1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschland

Terroristenhelfer verhaftet

Fahndungserfolg der Bundesanwaltschaft: Rund 13 Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist ein weiterer mutmaßlicher Helfer der Hamburger Terrorzelle dingfest gemacht worden.

default

Festnahme in Hamburg-Fischbek

Auf Antrag von Generalbundesanwalt Kay Nehm wurde am Donnerstag (10.10.2002) in Hamburg der 29 Jahre alte Marokkaner Abdelghani Mzoudi unter dem dringenden Verdacht der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung festgenommen. Mzoudi soll die Mitglieder der Hamburger Terrorzelle um den Todespiloten Mohammed Atta logistisch unterstützt haben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.

Die Gruppe war nach Erkenntnissen der Fahnder an der Vorbereitung und Ausführung der Terroranschläge in den USA maßgeblich beteiligt. Mzoudi habe zu sämtlichen Mitgliedern der Hamburger Zelle "langjährige enge Beziehungen" unterhalten, hieß es. Er habe die Ziele der Vereinigung gekannt und diese "durch logistische Maßnahmen unterstützt." So habe Mzoudi dem mit internationalem Haftbefehl gesuchten Zakariya Essabar zur Finanzierung seiner in den USA geplanten Flugausbildung Geld zur Verfügung gestellt. Maßgebliche Hilfe habe Mzoudi zudem bei der Verschleierung des Aufenthaltsortes des Todespiloten Marwan Alshehhi geleistet. Er habe ihm ein Zimmer in einem Studentenwohnheim in Deutschland verschafft, in dem sich Alshehhi unbemerkt bis zu seinem Abflug Ende Mai 2000 in die USA aufhalten konnte, hieß es. Im Sommer 2000 habe sich Mzoudi mit Essabar und dem inzwischen unter Anklage stehenden Terroristenhelfer Mounir El Motassadeq in Ausbildungslagern in Afghanistan aufgehalten, hieß es weiter. Gegen den im November 2001 in Hamburg gefassten 28-jährigen Marokkaner Motassadeq hatte die Bundesanwaltschaft am 23. August Anklage wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3116 Fällen erhoben.

Das Ermittlungsverfahren gegen den jetzt festgenommenen Mzoudi hatte der Generalbundesanwalt bereits am 25. Oktober 2001 eingeleitet. Im Sommer 2002 habe es eine Zeugenaussage über den Aufenthalt des Mannes in Afghanistan gegeben. Mzoudi soll bereits am Freitag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes (BGH) vorgeführt werden. Die Anschläge vom 11. September 2001 werden der islamistischen Terrororganisation Al-Qaida angelastet. Als Teil dieses Terrornetzwerkes wirkte den Angaben zufolge eine seit Sommer 1999 bestehende, selbstständige Zelle in Hamburg. Am Mittwoch waren aus den USA neue Warnungen vor möglichen Terroranschlägen bekannt geworden. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dazu, konkrete Hinweise auf einen möglichen Anschlag in Deutschland gebe es nicht. ddp/dk

Die Redaktion empfiehlt