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Politik

Terroristen töten weitere Geisel im Irak

Nach der Enthauptung zweier US-Geiseln hat die Terrorgruppe um Abu Mussab el Sarkawi mit der Ermordung ihrer dritten britischen Geisel gedroht. Derweil ist das Schicksal von zahlreichen weiteren Entführten unklar.

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Kampf gegen Regierung und ausländische Truppen: islamische Extremisten

Die Extremistengruppe um Abu Mussab el Sarkawi hat auch den zweiten entführten Amerikaner brutal getötet. Nach der Ermordung des US-Bürgers Eugene Armstrong am Montag (20.9.), gaben die Entführer am Dienstag auch die Enthauptung der zweiten amerikanischen Geisel, Jack Hensley bekannt. Die US-Behörden teilten mit, dass im Westen Bagdads eine enthauptete Leiche gefunden wurde, deren Identität jedoch zunächst noch unklar war.

In einem Bekennerschreiben, das auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht wurde, hieß es, Jack Hensley sei nach Ablauf eines Ultimatums getötet worden. Nach der Enthauptung Armstrongs hatten die Entführer damit gedroht, eine weitere Geisel zu töten, sollten nicht innerhalb von 24 Stunden alle weiblichen irakischen Gefangenen aus den Gefängnissen freigelassen werden. Das US-Militär hält nach eigenen Angaben zwei irakische Wissenschaftlerinnen fest, die unter dem Regime Saddam Husseins an Waffenprogrammen beteiligt gewesen sein sollen.

Weitere Enthauptung droht

Falls die Forderung der Terrorgruppe um Sarkawi nicht erfüllt wird, drohen die Geiselnehmer auch mit der Ermordung der letzten Geisel, dem Briten Kenneth Bigley. Bigley wurde in der vergangenen Woche gemeinsam mit den US-Bürgern Eugene Armstrong und Jack Hensley im Bagdader Ausländer- und Diplomatenviertel El-Mansur entführt. Angeblich unabhängig von dem Ultimatum der Geiselnehmer, wird in Bagdader Regierungskreisen unterdessen die Freilassung einer der beiden irakischen Frauen, die in US-Gewahrsam sind, diskutiert.

Für die vor zwei Wochen im Irak entführten Italienerinnen gibt es dagegen einen Hoffnungsschimmer. Die italienische Zeitung "Il Messaggero" berichtet mit Hinweis auf den italienischen Geheimdienst, dass die beiden Geiseln zumindest am Leben sind. Das Schicksaal der beiden entführten französischen Journalisten ist jedoch weiterhin unklar.

Weiterer Autobombenanschlag in Bagdad

Selbstmordattentat in Bagdad

Wieder riss eine Autobombe in Bagdad zahlreiche Menschen mit in den Tod

Auch sonst reißen die Horrormeldungen aus dem Irak nicht ab. Bei einem Autobombenanschlag im Westen Bagdads sind am Mittwoch nach Polizeiangaben mindestens sechs Menschen getötet und 54 weitere verletzt worden. Mit diesem Selbstmordanschlag wird die traurige Anschlagskette der vergangenen Tage fortgeführt. Während sich die Autobombenanschläge anfangs vor allem gegen US-Truppen richteten, wurden zuletzt in zunehmendem Maße Iraker Opfer der Anschläge.

Bei heftigen Kämpfen zwischen US-Truppen und schiitischen Rebellen in Bagdad wurden am Mittwoch außerdem zehn Aufständische getötet und 92 verletzt. Die US-Truppen gingen im Stadtteil Sadr City mit Kampfflugzeugen und Panzern gegen die Anhänger des radikalen Geistlichen Muktada el Sadr vor. Bei US-Angriffen gegen Aufständische wurden in der vergangenen Woche auch zahlreiche zivile Opfer gemeldet.

Negroponte: Wahlvorbereitungen laufen planmäßig

Ziel der Aufständischen ist es, die Sicherheitslage im Irak weiter zu destabilisieren und die für Januar 2005 geplanten Wahlen somit zu verhindern. Der amerikanische Botschafter in Bagdad, Negroponte, hält jedoch trotz der anhaltenden Welle der Gewalt am Zeitplan für die Wahlen im Irak fest. Die Vorbereitungen verliefen planmäßig, sagte er, so dass die Registrierung der Wähler am 15. Oktober beginnen werde. (kat)

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