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Aktuell Nahost

Terrormiliz stößt in Antikenstadt Palmyra vor

Kämpfer des IS haben nach Angaben von Beobachtern Teile der Antikenstadt Palmyra in Syrien unter ihre Kontrolle gebracht. US-Spezialeinheiten töten einen Anführer der Dschihadisten.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" - IS - kontrolliere das nördliche Stadtgebiet von Palmyra, teilte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, mit. Es gebe heftige Gefechte, mindestens 13 IS-Kämpfer seien getötet worden, sagte Rahman. Seine Organisation mit Sitz in London stützt sich auf ein Netz aus Informanten in Syrien. Eine unabhängige Bestätigung ihrer Angaben gibt es bislang nicht.

In Palmyra stehen einzigartige Ruinen der ehemaligen Handelsmetropole der legendären Königin Zenobia aus ihrer Blütezeit in den ersten Jahrhunderten nach Christus. Die Ruinenstadt gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten. Palmyra gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach den Zerstörungen, die der IS in anderen antiken Stätten wie Nimrud und Hatra im Irak bereits anrichtete, sind die Bauten in Palmyra nach Einschätzung von Experten nun ebenfalls akut bedroht.

Kämpfe mit Assad-Armee

Die IS-Dschihadisten waren Anfang Woche in die rund 240 Kilometer entfernt von Damaskus gelegene Region vorgestoßen. Luftangriffe der Streitkräfte des Regimes von Präsident Baschar al-Assad konnten die Offensive der Terrormiliz nicht stoppen. Noch am Freitag waren die Regierungstruppen in der Stadt verstärkt worden. Bei ihrem Vormarsch auf Palmyra hatten die IS-Kämpfer nach Angaben der Beobachtungsstelle 26 Bewohner umliegender Dörfer hingerichtet. Zehn von ihnen wurden enthauptet.

Einsatz von US-Elitetruppe

Währenddessen haben US-Elitesoldaten bei einem Kommandounternehmen in Syrien einen hochrangigen Kommandeur des IS getötet. Der Tunesier mit dem "Kampfnamen" Abu Sajjaf sei für den Ölschmuggel und andere finanzielle Aktivitäten des IS zuständig gewesen, teilte Verteidigungsminister Ashton Carter mit.

Die Erlöse aus dem Ölschmuggel sind die Haupteinnahmequelle der Islamisten. Abu Sajjafs Frau, Umm Sajjaf, wurde bei der Aktion gefangengengenommen. Sie stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei IS-Terroraktivitäten gespielt zu haben, sagte Carter. Bei dem Einsatz wurde auch eine junge Frau von der religiösen Minderheit der Jesiden freigelassen, die von dem Paar offenbar als Sklavin gehalten wurde

Nach Darstellung des Pentagon leistete Abu Sajjaf bei der nächtlichen Operation in der östlichen Stadt Al-Amr Gegenwehr, als ihn das US-Kommando gefangen nehmen wollte. Bei Schusswechseln sei der Extremist getötet worden. Regierungsbeamte teilten zudem mit, bei dem Gefecht seien auch mehrere IS-Kämpfer getötet worden.

Der Einsatz wurde von US-Präsident Barack Obama persönlich angeordnet. Soldaten der Elitetruppe Delta wurden vom Irak aus mit Hubschraubern zum Einsatzort in Syrien gebracht. Nach US-Angaben gab es bei dem Einsatz keine Verluste unter den eigenen Soldaten. Auch zivile Opfer hätten vermieden werden können.

Es handelte sich um einen seltenen Einsatz unter Beteiligung von US-Bodentruppen, der von Washington offiziell bekanntgegeben wurde. Bislang bekämpfen die USA die IS-Extremisten gemeinsam mit arabischen und westlichen Verbündeten vor allem aus der Luft. Carter sprach nach dem Kommandounternehmen von einem "bedeutenden Schlag" gegen den IS. Die Terrormiliz hat weite Teile Syriens und des Irak unter ihrer Kontrolle und geht dort brutal gegen Minderheiten und Andersgläubige vor.

wl/gmf (dpa, afp, rtre)

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