1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Syrien

Terrormiliz IS rückt erneut auf Palmyra vor

Die antike Wüstenstadt Palmyra ist im Syrien-Krieg von hohem symbolischen Wert. Nun steht die Terrormiliz IS erneut vor ihren Toren. Derweil setzt die EU die Assad-Regierung weiter unter Druck.

Dschihadisten des "Islamischen Staates" (IS) und die syrische Armee haben sich nach Angaben von Beobachtern Kämpfe am Stadtrand von Palmyra geliefert. Der IS habe seinen Vormarsch direkt bis vor die Stadt fortgesetzt, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die oppositionsnahe Organisation mit Sitz in England beruft sich auf Informanten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Der Beobachtungsstelle zufolge wurden seit Donnerstag mindestens 49 regierungstreue Kämpfer bei den Gefechten in der Provinz Homs getötet. Der IS hatte vor wenigen Tagen eine neue Offensive nahe der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden antiken Oasenstadt Palmyra gestartet, aus der er vor acht Monaten vertrieben worden war.

Syrische Soldaten posieren nach der Rückeroberung im März in Palmyra (picture-alliance/dpa/TASS/V. Sharifulin)

Syrische Soldaten posieren nach der Rückeroberung im März in Palmyra

Im Kampf gegen den auf Palmyra vorrückenden IS zerstörte die US-geführte Koalition nach eigenen Angaben 168 Tankwagen der Extremisten. Wie die Anti-IS-Koalition mitteilte, entstanden der Miliz durch die Luftangriffe auf die zum Ölschmuggel genutzten Lastwagen geschätzte Einnahmeverluste von zwei Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro). Die Tankwagen wurden demnach am Donnerstag in der Nähe Palmyras bombardiert. Die Koalition bombardiert regelmäßig die vom IS in Syrien genutzten Ölanlagen. Bereits mehrfach zerstörte sie auch Tankwagenflotten der Dschihadisten.

Die für ihre antiken Ausgrabungsstätten berühmte Oasenstadt Palmyra war im Mai 2015 an die IS-Miliz gefallen, die dort das Weltkulturerbe zerstörte. Ende März dieses Jahres eroberten syrische Regierungstruppen Palmyra zurück. Es war einer der wichtigsten Erfolge der syrischen Armee im Kampf gegen den IS. Nun starteten die Dschihadisten in der Nähe der Stadt eine neue Offensive auf Regierungstruppen.

Syrien Mariinsky Orchester Konzert Wüstenstadt Palmyra (picture-alliance/dpa/M. Voskresenskiy)

Die Befreiung vom IS wurde mit einem Konzert des Petersburger Mariinsky-Orchesters gefeiert

Unterdessen kündigte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini eine Ausweitung der Sanktionen gegen Syrien an. Die Strafmaßnahmen richteten sich gegen Organisationen und Personen, die Machthaber Baschar al-Assad unterstützen.

"Die EU wird schnell handeln", kündigte Mogherini an. "Seit dem Beginn der Offensive des syrischen Regimes und seiner Verbündeten - vor allem Russland - hat die Intensität und die Stärke der Luftangriffe auf Ost-Aleppo zahlreiche zivile Todesopfer verursacht und weite Teile der Stadt verwüstet." Dadurch habe sich die Situation für die Menschen vor Ort "furchtbar verschlechtert".

Die syrische Armee ist im belagerten Ost-Aleppo weiter auf dem Vormarsch. Bei der Offensive gegen die Rebellen wird sie von der russischen Luftwaffe unterstützt. Viele westliche Staaten haben das Vorgehen Syriens und seiner Verbündeten kritisiert. Die Regierungen in Damaskus und Moskau beharren dagegen darauf, dass sich ihre Offensive gegen Extremisten richte.

Erst Mitte November hatte die EU 17 weitere syrische Regierungsvertreter mit Sanktionen belegt. Damit stehen neben 69 Unternehmen und Organisationen insgesamt bereits mehr als 230 Syrer auf der EU-Sanktionsliste. Wieviele weitere Organisationen oder Regierungsvertreter nun hinzu kommen, müssen die 28 EU-Staaten konkret noch beschließen.

Wegen des Syrien-Konflikts hat die EU zudem ein Öl-Embargo gegen das Land verhängt sowie Beschränkungen für bestimmte Investitionen und Exportgüter im Technologiebereich erlassen. Auch die Guthaben der syrischen Zentralbank in der EU wurden bereits eingefroren.

stu/wl (afp, ap, rtr)

Die Redaktion empfiehlt