Parteimitglied und auch in deren Jugendorganisation aktiv war.

Anders Behring Breivik (Foto: dpa)

Der Täter: Anders Behring Breivik

Bei den Anschlägen am Freitag waren mindestens 92 Menschen ums Leben gekommen. Zunächst war im Regierungsviertel von Oslo eine Bombe explodiert. Mindestens sieben Menschen starben hier, es entstand erheblicher Sachschaden. Wenige Stunden später erschoss der Täter auf der Seeinsel Utöya mindestens 85 Teilnehmer eines Jugendcamps der regierenden Sozialdemokraten. Die Ermittler gehen Hinweisen auf einen möglichen Komplizen nach.

Bestürzung in aller Welt

Nicht nur in Norwegen reagierten Bürger und Politiker geschockt auf die Terroranschläge. Ministerpräsident Jens Stoltenberg sprach von einer nationalen Tragödie. Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg sei Norwegen von einem Verbrechen dieses Ausmaßes betroffen worden. Über die Motive für die Taten wolle er nicht spekulieren, sagte Stoltenberg.

Der Tatort auf Utöya (Foto: dpa)

Opfer auf der Insel nach dem Massaker

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Anschläge. Den Familien der Opfer und dem norwegischen Volk gehöre das tiefe Mitgefühl des Rates. Terrorismus in all seinen Formen sei eine der größten Bedrohungen der internationalen Sicherheit und des Friedens, heißt es in einer Erklärung. Papst Benedikt XVI. äußerte in einem Kondolenzschreiben an den norwegischen König Harald V. tiefe Trauer über die vielen Todesopfer. Auch US-Präsident Barack Obama beklagte die sinnlosen Anschläge.

In Deutschland rief Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Solidarität gegen Ausländerfeindlichkeit und Hass auf. Alle, die an Freiheit, Respekt und friedliches Zusammenleben glaubten, müssten diesem Hass entgegentreten, betonte die Bundeskanzlerin. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erklärte in einem Kondolenzschreiben: "Wir trauern mit allen europäischen Sozialdemokraten um unsere getöteten Freunde, unsere Anteilnahme gilt deren Angehörigen und Familien." Auch vor den Nordischen Botschaften in Berlin - in dem Gebäude befinden sich die Königlich Dänische Botschaft, die Botschaft von Finnland, von Schweden, von Island und die Königlich Norwegische Botschaft - legten Trauernde Blumen nieder. Die Grünen warnten, solche Anschläge seien nicht nur in Norwegen möglich. Rassistische und fremdenfeindliche Ideologie dürften deshalb keinen Platz in der Gesellschaft haben.

Autor: Marko Langer (dpa, rtr, afp)
Redaktion: Walter Lausch

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