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Nachrichten

Terrorverdächtige im Flugzeug festgenommen

Auf dem Flughafen Köln-Bonn hat die Polizei zwei Terrorverdächtige kurz vor dem Start aus einem Flugzeug geholt. Zur Stunde werden die Männer verhört. Eine Entführung sei nicht geplant gewesen.

Flughafen Köln-Bonn (Quelle: dpa)

Festnahme am Flughafen: Polizei setzt Terrorverdächtige fest

Bei den beiden Männern handelt es sich nach Aussage des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen um einen 23-jährigen Somalier und einen in Somalia geborenen 24-jährigen Deutschen. Um 6.55 Uhr verhafteten Einsatzkräfte die beiden Männer in einer KLM-Maschine. Sie stünden im Verdacht, sich an möglichen Terroranschlägen beteiligen zu wollen, so das LKA. Es seien auch Abschiedsbriefe der Männer gefunden worden.

Die Maschine der niederländischen Fluggesellschaft befand sich kurz vor dem Start. Die Startfreigabe sei bereits erteilt worden, sagte eine KLM-Sprecherin in Amsterdam. Sie sei aber auf Anordnung der Polizei sofort wieder zurückgenommen worden. Daraufhin holten Einsatzkräfte die beiden Männer aus dem Flugzeug. Es sei eine ganz normale Festnahme gewesen, betonte ein Polizeisprecher, keine Erstürmung. Die Festgenommenen seien unbewaffnet gewesen und hätten keinerlei Widerstand geleistet, so Flughafensprecher Walter Römer. Laut LKA habe es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Männer das Flugzeug entführen wollten. Wie die Polizei auf die beiden Verdächtigen aufmerksam geworden war, wollte das LKA nicht sagen.

Alle Passagiere hätten nach der Festnahme der beiden Verdächtigen das Flugzeug wieder verlassen und ihr Gepäck identifizieren müssen. Die Gepäckstücke der beiden Männer seien fortgebracht worden. Mit mehr als einer Stunde Verspätung konnte die Maschine dann aber doch abheben.

Keine Verbindung zu gesuchten Terrorverdächtigen

Fahndungsplakate im Flughafen Köln-Bonn (AP Photo/Roberto Pfeil)

Fahndung nach mutmaßlichen Terroristen läuft auf Hochtouren

Eine Verbindung zu den beiden gesuchten mutmaßlichen Terroristen Eric Breininger und Houssain Al Malla bestehe allerdings nicht. Die beiden werden mit der Sauerländer Terrorzelle in Verbindung gebracht. Es wird vermutet, dass sie in Deutschland Anschläge planen könnten. Nach den beiden wird seit Donnerstag (25.09.2008) intensiv gefahndet.

Breininger hatte in Videos im Internet mehrfach gedroht, ein Selbstmordattentat begehen zu wollen. Zuletzt waren Breininger und Al Malla nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Pakistan vermutet worden. Beide haben nach Erkenntnissen der Behörden Ausbildungen in Terrorlagern im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet absolviert.

"Konkrete Anschlagsgefahr besteht nicht"

Auch nach der Festnahme auf dem Köln-Bonner Flughafen sehen weder der Innenminister von Nordrhein-Westfalen noch das Bundesinnenministerium Anzeichen für eine akute Anschlagsgefahr in Deutschland. Bei den Festgenommenen habe es lediglich Anhaltspunkte gegeben, dass es sich um Personen "mit einem Gefährdungshintergrund" handle, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf. Die beiden Männer lebten den Angaben des LKA zufolge zuletzt in Nordrhein-Westfalen und standen schon länger unter Beobachtung.

Generell sei die Terrorismus-Gefahr in Deutschland aber weiterhin vorhanden. Es geben eine Zunahme von "Strukturen, Gruppierungen und Einzelpersonen, denen man Anschläge zutrauen müsse, sagte Bundesverfassungsschutzpräsident Heiniz Fromm. (har)

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