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Aktuell Asien

Terrorserie der Taliban

In der afghanischen Hauptstadt Kabul haben Taliban-Kämpfer das Parlament mit Raketen beschossen. Opfer gab es nicht. Die Zahl der Todesopfer des Anschlags im pakistanischen Lahore am Ostersonntag ist nochmals gestiegen.

Die Taliban-Kämpfer feuerten vier Raketen zu einem Zeitpunkt ab, als ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter und der Innenminister im Parlament sprechen sollten. Abgeordnete berichteten, dass der Angriff stattfand als die Sitzung schon begonnen hatte. Drei der Raketen verfehlten ihr Ziel, eine schlug dagegen ins Gebäude ein.

Im Süden Afghanistans gab es in der Nacht einen Anschlag auf eine Polizei-Station. Dabei wurden nach Behördenangeben acht Sicherheitsbeamte getötet. Nach Polizeiangaben ging die Attacke ebenfalls von den Taliban aus. Es gibt aber noch kein offizielles Bekenntnis der Islamisten .

Viele tote Kinder bei Anschlag in Lahore

Nach dem blutigen Taliban-Anschlag auf einen Park voller Familien am Ostersonntagabend in Pakistan ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf über auf 70 gestiegen. Unter ihnen seien 25 Kinder und sieben Frauen, sagte der Polizeichef des Stadtbezirks, Mohammad Iqbal, der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Attentäter kam ums Leben. Rund 340 Menschen seien verletzt worden, sagte Deeba Shahnaz Akhtar, eine Sprecherin der Rettungsbehörde der Provinz Punjab.

Foto vom Tatort

Foto vom Tatort

Der Attentäter hatte sich in der Nähe eines Spielplatzes in die Luft gesprengt. Nach offiziellen Angaben brachte er etwa 20 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion. Der Park war an einem der ersten warmen Abende des Jahres besonders gut besucht gewesen. Auch viele christliche Familien waren dort, um Ostern zu feiern. Nach Polizeiangaben sollen 15 Christen unter den Opfern gewesen sein.

Täter identifiziert

Der Täter konnte mittlerweile als ein 28-jähriger Mann aus Süd-Punjab identifiziert werden. Nach Medienberichten war er Lehrer an einer Religionsschule. Rekrutiert hatte ihn die pakistanische Taliban-Gruppe Jamaat ul-Ahrar. Zu Journalisten sagte ein Sprecher, dass die Tat sowohl gegen Christen gerichtet gewesen sei als auch gegen die Regierung, die ihre Militäroffensiven gegen die Taliban in den vergangenen 15 Monaten verstärkt hatte.

Der Anschlag hat das Leben in der Sieben-Millionen-Stadt gelähmt. Eine dreitägige Trauerzeit wurde angesetzt. Schulen blieben geschlossen, am Montagmorgen gab es kaum Verkehr. Ministerpräsident Nawaz Sharif besuchte die Opfer in den Kliniken. Er rief dazu auf, die Streitigkeiten in der Gesellschaft zu begraben, um dem Terrorismus mit Stärke entgegenzutreten. Die Bundesregierung, die USA, der Vatikan sowie die Vereinten Nationen verurteilten den Terroranschlag scharf.

Die Regierung bereitet nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters inzwischen einen Erlass vor, der Sicherheitskräften in Punjab Sonderbefugnisse einräumen soll. Es gehe dabei auch darum, paramilitärischen Einheiten Razzien und Verhöre zu erlauben.

Die Armee hat ihre Operationen gegen Extremisten massiv erweitert, seit im Dezember 2014 pakistanische Taliban in einer von der Armee betriebenen Schule in Peshawar 136 Kinder getötet hatten. Dem Terrorismus werde das Rückgrat gebrochen, wiederholen Armeechef und -sprecher. Die Zahl der Anschläge und ihrer Opfer ging 2015 auch stark zurück. Doch allein in den vergangenen zwei Monaten gab es drei große Anschläge.

chr/mak (afp,rtr, ap)