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Großbritannien

Terrormiliz IS reklamiert Londoner Anschlag für sich

Die IS-Dschadistenmiliz hat den Anschlag in London für sich beansprucht. Dies meldete die Propaganda-Abteilung der Extremisten. Nach Angaben von Premierministerin May war der Attentäter den Geheimdiensten bekannt.

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May: "Londoner Attentäter war Geheimdiensten bekannt"

Der Attentäter von London war kein Unbekannter, sondern stand schon einmal im Fokus der britischen Polizei. Er sei in Großbritannien geboren und vor einigen Jahren bei einer Untersuchung des Inlandsgeheimdiensts MI5 zu "gewalttätigem Extremismus" im Visier der Ermittler gewesen, sagte die britische Premierministerin Theresa May vor dem Parlament in London. 

Theresa May Premierministerin England (Reuters/Parliament TV)

Die britische Premierministerin Theresa May gab vor dem Parlament in London eine Erklärung ab

Der Mann hatte am Mittwoch im Londoner Parlamentsviertel drei Menschen getötet, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. "Wir haben keine Angst, und unsere Entschlossenheit wird angesichts des Terrorismus niemals wanken", sagte May, nachdem sie mit den Abgeordneten eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer abgehalten hatte. Inzwischen teilte die Polizei mit, bei dem Attentäter handele es sich um einen 52-jährigen Briten namens Khalid M. 

IS bekennt sich zu Anschlag 

Unterdessen meldete sich das IS-Sprachrohr Amak über das Internet zu Wort. Ein "Soldat" des IS habe die Operation ausgeführt, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise der Extremisten. Der Angreifer sei damit Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet. Auf diesem Weg hatten sich die Extremisten auch zu anderen Attentaten in Europa bekannt.

Im Zusammenhang mit dem Londoner Attentat hat die Polizei acht Personen festgenommen. Wie der Terrorabwehr-Chef von Scotland Yard, Mark Rowley, mitteilte, wurden die Verdächtigen an sechs verschiedenen Orten gefasst, darunter London und Birmingham. Mehrere Wohnungen seien von bewaffneten Polizisten gestürmt worden. In welcher Beziehung die Festgenommenen zu dem Täter stehen, ist bislang nicht bekannt.

Vier Tote, etwa 40 Verletzte

Bei dem Anschlag am Mittwoch waren vier Menschen getötet und etwa 40 verletzt worden, darunter laut May auch ein Deutscher sowie drei Schüler aus Frankreich. "Wir stehen im engen Kontakt mit den Regierungen der betroffenen Länder." Auch drei Polizisten seien verletzt worden, sagte May weiter. Die Bundesregierung bestätigte, dass eine Deutsche unter den Verletzten ist. "Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch eine deutsche Staatsangehörige bei dem Anschlag in London verletzt worden ist", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Die deutsche Botschaft in London stehe in engem Kontakt mit den zuständigen britischen Behörden. Zum Alter und zum Heimatort der Deutschen machte die Bundesregierung keine Angaben.

Bei den Toten handelt es sich neben dem Attentäter um einen 48-jährigen Polizisten, eine 43-jährige Britin mit spanischen Wurzeln sowie um einen Touristen aus Utah. US-Präsident Donald Trump teilte mit, ein großer Amerikaner, Kurt Cochran, sei bei dem Londoner Attentat gestorben.   

Mittlerweile ist die Londoner Westminister-Brücke wieder für den Verkehr freigegeben worden. Das teilte die Londoner Verkehrsorganisation Transport for London auf Twitter mit. Die Brücke über die Themse war nach dem Attentat gesperrt worden.

pg/stu/wl (dpa, afp)

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